Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur OLFOKI

Archiv: Ausstellungen und Tagungen ab 2007

2016 Augen-Blick. Orientierung in erzählten und realen Räumen

2015 Symposium "farb-klang-reim-rhythmus"

2014 Der Erste Weltkrieg in der Kinder- und Jugendliteratur

2013 Das andere Du. Phänomene des Fremden in Sachbüchern der KJL

2012 Wie schon fern ich bin. Afrikabilder inder Kinder- und Jugendliteratur

2011 SchWellengänge. Unheimliche Begegnungen in der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur

2010 Comics made in Germany

2009 Wendezeiten. Mauerfall und Deutsche Einheit in der Kinder- und Jugendliteratur

2008 Achtung Schule! Bilder von Bildungseinrichtungen in der neueren Kinder- und Jugendliteratur

2007 Verborgene Kindheiten. Emotionale und soziale Probleme in der Kinderliteratur

Augen-Blick. Orientierung in erzählten und realen Welten (2016)

06.11.-15.11.2016 in der Artothek, Peterstr.1
Täglich 10.00-18.00 Uhr

Nichts hat sich in der Kinderliteratur so dynamisch entwickelt wie die Illustration, die heute mit einer großen künstlerischen Vielfalt auf höchst unterschiedliche Weise auch sehr eigenständig zu erzählen vermag. Das wirft die Frage nach Umgang mit dieser Vielfalt auf. Wie orientieren wir uns eigentlich in diesen Bilderwelten? Die Ausstellung Augen-Blick. Orientierung in erzählten und realen Welten nähert sich möglichen Orientierungsstrategien auf unterschiedliche Weise.

Das Wimmelbilderbuch wurde bereits 1968 mit Rundherum in meiner Stadt von Ali Mitgutsch eingeführt und erfreut sich bis heute ungebrochener Beliebtheit. Studierende der Carl von Ossietzky Universität haben mit Dozent Thomas Robbers eine raumhohe Version mit vielen Szenen, die von ihren Erfahrungen mit dem Oldenburger Radverkehr erzählen, geschaffen. Orientierung kann hier auf unterschiedliche Weise erfahren werden, denn nicht nur die Vielfalt der Szenen, sondern auch die Größe des Formats lassen Übersicht nicht sofort zu. QR-Codes, mit denen durch Scanner und Smartphones kleine Video-Clips öffnen lassen, bieten zudem überraschende Möglichkeiten der filmischen Weitererzählung. Jeder Betrachter und jede Betrachterin muss sich fragen: Wo fange ich an, und wie verknüpfe ich die Szenen? Welche Clips wähle ich aus – oder will ich alle ansehen?

Andere visuelle Erzählweisen arbeiten dagegen explizit mit der Lenkung des Blicks. Das gilt für alle sequentiellen Erzählungen, etwa den Comic, aber ganz besonders für das Daumenkino. Das Daumenkino ist so alt wie die Sehnsucht nach bewegten Bildern selbst, verwiesen sei hier auf die laterna magica oder die Wundertrommel aus dem 18., bzw. 19. Jahrhundert. Die Ausstellung will mit Daumenkinos, die von Studierenden unter Anleitung der Dozentin Sabine Wallach nach aktuellen Bilderbüchern entwickelt wurden, die Lenkung des Blicks für die Betrachter nicht nur durch das Abblättern der Seiten, sondern auch durch künstlerische Mittel der Schärfe oder Unschärfe, durch die Perspektive, durch Kontrastsetzungen oder durch Stanzungen bewusst nachvollziehbar machen. wie seine gezielte Lenkung mit Daumenkinos (z. B. durch Zoom, Kamerabewegung), die Studierende unter Anleitung von Sabine Wallach auf Grundlage aktueller Bilderbücher entwickelt haben

Wie Kinder sich in einer unbekannten Umgebung orientieren, stand bei einem Besuch zweier Grundschulklassen im Botanischen Garten in Oldenburg, Philosophenweg,im Mittelpunkt einer Lehrveranstaltung der Dozenten PD Dr. Ines Oldenburg (Wissenschaftliche Direktorin der AG Sachunterricht, Institut für Pädagogik der Uni Oldenburg) und Dr. Klaus Bernhard von Hagen (Kurator des Botanischen Gartens und Lehrender in der Biologie). Aufgabe der beobachtenden Studenten war es, aus den dabei auftretenden Problemen kindgerechte Lösungen für eine eigenständige Orientierung im Botanischen Garten zu finden. Dazu wurden verschiedene Lösungen entwickelt, z.B. aufklappbare, fühlbare, einfacher aufgebaute oder zerknüllbare Orientierungspläne. Eine Auswahl der dabei entstandenen neuartigen Pläne werden in der Ausstellung gezeigt.

