OME-Lexikon

Reschitza/Reşiţa

1. Toponymie

Deutsche Bezeichnung

Reschitza, auch Reschitz

Amtliche Bezeichnung

rum. Reşiţa

Anderssprachige Bezeichnungen

ung. Resicabánya oder Resica; serb. Rešica

Etymologie

Die im Banater Bergland häufigen Ortsnamenendungen „-itz“ und „-owa“ deuten auf eine slawische Landnahme hin. Der Name Reschitza geht auf ein vor 1769 bestehendes Dorf zurück. Talaufwärts wurden die „Eisenwerke Röschitz“ mit einer Siedlung gegründet, die Deutsch-Reschitza, später Montan-Reschitza genannt wurde.

2. Geographie

Lage

Reschitza liegt auf 45° 18’ nördlicher Breite, 21° 53’ östlicher Länge im Banater Bergland etwas abseits der alten Handelsstraßen zwischen dem Pannonischen Becken und dem unteren Donauraum, die entlang der Donau oder über die „porta orientalis“ führen.

Topographie

Reschitza befindet sich im engen oberen Abschnitt des Bersautales (Bârzava) unterhalb des höchsten Gipfels (Semenik, 1.455 m) des Banater Berglands. Diese „Wasserstube“ des Banats bot mit ihrem Holzreichtum und hohen Wasserkraftaufkommen ideale Bedingungen für die damalige Montanindustrie.

Region

Reschitza ist das Zentrum des Banater Berglands und der dortigen Montanindustrie.

Staatliche und administrative Zugehörigkeit

Reschitza gehört seit 1920 zu Rumänien und wurde 1968 zur Hauptstadt des Kreises Karasch-Severin (Judeţ Caraş-Severin) bestimmt, der Teil der „Entwicklungsregion V West“ ist.

3. Geschichte und Kultur

Gebräuchliche Symbolik

Aktuelles Stadtwappen

Das Wappen Reschitzas wurde 1925 bei der Erhebung zur Stadt verliehen. Gekrönt von einer siebenzackigen Mauerkrone, weist der Schild vier Felder auf. Der obere Querbalken zeigt eine schwarze Dampflokomotive auf rotem Grund; sie symbolisiert die Blütezeit des Maschinenbaus und damit der Stadt. Darunter befinden sich zwei blaue Dreiecke. Im linken symbolisiert ein goldener Eichenzweig den Waldreichtum, im rechten eine goldene Leier das reiche Kulturleben. Sie trennt ein silberner Kegel, der für die Bodenschätze steht, mit einem roten Hochofen aus der Anfangszeit der Stadt.

Archäologische Bedeutung und Mittelalter

Auf dem Stadtgebiet gibt es wenige Fundstellen archäologischer Relikte ab der Jungsteinzeit. Bis 1769 existieren nur wenige schriftliche Zeugnisse.

Neuzeit

Das zentrale Schwerindustriegebiet Reschitzas (2003): Mitte rechts: Maschinenbauwerk; Mitte: Walzwerk; Mitte links: Hüttenwerk. [Foto: Hans-Heinrich Rieser].
Erste in Reschitza gebaute Dampflokomotive (1872) im Freilichtmuseum der Stadt (1999). [Foto: Hans-Heinrich Rieser].

Nach dem Verlust der schlesischen Eisenwerke im Ersten Schlesischen Krieg suchte der Wiener Hof Ersatz unter anderem im erzreichen Banater Bergland. Der Banater Bergrat Christoph Traugott Delius (1728-1779) schlug 1768 für neue Hochöfen den Standort Reschitza mit dessen reichen Vorräten an Holz und Wasserkraft vor, wo nach Genehmigung und Baubeginn (1769) die Hochöfen „Franziskus“ und „Josephus“ 1771 angeblasen wurden. Sie waren Grundlage eines bis in die 1980er Jahre stets aufstrebenden Konzerns der eisenschaffenden und eisenverarbeitenden Industrie, der die Grundlage für die parallele Entwicklung der Siedlung Reschitza zur Großstadt bildete.

Bis Anfang 1855 waren die „Reschitzer Werke“ Teil des k.k. Montanärars, des staatlichen Bergbau- und Schwerindustriebesitzes der Habsburgermonarchie. Parallel zu deren ständigem Ausbau wuchs die Siedlung durch den Zuzug von Fachkräften aus den habsburgischen Montangebieten, vor allem der Steiermark und der Slowakei, sowie durch rumänische Arbeitskräfte aus dem Umland. Dann verkaufte die Monarchie die Werke samt allen Hütten- und Bergwerken, großen Wald- und Landwirtschaftsflächen und vielen Siedlungen an die 1855 gegründete „K. K. Privilegierte Österreichische Staatseisenbahngesellschaft“ (StEG). Bis 1918 baute diese die Werke erheblich aus und modernisierte sie nach neuesten Standards. Sie bedienten vor allem den enormen Eisenbahnbedarf: Schienen, Räder, Radreifen und ab 1872 auch Dampflokomotiven.

