Forschungswerkstatt Schule und LehrerInnenbildung

Konzeptpapier

Forschungswerkstatt Schule und LehrerInnenbildung

Die Forschungswerkstatt will eine praxisnahe Schul- und Unterrichtsforschung anleiten und koordinieren. Ein solcher Ansatz liegt in der Handlungs- bzw. Aktionsforschung (action research) vor, die zum Oldenburger Konzept der Team-Forschung weiterentwickelt wurde. Forschungsteams, die aus Studierenden und Mitwirkenden LehrerInnen zusammengesetzt sind, untersuchen an Schulen der Region praxisrelevante Fragestellungen. Die Forschungswerkstatt unterstützt LehrerInnen und Studierende darin, zu reflektierenden PraktikerInnen zu werden. Sie stellt ein Forum des Erfahrungs- und Meinungsaustauschs dar.


Zu den Aufgaben der Forschungswerkstatt gehören:

1. Beratung und Unterstützung
In der Forschungswerkstatt werden Studierende und LehrerInnen bei ihren Forschungsvorhaben umfassend (d.h. hinsichtlich Planungs-, Durchführungs- und Auswertungsmodalitäten) beraten. Dazu gehört auch die Beratung der Studierenden bei empirischen Teilen von Examensarbeiten.

2. Adaption und Weiterentwicklung
Die Forschungswerkstatt arbeitet daran, wissenschaftliche Forschungsmethoden zu "übersetzen", sie leichter zugänglich und damit auch für "Forschungsneulinge" handbarer zu machen.

3. Kommunikation und Integration
Die Forschungswerkstatt versteht sich als Ort, an dem Studierende und LehrerInnen zusammenkommen können, um Forschungsvorhaben zu besprechen.
Es können Erfahrungen über durchgeführte Forschungsvorhaben ausgetauscht werden.

4. Dokumentation und Evaluation
In der Forschungswerkstatt werden Forschungsergebnisse einzelner Gruppen und Personen (mit deren Einverständnis) für andere verfügbar gemacht.
Die Mitarbeiter der Forschungswerkstatt evaluieren forschendes Handeln, um dadurch Erkenntnisse zu gewinnen, wie Handlungsforschungsvorhaben im schulischen Bereich gefördert und ausgeweitet werden können.

Zu den Angeboten der Forschungswerkstatt gehören:

Bereitstellung von Materialien: Praxisnahe Anleitungen zur Anwendung und Durchführung einzelner Methoden und Auswertungsverfahren. Forschungsberichte, Examensarbeiten und weiterführende Literatur werden zur Verfügung gestellt.

Workshops: Veranstaltungen zur Einführung in schulbezogene Handlungsforschung und die Anwendung von Methoden, in Auswertungsmodalitäten sowie in die Planung und Durchführung von Handlungsforschungsprojekten. Insgesamt soll damit die Durchführung von Handlungsforschungsprojekten in Universität, Schule und Unterricht angeregt werden. LehrerInnen können im Rahmen solcher Veranstaltungen unter kompetenter Beratung gemeinsame Forschungsvorhaben entwickeln bzw. sich über die Erfahrungen mit durchgeführten Vorhaben austauschen.

Fortbildung: Im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen können Mitglieder der Forschungswerkstatt punktuell und adressatenspezifisch Möglichkeiten praxisnaher Schul- und Unterrichtsforschung aufzeigen und über geeignete methodische und organisatorische Vorgehensweisen informieren.

Die Bedeutung der Forschungsvorhaben besteht in folgenden Aspekten:

1. Schule

Die LehrerInnen erfahren durch ihre Untersuchungen eine Erweiterung ihrer Handlungs- und Problemlösekompetenz. Damit wird ein Beitrag zur beruflichen Professionalität geleistet. Diese kommt - mittelbar und unmittelbar - der Schulentwicklung zugute. Die Forschungswerkstatt arbeitet eng mit bestehenden Einrichtungen (z.B. Arbeitsstelle Schulreform) zusammen.

2. Universität

Die Forschungswerkstatt ist dem Konzept des forschenden Lernens verpflichtet. Studierende werden ermutigt, selbst zu forschen und Erfahrungen mit forschendem Lernen zu sammeln. Gefördert wird damit die Qualifikation für das "Studium als Beruf" wie für die spätere Berufspraxis.

Insgesamt hat die Forschungswerkstatt eine vermittelnde Funktion: Es soll ein Dialog zwischen Universität und Schule, LehrerInnen und Studierenden, Berufspraktikern und Lehrenden der Universität angebahnt und intensiviert werden. Fragestellungen von StudentInnen und WissenschaftlerInnen und Anliegen von Schulen werden aufeinander bezogen.