In einem zweiten Teil der Lehrveranstaltung sollten die verschiedene Möglichkeiten, die für Orientierung nutzbar sind (z.B. Magnet-, Tast-, Zeitsinn...), in tatsächliche Spielerlebnisse umgewandelt werden. Besucher werden also einige interaktive Objekte mit ungewöhnlichen Spielideen in der Begleitausstellung ausprobieren dürfen.

Eine Buchausstellung lädt ein, in aktuellen Bilderbüchern zu stöbern, die experimentelle Konzepte des Sehens und Wahrnehmens entwickelt haben. 

Eröffnungsvortrag

06.11.2016 um 11.15 Uhr in der Kinder- und Jugendbibliothek, Peterstr. 1

Prof. Dr. Martin Greschner, Neurobiologe, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Die Welt im Auge des Betrachters
Anstatt die Welt zu sehen, wie sie tatsächlich ist, konstruiert der Mensch seine Wirklichkeit.

 

08.11.2010, um 19.00 Uhr in der Kinder- und Jugendbibliothek Peterstr. 1

Prof. Dr. Bettina Uhlig, Kunstdidaktikerin, Uni Hildesheim

DA, DA und DA.
Zum Zusammenhang von Imaginationsprofil und Bildkonzept bei der Betrachtung und Gestaltung von unübersichtlichen Bildern.

 

10.11.2010, um 19.00 Uhr in der Kinder- und Jugendbibliothek, Peterstr. 1

Prof. Dr. Jens Thiele, Münster

Der unheimliche Raum. Zur Fremdheit des Vertrauten im Bilderbuch
Dem Bilderbuch ist das Unheimliche traditionell fremd. Erst mit der Wahrnehmung der kindlichen Psyche rückten auch Momente des Schreckens und der Verunsicherung ins Blickfeld der Bilderbuchkultur.

farb-klang-reim-rhythmus (2015)

farbe-klang-reim-rhythmus lautet der Titel eines interdisziplinären Symposiums, zu dem die Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur im Rahmen der KIBUM vom 12.-14.11. 2015 einlädt. Vom Bilderbuch ausgehend werden die ästhetischen Schnittstellen zwischen Musik, Literatur und Illustration von Referentinnen und Referenten unterschiedlicher Disziplinen genauer in den Blick genommen. Ziel ist es, den Stellenwert von Musik im Bilderbuch interdisziplinär zu beleuchten und mit diesem ungewohnten Blick neue Zugänge zur Bilderbuchforschung aus musikalischer Perspektive zu eröffnen.
Dafür wurden unterschiedliche Künstler und Künstlerinnen, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aufgefordert, ihre persönliche bzw. fachliche, unter Umständen und auch ganz bewusst fachfremde Sicht auf Musik im Bilderbuch und seinen angrenzenden Medien darzustellen.Thematisch kreisen die Bilderbücher um unterschiedliche Themenfelder, wie z.B. Geräusch und Geräuschkulisse, Bild – Ton – Bewegung, Schrift und Klang sowie Farbklänge und Klangfarben, die direkt oder auch eher indirekt auf Musik verweisen.