Zeitgeschichte

Von 1867 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs war das Banater Montanrevier in der habsburgischen Doppelmonarchie Teil des ungarischen Komitats Krassó. 1920 wurde es mit dem Vertrag von Trianon nach Rumänien eingegliedert und bildete bis in die 1960er Jahre dessen zweitwichtigstes Industriegebiet. Die Reschitzer Werke wurden am 10. Juni 1920 in die Gesellschaft „Uzinele de Fier și Domeniile Reșița” (U.D.R.) mit mehrheitlich rumänischem Kapital überführt. Die Umstellung auf ein neues Staatsregime, die Abkoppelung von mitteleuropäischen Märkten und Entwicklungen und die Wirtschaftskrise 1931/32 bremsten die Entwicklung der Werke und der Stadt; die Zahl der Beschäftigten schwankte zwischen 23.352 (1923) und 10.700 (1933). Erst die Rüstungs-, später die Kriegskonjunktur sorgten für einen neuen Aufschwung. Ab 1939 standen die Werke als Teil der „Hermann-Göring-Werke“ unter direktem Einfluss des ‚Dritten Reichs‘. Ende 1944 erhielt die rumänische Regierung wieder die Kontrolle über das Banater Bergland. Am 15.Januar 1945 begann die Deportation der Deutschen aus Rumänien in die Sowjetunion, die in erheblichem Maße auch Reschitza betraf. Allerdings retteten rumänische Vorgesetze viele Banater davor, indem sie zu unabkömmlichen Fachkräften für die Kriegsproduktion erklärt wurden.

Reschitza (1992): im Vordergrund das neue sozialistische Zentrum, dahinter die Schwerindustrie. [Foto: Hans-Heinrich Rieser].

Im Zuge der Verstaatlichung der Industrien Rumäniens am 10./11. Juni 1948 wurden die Reschitzer Werke von den übrigen Werken, ihrem Grundbesitz und den Siedlungen getrennt. Als Schwerindustrieeinheiten wurden sie stark gefördert, ihre Kapazitäten und Mitarbeiterzahl erhöht. Damit wuchs die Stadt erheblich. In den 1960er Jahren entstand ein erstes Wohnblockviertel. Anfang der 1970er Jahre wurde hier eines der wenigen „sozialistischen Stadtzentren“ in Rumänien verwirklicht. Hierfür und für ein Warmwalzwerk wurden über 300 ältere Wohnhäuser abgebrochen. Als Ersatz baute man ein neues Stadtviertel mit 1.200 Blockwohnungen.

1989 war Reschitza mit 110.900 Einwohnern eine Großstadt; die Schwerindustriekombinate hatten knapp 30.000 Mitarbeiter. Nach dem Umbruch von 1989 verloren die Werke ihre politisch motivierte Förderung und erlebten einen dramatischen Niedergang. Die Stadt verlor fast ein Drittel ihrer Einwohner und stürzte aus einer bevorzugten Stellung in die Rolle eines Armenhauses der Region.

Verwaltung

Das Munizipium Reschitza wird von einem gewählten Stadtrat regiert und von einem direkt gewählten Bürgermeister repräsentiert und verwaltet.

Bevölkerung

1716/18 war das Banat stark entvölkert. Vor 1771 gab es ein rumänisches Dorf (1717: 250, 1771: 750 Einwohner).[1] Seit der Ansiedlung der „Eisenwerke Röschitz“ mit der Siedlung Deutsch-Reschitza stieg die Einwohnerzahl durch Zuzug von Arbeitern aus der Umgebung und von Facharbeitern aus den Habsburger Montanrevieren kontinuierlich. Schübe gab es vom Einstieg der StEG bis in die „Gründerzeit“ (von 2.772 [1848][2] auf 18.264 Einwohner [1910][3]) und durch die sozialistische Industrialisierung zwischen 1948 und 1990 (von etwa 25.000 auf 110.900 Einwohner). Eine kurze Stagnationsphase erlebte Reschitza nach dem Ersten Weltkrieg. Seit Beginn der 1990er Jahre sinkt die Einwohnerzahl parallel zum Niedergang der Werke rapide; 2011 betrug sie noch 73.282.

