Hannah Arendt Preis

Der Hannah Arendt-Preis für politisches Denken wurde 1994 ins Leben gerufen, um in den kontroversen Diskussionen über politische Gegenwartsfragen an Hannah Arendts Diktum zu erinnern, dass "der Sinn der Politik Freiheit (ist)".

Der Hannah Arendt-Preis für politisches Denken ist ein öffentlicher Preis. Es werden Personen geehrt, die das "Wagnis Öffentlichkeit" angenommen haben und das Neuartige in einer scheinbar sich linear fortschreibenden Welt denkend und handelnd erkennen und mitteilen. Die Preisträgerinnen und Preisträger sprechen die verschiedenen Dimensionen des Preises auf ihre je persönliche Art und Weise an. Über die Vergabe des Preises, der mit 7.500,-- Euro dotiert ist, entscheidet eine internationale Jury. Das Preisgeld wird von der Heinrich-Böll-Stiftung und dem Senat der Freien Hansestadt Bremen gestiftet.

 

Timothy Snyder ist Hannah-Arendt-Preisträger 2013

Der diesjährige Preisträger Timothy Snyder ist Housum Professor of History an der Yale University. In seinem Buch „Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin“ habe Snyder, so urteilte die Jury, ein vergessenes und verdrängtes Kapitel  der europäischen Geschichte aufgeschlagen, über das Europa über ein halbes Jahrhundert nach dem Geschehen noch immer uneins sei. Es ist die Frage, wie das Ineinandergreifen des deutschen Genozids an den europäischen Juden, an der polnischen Elite sowie an anderen „slawischen Völkern“ und die Stalinsche Politik der Hungersnöte sowie der Vernichtung ganzer ethnischer und sozialer Gruppen zu beurteilen sei – und wie das Geschehen in die europäische Gedächtniskultur eingehen könne.
„Unabhängig von den Kontroversen unter Historikern und politischen Denkern, die das Buch und sein Autor ausgelöst haben, berührt Snyder substantielle Fragen, die den Kern des europäischen Vereinigungsprojekts betreffen.“ Snyders streitbare historische Analyse trage damit zu einer neuen öffentlichen Debatte um die politische Gestalt Europas bei. 

Der Hannah-Arendt-Preis für Politisches Denken, der von der Stadt Bremen und der Heinrich-Böll- Stiftung vergeben wird, ist mit 7500 Euro dotiert und wird an Personen verliehen, die in ihren Interventionen das „Wagnis Öffentlichkeit“ angenommen haben. Der Preis wird am 6. Dezember 2013 um 18.00 Uhr im Bremer Rathaus überreicht.

Über den Preisträger
Timothy Snyder, geboren 1969 in Ohio, ist Professor für Geschichte an der Universität Yale. Sein Forschungsschwerpunkt ist die jüngere mittel- und osteuropäische Geschichte. Snyder promovierte an der Universität Oxford und verbrachte zahlreiche Forschungsaufenthalte in Europa, unter anderem in Paris, Wien und Warschau. Er spricht Englisch, Französisch, Deutsch, Polnisch und Ukrainisch, und versteht fünf weitere Sprachen. Von 1997 bis 2001 war er Fellow an der Universität Harvard.
Gemeinsam mit Tony Judt, Hannah-Arendt-Preisträger 2007, schrieb er „Nachdenken über das 20. Jahrhundert“. Sein Buch „Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin“ erschien 2011 auf Deutsch und löste zahlreiche Diskussionen aus. Snyder erhielt viele Auszeichnungen, darunter den Emerson Prize in the Humanities, den Literature Award from the American Academy of Arts and Letters und den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.


Nähere Informationen unter http://www.hannah-arendt.de