Kontakt: mareile.oetken@uni-oldenburg

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Der Erste Weltkrieg in Kinder- und Jugendbüchern (2014)

Zur Kinder- und Jugendbuchmesse KIBUM 2014 gab es wieder eine Begleitausstellung und Vorträge der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Die Ausstellung trug den Titel „Das Kinderbuch erklärt den Krieg. Der Erste Weltkrieg in Kinder- und Jugendbüchern“ und wurde am 16. November in der Artothek Oldenburg, Peterstraße 1, eröffnet. Zu sehen war sie bis zum 25. November täglich von 10 bis 18 Uhr. Zur Eröffnung sprachen Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Prof. Dr. Gunilla Budde, Vizepräsidentin der Universität.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem „Krieg im Kinderbuch“ ist eines der zentralen Forschungsthemen im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur. Ziel der Ausstellung war es, die ideologische Kriegsvorbereitung durch das Kinderbuch deutlich zu machen, die das Denken ganzer Generationen beeinflusst hat. Deshalb beschränkte sich die Ausstellung nicht allein auf Kinder- und Jugendbücher aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, sondern bezog auch Vorläufer mit militaristischen und nationalistischen Darstellungen seit 1870 ein und zeigte die Fortsetzung von Kriegsverherrlichung und Nationalismus in Büchern der Weimarer Republik bis zum Beginn des Nationalsozialismus. Zugleich wies die Ausstellung aber auch auf Gegentendenzen hin und  präsentierte einige Bücher, die, sogar mitten im Krieg, zu Nächstenliebe, Toleranz und Völkerverständigung aufrufen.

Die Ausstellung stellte charakteristische Beispiele aus Deutschland und Österreich vor, ergänzt durch Kinderbücher aus Großbritannien, Frankreich, Russland und Italien. Damit zeigte sie die europäische Dimension der Kriegspropaganda und veranschaulichte zugleich die Spezifika in den einzelnen Ländern. Neben circa 120 Büchern waren auch Bilderbogen, Illustrationen und zeitgenössische Spiele zu sehen.

Es handelte sich um eine Ausstellung der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz im Rahmen des föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Kooperation mit dem Kinderbuchmuseum Troisdorf.

Das andere Du.
Phänomene des Fremden in Kinder- und Jugendliteratur (2013)

 

In Sachbüchern werden Erfahrungen von und mit Fremdheit vorwiegend als Ergebnis eines Veränderungsprozesses oder als Markierung des Anderen gezeigt. Studierende der Fächer Sachunterricht, Kunst und Germanistik haben sich mit den Lehrenden auf unterschiedlichen Wegen dem Fremden in seinen vielfältigen Erscheinungsformen genähert.

Sachcomics

Studierende arbeiteten mit Schülerinnen und Schülern der zweiten Klassen an der Grundschule Haarentor/Oldenburg zum Thema "AnderBildsein-Fremdsein" unter der Leitung von Dr. Ines Oldenburg (Institut für Pädagogik) und Thomas Robbers (Institut für Kunst und Visuelle Kultur). Die Schülerinnen und Schüler gaben als Autorinnen und Autoren den Studierenden die bildnerische Gestaltung ihrer Geschichten in Form eines 'Storyboards' vor. Als Dokumentation entstanden Bildsequenzen und Sachcomics.

Schauobjekte

12 Kunststudentinnen und -studenten haben sich mit der Entstehung von Urteilen und Vorurteilen in historischen und aktuellen Bildern und Diskussionen in Printmedien, Internet, Populärkultur beschäftigt (Leitung: Sabine Wallach, Institut für Kunst und Visuelle Kultur). Entstanden sind in der offenen subjektiven Auseinandersetzung mit dem Fremden stimmungsvolle, manchmal verschlüsselte Räume und Installationen, die auffordern genau hin zu schauen, zu spielen und zu enträtseln.


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Zur Sache: Bücher

Eine Präsentation von historischen und aktuellen Sachbüchern zeigt die Inszenierung fremder Orte, Dinge und Figuren oft in Abgrenzung zum Eigenen (Leitung: Dr. Mareile Oetken, Koordinatorin KJL).

Prof. Dr. Astrid Kaiser (Pädagogik) zeigt ein mit einer Seminargruppe verfasstes Kinderbuch zum kulturellen Erbe des Wassernomandenstamms der Yagan (Chile) aus der Sicht heutiger Kinder dieses Kulturkreises.

Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erschienen.