Entwicklung der Gesamtbevölkerung und der Zahl der Beschäftigten in den Montanwerken in Reschitza[4]
JahrGesamtbevölkerungBeschäftigte Montanwerke
18716.3023.081
189112.8193.797
193025.3076.445
195647.30515.510
196663.302117.085
197067.980

23.610

Die beiden Teile Reschitzas blieben bis 1871 getrennt, aber auch danach dominierten Rumänen im kleineren alten Teil, während der neue vor allem Deutsche und Slowaken beherbergte. Die Anforderungen der Werke bestimmten auch die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung: Rumänen stellten die große Mehrheit des Banater Berglands. Sie besetzten vorwiegend die Wald-, Holz-, Köhler- und Transportgewerbe für die Montanindustrie, später auch Arbeitsplätze in Hütten- und Bergwerken. Deutsche wurden bis 1918 kontinuierlich als Fachkräfte angeworben, ebenso Slowaken. Ungarn kamen als Händler, später auch als Verwaltungs- und Fachkräfte. Viele Roma lebten von der Goldwäsche an den Flüssen oder widmeten sich der Blechbearbeitung.

In der Gesamtstadt behielten die Deutschen bis zum Zweiten Weltkrieg die relative Mehrheit. An zweiter Stelle kam die große, schnell wachsende Gruppe der Rumänen und danach die deutlich kleineren Gruppen der Ungarn, Slowaken und Roma. Nach dem Zweiten Weltkrieg schrumpfte die Zahl der Deutschen durch Kriegsteilnahme, Deportation und Abwanderung deutlich. Sie erholte sich aber durch Rückkehr und Zuzug wieder und blieb bis in die 1970er Jahre relativ stabil bei rund 10.000. Danach sank sie, gemessen an anderen deutschen Siedlungsgebieten in Rumänien, bis Mitte der 1990er Jahre relativ langsam ab. Erst als in den Werken kaum noch Arbeit zu finden war, erhöhte sich die Abwanderung auch hier.

Die Zahl der Rumänen nahm nach 1945 durch den Ausbau der Fabriken weiterhin schnell zu, sie stellen über 80 % der Bevölkerung. Die Zahl der Ungarn stagnierte in der Nachkriegszeit bei etwa 4.000 Personen, andere Minderheiten nahmen leicht ab, die Zahl der Roma erhöhte sich. Von der Bevölkerungsabnahme seit der Wende sind die Minderheiten stärker betroffen, sie nahmen alle deutlich, manche drastisch ab. Dennoch stellen sie seit 1992 rund 20% der Bevölkerung Reschitzas.

Entwicklung der Nationalitäten in Reschitza[5]
Jahr1891193019561966197719922011
Gesamtbevölke­rung12.81925.30747.30563.30284.78696.91873.282
Rumänen2.58210.02331.35546.49667.38883.30759.832
Ungarn8682.2173.6374.1454.5224.0481.553
Deutsche7.42511.4889.71610.3549.6505.3221.255
Roma-4635402841.0071.9441.043
Ukrainer271820103254538231
"Jugoslawen"[6] 32823196039851.240636
Russen-45573750227
Juden-30116682913623
Slowaken93145036224415716959
Türken-145327
Bulgaren-213644403813
Tschechen--93079256221074
Griechen-336743
Polen-4264503594
andere Ethnien9541128153352955

Wirtschaft

Reschitza (1999): Blick durch die Arbeiterwohnstraße Strada Furnalelor (Hochöfenstraße) auf den noch bestehenden Hochofen. [Foto: Hans-HeinrichRieser].

Reschitza ist eine typische Montanstadt. Seine Entstehung und Entwicklung verdankt es der Eisenverhüttung mit ihrer umfangreichen Palette an vor- und nachgelagerten Zuliefer- und Verarbeitungsbetrieben. Bei der Montanwirtschaft erreichte Reschitza eine überragende Bedeutung für die Habsburgermonarchie und für ganz Südosteuropa, hier bis in die 1960er Jahre.

Nach 1989 waren die bisher abgeschotteten Werke nicht weltmarktfähig und fielen sehr schnell zurück; 1992 erlosch nach 220 Jahren das Feuer unter den Hochöfen. Stahl- und Walzwerk arbeiten heute für einen russischen Konzern. Mit den Werken schrumpften die meist damit verflochtenen anderen Wirtschaftszweige. Obwohl das Hütten- und das Maschinenbauwerk heute nur noch rund ein Drittel ihrer früheren Stärke haben, sind sie nach wie vor Kern der städtischen Wirtschaft. Davon unabhängige Branchen konnten kaum Fuß fassen, weshalb die wirtschaftliche Lage der Stadt weiterhin schwierig ist.