Fotogalerie der Kibum 2013

Wie schön fern ich bin.
Afrikabilder in der Kinder- und Jugendliteratur (2012)

Vom 16. bis 17. November 2012

Eine Tagung der Oldenburger Forschungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur zur Kibum.
Leitung: Ute Dettmar, Mareile Oetken und Iris Winkler

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Poetikvorlesungen zur Kinder- und Jugendliteratur 2012
Der Berliner Zeichner Flix wird am 29.10. und 01.11. 12 mit seinen Überlegungen zu Comic und Literatur die Poetikvorlesungen in diesem Jahr abschließen.

 

Die Vorlesungen sind öffentlich und kostenlos.

SchWellengänge.
Unheimliche Begegnungen in der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur (2011)

BildMit einer künstlerisch-literaturwissenschaftlichen Ausstellung begleitet die Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur (OlFoKi) der Universität Oldenburg die diesjährige "fantastische KIBUM". "SchWellengänge" haben Studierende und Lehrende der Fächer Germanistik sowie Kunst und Medien ihre Ausstellung genannt, die am Sonntag, 6. November, 11.15 Uhr, in den Räumen der Artothek, Peterstraße 1, eröffnet wird. Den Eröffnungsvortrag "Heißgeliebt und scharf verurteilt. Fantasy im Streit der Meinungen" hält der Frankfurter Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Hans Heino Ewers. Die Ausstellung ist vom 7. bis 15. November, jeweils 9.00 bis 18.00 Uhr, zu sehen. Der Eintritt zur Ausstellung sowie zu den Vorführungen und Vorträgen ist frei.

Im Mittelpunkt der Ausstellung "SchWellengänge" stehen die spannungsvollen und eher dunklen Seiten der Fantastik. Die Begegnung mit den populären Mythen, tradierten Motiven, Figuren und Bildern des Genres und seiner Medienadaptionen zielt auf die Lust - manchmal auch die Angstlust - an der Begegnung mit Anderswelten, ihren phantastischen Erscheinungen und zwielichtigen Gestalten. Die oft bild- wie sprachgewaltigen literarischen Inszenierungen werden auf unterschiedlichen Ebenen erfahrbar. Die Ausstellung "SchWellengänge" gliedert sich in:

"BildschWellen": Mit bildkünstlerischen Mitteln und Stopmotion-Filmverfahren gestalten Studierende unter Anleitung des Dozenten Thomas Robbers ihre eigene Auseinandersetzung mit der Ästhetik der Fantastik, mit den Motiven, Figuren und Handlungsschemata literarischer Vorlagen.

"BühnenschWellen": Die besondere Magie von Papiertheaterbühnen verbindet sich in den studentischen Inszenierungen mit den fantastischen Stoffen unter Anleitung der Dozentin Sabine Wallach. Die Bühnen zu insgesamt sechs dramatischen Bearbeitungen bekannter kinderliterarischer Vorlagen sind im Ausstellungsraum aufgebaut. Am Sonntag, 13. November, 16.00 bis 18.00 Uhr, werden die Stücke aufgeführt.

"HörschWellen": Die Konzentration des gesprochenen Wortes hat einen eigenen Zauber. Studierende haben in Zusammenarbeit mit dem Dozenten Uwe Schwagmeier Textpassagen eingesprochen, in denen die oft unheimliche Begegnung mit dem Fantastischen inszeniert wird.

"FilmschWellen": Der plötzliche Einbruch des Fantastischen, sei es als Vampir, Werwolf, Zombie, Mumie oder als Produkt wissenschaftlichen Wahns, leitet die Auswahl der Filmausschnitte. Sie machen deutlich, wie die bekannten Motive des fantastischen Films bis heute - auch in kinder- und jugendliterarischen Verfilmungen - tradiert und modifiziert werden. Die Filmcollage gestalteten Studierende und Uwe Schwagmeier.

"BuchschWellen": Die Ikonen der fantastischen Literatur, die Bücher, sind in Vitrinen zu sehen, ein großer Teil steht aber auch zur eigenen Lektüre zur Verfügung. Literaturhistorische Meilensteine wie E.T.A. Hoffmanns "Nussknacker und Mäusekönig" und Theodor Storms "Der kleine Häwelmann" werden sowohl als Reprint der Originalausgaben als auch in unterschiedlichen aktuellen Bilderbuchbearbeitungen präsentiert. Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich literarischen Figuren wie Zombie, Werwolf oder Vampir in Büchern, aber auch in Form von populären Alltagsgegenständen. Sie machen deutlich, wie sehr die Figurenwelt der Fantastik in unsere Lebenswelt eingedrungen und insbesondere Bestandteil der Kinder- und Jugendkultur geworden ist.

"RedeschWellen": Der Drehbuchautor und Dramaturg für Kino- und Fernsehfilme Dr. Werner C. Barg setzt sich am Dienstag, 8. November, 19.00 Uhr, in seinem Vortrag "Wo die wilden Kerle wohnen - Funktion des Düsteren in phantastischen Kinder- und Jugendfilmen" mit den verschiedenen Funktion des Düsteren in fantastischen Filmen für Kinder und Jugendliche auseinander.

In enger Zusammenarbeit zwischen der Stadtbibliothek und der Oldenburger Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur ist zudem die Lesereihe "Magie! Fantasy-Literatur" entstanden. Namhafte Autoren der Fantasy lesen aus ihren aktuellen Werken - speziell für Jugendliche.

Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erschienen.

Mareile Oetken

Bild

Fotogalerie

Comics made in Germany. 60 Jahre Comics aus Deutschland (2010)

Eine Ausstellung in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt  und des Instituts für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität Frankfurt a.M. wird im Rahmen der Oldenburger KIBUM 2010 in der Artothek, Peterstr. 1, gezeigt.

Für die Gestaltung im Rahmen der KIBUM haben Studierende der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit dem Berliner Comic-Künstler MAWIL eigene Comics gezeichnet, die eine Vielfalt an erzählerischen, thematischen und künstlerischen Konzepten aus studentischer Sicht aufzeigen.

Deutschland, so heißt es, sei ein Comic-Importland. Tatsächlich handelt es sich bei den allermeisten der seit Ende des 2. Weltkriegs in deutscher Sprache verbreiteten Hefte, Broschüren und Bücher dieser Gattung um Lizenzproduktionen amerikanischer, westeuropäischer und in jüngster Zeit auch japanischer und koreanischer Verlage. Dass auch deutsche Autoren und Zeichner im Lauf der vergangenen sechs Jahrzehnte eine Vielzahl interessanter, teilweise weit verbreiteter Werke vorgestellt haben, tritt dabei allzu oft in den Hintergrund. Bei näherem Hinsehen eröffnet sich ein Blick auf eine bemerkenswerte Produktion; sie reicht von den Pionieren der Bildgeschichte Ende der 40er Jahre bis hin zu den jungen deutschen Mangaka in der Gegenwart, die Geschichten in der Manier des japanischen Comic schreiben und zeichnen.

"Bilder voller Abenteuer" versprach Ende des Jahres 1947 der Düsseldorfer Verlag Hartmann und Co. beim Start einer neuen Heftreihe: Mit der heute so gut wie vergessenen realistischen Detektivgeschichte Bumm macht das Rennen von Klaus Pielert kam das erste Comic-Heft aus deutscher Produktion an die Kioske. Die Ausstellung in der Deutschen Nationalbibliothek nimmt dieses Debüt zum Anlass für einen Rückblick auf Stoffe und Stile, Helden und Serien, Erfolge und Kuriositäten aus 60 Jahren Comics 'Made in Germany'. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Bücher, Taschenbücher; Alben und Hefte unterschiedlicher Formate aus den Sammlungen der Deutschen Nationalbibliothek und des Instituts für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Nicht wenige der älteren Publikationen unter diesen werden heute am Sammlermarkt zu hohen Preisen gehandelt.

Die Ausstellung verfolgt die Entwicklung der Comics in Deutschland über verschiedene Phasen, Phänomene und Strömungen hinweg bis in die Gegenwart. Vorgestellt werden sowohl die prägenden Autoren und erfolgreichen Reihen als auch manche der weniger erfolgreichen und vielfach wieder in Vergessenheit geratenen Werke und Serien. Dabei fällt der Blick auch auf die Comics der APO-Generation von 1968, wie Alfred von Meysenbugs Super-Mädchen und andere ebenso wie auf den Niederschlag der Jugend- und Alternativkultur, vertreten etwa durch das Werk Gerhard Seyfrieds oder Brösels Motorradfreak Werner. Und dass Comics von Frankfurter Autoren und Zeichnern, angefangen von Cefischers legendärem Oskar, der Familienvater (seit 1950) bis hin zu den Satirikern der 'Neuen Frankfurter Schule', angeführt von Robert Gernhardt, Hans Traxler und F.K. Waechter, einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der Gattung geliefert haben, wird in einer eigenen Abteilung der Schau präsentiert.