Religions- und Kirchengeschichte

Wie in den meisten Montangebieten ist in Reschitza eine ausgeprägte Volksfrömmigkeit zu beobachten. Sie findet Ausdruck in zahlreichen Kirchen und deren Erhalt auch unter kommunistischer Herrschaft. Besonders kam sie zum Vorschein, als die örtliche Parteiführung entschied, die orthodoxe Barockkirche Rumänisch-Reschitzas Anfang der 1970er Jahre nicht dem neuen sozialistischen Stadtzentrum zu opfern, und sie hinter die Wohnblocks verschob.

Die große Mehrheit der Bevölkerung ist rumänisch-orthodox (Volkszählung 2011: 84,6 %), gefolgt von einer kleinen Gruppe römisch-katholischer Bürger (6,6 %). Protestanten spielen nur eine geringe Rolle; dagegen erlebten die bis 1989 verbotenen Pfingstler und Baptisten mit je etwa 1.500 Gläubigen einen starken Zulauf.

Reschitza (1999): neues Zentrum mit verschobener rumänisch-orthodoxer Barockkirche unter der Kalksteinseilbahn. [Foto: Hans-Heinrich Rieser].
Reschitza (1995): Hochofen; links im Vordergrund die neue rumänisch-orthodoxe Kirche. [Foto: Hans-Heinrich Rieser].

Besondere kulturelle Institutionen

Das 1927 errichtete „Kulturhaus“ der Arbeiter ist der zentrale Veranstaltungsort für Versammlungen, Konzerte, Theateraufführungen.

Im „Museum des Banater Berglands“ wird die Entwicklung der Region erforscht und dargestellt. Bedeutend sind die technischen Denkmale der Stadt: ein Dampflokomotiven-Freilichtmuseum mit 16 Typen aus Reschitzaer Produktion, darunter die erste dort gebaute Lok (1872); ferner das Wasserkraftwerk „Grebla“ (1905). Viele Elemente der Industriekultur werden noch gar nicht als Denkmale erkannt.

Bildung und Wissenschaft

Das Schulwesen umfasst heute Einrichtungen aller Stufen, darunter mehrere Gymnasien.

Besondere Bedeutung hatte in Reschitza immer die berufliche Ausbildung, die in den Betrieben in der mitteleuropäischen Form der dualen Ausbildung erfolgte – bis 1973. Nach 1948 kamen Fach-, dann Fachhochschulen (1972) für die Schwerindustrie hinzu. 1992 entstand daraus die „Eftimie-Murgu-Universität“ mit einer großen technischen Fakultät.

Alltagskultur

Der Alltag der Menschen in Reschitza war und ist auf die Arbeit in der Schwerindustrie ausgerichtet. Die Fach- und Werkssprache blieb über lange Zeit Deutsch, in manchen Abteilungen bis nach 1945. Bis heute finden sich viele deutsche Fachbegriffe und Alltagsworte im Rumänisch der Reschitzaer.[7] In den Fabriken spielt die sprachliche, ethnische und religiöse Vielfalt der Region praktisch keine Rolle.

Arbeiterbewegung

Als eines der größten Industriezentren der Habsburgermonarchie und Südosteuropas war Reschitza auch ein Zentrum der Arbeiterbewegung. Von der Gründung an gab es die „Bruderlade“; es galt die „Maximilianische Bergordnung“, die neben den Pflichten auch die Rechte der Beschäftigten regelte. Durch die StEG wurden 1855 moderne Regeln eingeführt, zum Teil aber Arbeiterrechte auch beschnitten. Daher gründete die Arbeiterschaft 1861 den „Arbeiterhilfsverein“ und 1868 eine Filiale des „Allgemeinen Arbeitervereins“. Nach mitteleuropäischem Vorbild rief man kulturelle Vereinigungen für die Arbeiterschaft ins Leben: 1868 einen „Gesangsverein“, 1876 einen „Arbeiterbildungsverein“ und 1881 einen „Allgemeinen Leseverein“; auch diese dienten  der Stärkung und gleichzeitig der Verschleierung der Arbeiterbewegung. Aus den Streiks der 1890er Jahre entstanden Gewerkschaften: am 14.4.1900 der „Allgemeine Arbeiter-Gewerkverein“ und am 13.12.1903 die „Reschitzaer Metallarbeitergewerkschaft“. Bis in die Zwischenkriegszeit war die Versammlungs- und Veröffentlichungssprache der Reschitzaer Arbeiterbewegung Deutsch.