Die Begleitpublikation enthält einen ausführlichen einführenden Beitrag zur Geschichte des Comic in Deutschland seit 1945 sowie 50 Kurzbiographien von Szenaristen und Zeichnern.

Die Ausstellung wird ergänzt von Arbeiten von Kunst-Studierenden der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die in einem Comic-Workshop mit dem Berliner Comic-Künstler Mawil gezeichnet wurden. Die Ausstellung wird ergänzt von Arbeiten von Kunst-Studierenden der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, gezeichnet in einem Comic-Workshop mit dem Comic-Künstler Mawil SoSe 2010.

Wendezeiten.
Künstlerische Interpretationen zu Mauerfall und Einheit in der Kinder-und Jugendliteratur (2009)

Aus Anlass des 20. Jahrestages des Mauerfalls hat sich die wissenschaftlich-künstlerische Ausstellung zur Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse (KIBUM) 2009 mit dem Themenschwerpunkt Wende und deutsche Einheit in der Kinder- und Jugendliteratur beschäftigt. Die Ausstellung hat mit eigenen Repräsentationen die vielfältigen literarischen und medialen Darstellungen aus Kinder- und Jugendliteratur, Adoleszenzromanen und Literaturverfilmungen zu Wende- und Nachwendeerfahrungen der jungen (p)ost/westdeutschen Generation künstlerisch reflektiert, für die das Leben im geteilten Deutschland einen relativ kurzen Teil der Biographie ausmacht oder bereits Geschichte ist.
Welche Bilder in der Kinder- und Jugendliteratur gezeichnet, welche Geschichten erzählt werden, wie Geschichte vermittelt wird - diese Fragen hat die Ausstellung beleuchten, wobei die künstlerischen Umsetzungen jeweils einzelne Aspekte dieser Kontexte aufgriffen und diese in unterschiedlichen künstlerischen Medien präsentierten.Die Ausstellung war ein interdisziplinäres Projekt, dessen literaturwissenschaftliche Perspektive von Prof. Dr. Ute Dettmar und Dr. Mareile Oetken zusammen mit Studierenden der Germanistik entwickelt wurde. Studierende des Faches Kunst und Medien zeichnten unter Leitung der Dozentin Natascha Kaßner für die Konzeption und Umsetzung der Ausstellung verantwortlich. In einem weiteren Kunstseminar, betreut von Dr. Mareile Oetken, wurden Ateliergespräche entwickelt, die als Videos in die Ausstellung eingeflossen sind.

Unter dem Titel Grenzenlos ist eine Begleitpublikation erschienen.

Ute Dettmar, Mareile Oetken

Achtung Schule!
Bilder von Bildungseinrichtungen in der neueren Kinder- und Jugendliteratur (2008)

Körperliche und seelische Gewalt an Schulen, Leistungsansprüche und Versagensängst, Anpassungsdruck, Rollenkonflikte, Ablösungs- und Entwicklungskrisen, Kämpfe um Autorität und Anerkennung, Gruppenbildung und Identitäskonstruktienen - diese aktuellen Themen sind seit über 100 Jahren literarisch etabliert, der Blick auf dieses besondere soziale System hat sich im Laufe der Zeit allerdings verändert. Mit dem Wechsel der kinder- und jugendliterarischen Standpunkte verändern sich die Sichtweisen und Darstellungsperspektiven, in Auseinandersetzung mit den sich verändernden pädagogischen Vorstellungen und sozialen Realitäten wird Schule immer wieder neu beschrieben. Die Ausstellung soll zeigen, wie sich das Bild vom Spannungsfeld Schule in der Kinder- und Jugendliteratur verändert hat und welche Bilder zwischen Realismus und Phantastik, Desillusion und Utopie gezeichnet werden.

Die Ausstellung soll in unterschiedlicher Form Einblicke in die literarirsche Schulszene ermöglichen. Schlüsselwerke liegen zur Ansicht und Lektüre aus. Textauszüge werden vergrößert gezeigt und hörbar gemacht. Buchillustrationen und Standbilder aus Verfilmungen veranschaulichen die dargestellten Konflikte. Künstlerische Installationen, die voraussichtlich mit stilisierten Schul-Requisiten arbeiten, interpretieren ausgewählt Werke.

Vier Schwerpunkte, denen jeweils bestimmte historische Stationen oder thematische Aspekte zugeordnet werden:

1 Autoritätskonflikte
2. Schule als "pädagogische Insel", als Modell
3. Konflikte zwischen Schülern
4. Innere Konflikte von Schülern

Eine Beschränkung auf bestimmte Schulstufen und Schularten ist derzeit nicht geplant. Folglich kann das Spektrum der ausgewählten Werke breit sein. Neben Kinder- und Jugendromanen können auch Bilderbücher vertreten sein, mit denen Vorschulkinder an das Konfliktfeld Schule herangeführt werden, sowie Erzählungen für das erste Lesealter. Auch Theaterstücke über Schulkonflikte mit Szenenfotos der Aufführung oder Filmstills sind als Exponate denkbar.

Zu den Schwerpunkten, Stationen und Aspekten der Ausstellung ist eine Begleitpublikation erschienen. Einige Aufsätze von Kinder- und Jugendliteratur-Experten enthalten annotierte Auswahlbibliografien der Primärliteratur.

Thomas Zabka

Verborgene Kindheiten
Emotionale und soziale Probleme in der Kinderliteratur (2007)

In Zusammenarbeit mit UNICEF, Deutschland

In der Ausstellung "Verborgene Kindheiten" werden die Defizite kindlicher Sozialisation thematisiert, die sich unmittelbar vor unserer eigenen Haustür zeigen und lange Zeit übersehen wurden: fehlende emotionale Nähe und Kontakte, mangelnde Betreuung, Einsamkeit, Ausgrenzung, Kinderarmut und Gewalt. Diese Probleme hängen oft miteinander zusammen und haben häufig Perspektivlosigkeit in Sozialisation und Bildung der Kinder zur Folge. Welche Rolle spielen kinderliterarische Texte und Bilder bei der Sichtbarmachung und Bewältigung der hier genannten kindlichen Probleme? Welche Hilfestellung bieten sie Kindern? Kinderliteratur, so die These, kann aufgrund ihres fiktionalen und symbolischen Charakters auf eine besonders intensive Weise für schwierige Themen sensibilisieren, bei betroffenen und nicht betroffenen Lesern und Betrachtern. Kinderliteratur erweist sich als ein sehr eindringliches Medium, das den Finger auf die Wunde legt, Identifikation ermöglicht und Distanz zulässt. Zu folgenden Themen werden Bilder- und Kinderbücher, Märchen und Klassiker in der Ausstellung befragt, wobei der Schwerpunkt auf der Gegenwartsliteratur liegt:

  • Einsamkeit und Ausgrenzung
  • Emotionale Vernachlässigung in unterschiedlichen sozialen Milieus
  • Gewalt und sexueller Missbrauch
  • Kinderarmut

Die Auseinandersetzung mit Problemen wie Vernachlässigung, Gewalt und Missbrauch verlangt auch den kritischen Blick zwischen Kinderlitratur und sozialen Realitäten. Daher sollen ergänzend zu einer literarischen und bildnerischen Ebene fotografische und textliche Kommentare und Dokumente zu den jeweiligen Themenbereichen geliefert werden, die das Verhälntis zwischen den fiktionalen Erzählungen und Bildern und den realen sozialen und politischen Gegebenheiten heutiger Kindheit sichtbar machen. Die drei Ebenen sollen sich zueinander spannungsvoll und widersprüchlich verhalten, um einen differenzierten und kritischen Blick auf die sensiblen Thematiken zu ermöglichen.

Die Ausstellung wird nach der Präsentation in Oldenburg auch an anderen Orten zu sehen sein (Berlin, München, Hamburg, Troisdorf).

Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erschienen.

Jens Thiele, Sabine Wallach