Architektur

In der Industriestadt Reschitza erfolgten ein steter Wandel und eine schnelle Anpassung der Bausubstanz an die wirtschaftlichen und technischen Notwendigkeiten der Schwerindustrie. Dadurch sind wenige Relikte der frühen Industriearchitektur übrig geblieben. Bemerkenswert ist das „Universal“-Kaufhaus im Stil des Kubismus der 1920er Jahre. Für Rumänien eine Besonderheit ist das „sozialistische Stadtzentrum“, wie es in ähnlich ‚klassischer‘ Ausführung nur in sehr wenigen Orten im Lande verwirklicht wurde.

Theater und Musik

Theater- und Konzertaufführungen fanden meist im Rahmen der Arbeiterorganisationen statt. Feste eigene Institutionen gab es hierfür nicht. Interessierte organisierten sich in „Zirkeln“, es gab eine „Philharmonische Vereinigung“.

Druckwesen

Ab 1868 gab es die Zeitung Bersau, ab 1887 die Resiczaer Zeitung, beides lokale, auf die Arbeiterschaft ausgerichtete Blätter. Heute erscheint die rumänische Lokalzeitung Timpul.

Gedächtnis- und Erinnerungskultur

Im zentralen Park in Reschitza steht ein Denkmal für die Russlanddeportierten, derer jährlich am 15. Januar gedacht wird.

4. Diskurse/Kontroversen

Gelegentlich wird eine Trennung der im Banater Bergland konzentrierten, von Bergbau und Industrie geprägten „Berglanddeutschen“ und den eher bäuerlich geprägten „Banater Schwaben“ der Ebene herausgestellt, die allerdings in wissenschaftlichen Publikationen nicht expliziert wird.

5. Bibliographische Hinweise

Literatur

  • Julius Baumann: Geschichte der Banater Berglanddeutschen Volksgruppe. Wien 1989 (Eckart-Schriften 109).
  • Douasutedouazecişicinci (225) de ani de siderurgie la Reşiţa. Schiţă monografică (1771-1996) [Zweihundertfünfundzwanzig Jahre Hüttenwerke in Reschitza (1771-1996)]. Reşiţa 1996.
  • Rudolf Gräf: Domeniul Banaţean al StEG – 1855-1920 [Die Banater Domäne der StEG -1855-1920]. Reşiţa 1997.
  • Dan Perianu: Istoria Uzinelor din Reşiţa – 1771-1996 [Geschichte der Werke in Reschitza – 1771-1996]. Reşiţa 1996.
  • Hans-Heinrich Rieser: Das rumänische Banat - eine multikulturelle Region im Umbruch. Stuttgart 2001 (Schriftenreihe des Instituts für Donauschwäbische Geschichte und Landeskunde 10).
  • V. Sencu, I. Bacanaru: Judeţul Caraş-Severin [Kreis Karasch-Severin]. Bucureşti 1976 (Judeţele Patriei [Institutul de Geografie]).

Anmerkungen

[1] Douasutedouazecişicinci (225) de ani de siderurgie la Reşiţa. [Zweihundertfünfundzwanzig Jahre Hüttenwerke in Reschitza], S. 25.

[2] Douasutedouazecişicinci (225) de ani de siderurgie la Reşiţa. [Zweihundertfünfundzwanzig Jahre Hüttenwerke in Reschitza], S. 25.

[3] Gräf: Domeniul Banaţean [Die Banater Domäne], S. 244.

[4] Quelle: Douasutedouazecişicinci (225) de ani de siderurgie la Reşiţa [Zweihundertfünfundzwanzig Jahre Hüttenwerke in Reschitza], S. 81ff.

[5] Quelle: 1891: Gräf: Domeniul Banaţean [Die Banater Domäne], S. 247f. Die Daten für die Jahre von 1930 bis 1992 stammen aus der offiziellen Verlautbarung der Ergebnisse der Volkszählung von 1992 durch das rumänische Statistikamt; die für 2011 aus der entsprechenden Verlautbarung. http://www.recensamantromania.ro/ (Abruf: 24.06.2014).

[6] Serben, Kroaten, Slowenen (1992 werden die Slowenen unter „andere Nationalitäten“ geführt).

[7] „Der Zug kommt!“ heißt beispielsweise im Rumänischen „Vine trenul!“, aber in Reschitza hört man „Vine ţugul!“ (ţ=z).

Zitation

Hans-Heinrich Rieser: Reschitza/Reşiţa. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2014. URL: ome-lexikon.uni-oldenburg.de/p32232 (Stand 16.10.2014).

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