Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur OLFOKI

CALL FOR PAPERS

Sprache als Herausforderung – Literatur als Ziel
Sprachsensible Zugänge zur Kinder- und Jugendliteratur

Symposion der Oldenburger Forschungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur (OLFOKI) im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchmesse 2017 vom 6. bis 8. November

Sprachsensibler Fachunterricht ist seit geraumer Zeit verstärkt Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen geworden. Geschuldet ist dies der Erkenntnis, dass fachspezifische Sprachverwendung für Lernende mit und ohne Migrationshintergrund eine Hürde darstellt, an der sie ohne systematische Unterstützung beim Erwerb eines sogenannten bildungssprachlichen Registers scheitern können. Das gilt auch für ästhetische Bildungsprozesse, die im Deutschunterricht der Primar- und Sekundarstufe I häufig durch die Auseinandersetzung mit Kinder- und Jugendliteratur initiiert werden. Denn auch ästhetische Bildung ist abhängig von der Einübung in domänenspezifische Praktiken und der Beachtung spezifischer Normen der Sprachverwendung, deren Funktionen nicht selbstverständlich sind und die bisweilen nicht transparent scheinen, trotz zunehmender Sensibilität auf Seiten der Lehrenden. Es erscheint zwar eine Selbstverständlichkeit, dass fiktionale  Kinder- und Jugendliteratur einer sprachsensiblen Vermittlung von Dispositionen im Bereich des Verstehens, Erlebens und Kommunizierens bedarf; und doch bleibt bislang vage, was genau eine sprachsensible Vermittlung von Kinder- und Jugendliteratur kennzeichnet, welche sprachlichen Anforderungen die Vermittlung von Kinder- und Jugendliteratur für Lehrende wie für Lernende mit sich bringt oder in welchem Verhältnis fachsprachliche Lexik, Syntax etc. zu domänenspezifischen Denk-, Erkenntnis- und Erlebnisformen und ihrer Ausbildung stehen. Diese Herausforderungen zu dokumentieren und eine Debatte über Chancen und Wege einer sprachsensiblen Vermittlung von Kinder- und Jugendliteratur voranzutreiben, ist das Ziel des Symposions.

 

§  Mit Blick auf den Gegenstand – Texte der Kinder- und Jugendliteratur – sind Beiträge erwünscht, die exemplarisch das Potenzial von Texten und Textsorten der Kinder- und Jugendliteratur für die Entwicklung von sprachlichen und kognitiven Rezeptions- und Produktionskompetenzen (z.B. des Interpretierens, Beschreibens etc.) aufzeigen.

§  Mit Blick auf die Lernenden soll eine Auseinandersetzung darüber erfolgen, aus welchen Komponenten eine umfassende und systematische Beschreibung der Eigenart und Struktur eines ‚sprachlich-literar-ästhetischen Registers’ bestehen könnte, das das Verstehen und Kommunizieren, möglicherweise sogar das Erleben von belletristischer Kinder- und Jugendliteratur ermöglicht.

§  Mit Blick auf den Deutschunterricht sollen Herausforderungen und typische Probleme einer sprachsensiblen Vermittlung von Kinder- und Jugendliteratur dokumentiert sowie Beispiele aufgezeigt werden, in denen sprachliches und ästhetisches Lernen integrativ aufeinander bezogen sind, um beispielsweise Sprachaufmerksamkeit, Sprachbewusstheit, Sprachhandeln, Schriftsprachlichkeit etc. zu fördern.

§  Ebenfalls willkommen sind Beiträge, die am Beispiel von konkreten Texten der Kinder- und Jugendliteratur bzw. aussagekräftigen Rezeptionsdokumenten zeigen, wie mit Hilfe empirischer Methoden Zugänge zum fachlichen Sprachgebrauch der Lernenden und Lehrenden gewonnen werden können, sowie Beiträge, die in einer fachhistorischen Perspektive Konzepte wie z.B. das textnahe Lesen oder produktionsorientierte Verfahren im Lichte eines sprachsensiblen Literaturunterrichts auf ihre Anschlussfähigkeit bzw. Erweiterbarkeit hin untersuchen. Erwünscht sind also theoretische, konzeptionelle und empirische Perspektiven gleichermaßen.

 

Der Call for Papers wendet sich an Forschende unterschiedlicher Disziplinen, insbesondere der Kinder- und Jugendliteraturforschung, der Sprach- und Literaturdidaktik und der DaF/DaZ-Forschung, sowie an Lehrende an Schulen und Fachseminaren.

Bitte senden Sie bis zum 15. März 2017 ein Abstract (250 Wörter) an:

joern.brueggemann(at)uni-oldenburg.de, juliana.goschler(at)uni-oldenburg.de sowie birgit.mesch(at)uni-oldenburg.de.

 

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme am Call for Papers.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an uns:

Organisation:

Prof. Dr. Jörn Brüggemann:  joern.brueggemann@uni-oldenburg.de

Prof. Dr. Juliana Goschler:    juliana.goschler@uni-oldenburg.de

Prof. Dr. Birgit Mesch:           birgit.mesch@uni-oldenburg.de

PD Dr. Mareile Oetken:         mareile.oetken.uni-oldenburg.de

Das Symposion findet statt vom 6. bis 8. November 2017 im BIS-Saal der Universitätsbibliothek der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Uhlhornsweg 49-55, 26129 Oldenburg).

 

 

Poetikprofessur 2016

Die Musik der Sprache

Aus der Arbeit des Übersetzers und Autors Uwe-Michael Gutzschhahn 

Der Schriftsteller, Lyriker und Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn erzählt in seiner Gastvorlesung von der Bedeutung der Musik in der Sprache. Ob in seinen Kindergedichten oder in seinen Romanübersetzungen, immer geht es darum, den geeigneten Ton des Textes aufzuspüren. Beim Übersetzen heißt das, der Klangstruktur des Originals eine möglichst adäquate Stimme innerhalb des deutschen Sprachduktus zu verschaffen, dem Original in der anderen Sprache seine akustische Kraft wiederzugeben. Der Übersetzer ist somit vergleichbar dem Interpreten in der Musik, der der Originalkomposition seine individuelle Klangfarbe gibt, ohne die Komposition zu überspielen.

27.10.2016 um 14.15 Uhr im BIS-Saal,
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

 

 

 

Die Beiträge früherer Poetikvorlesungen  (Lutz van Dijk, Alexa Hennig von Lange und Andreas Steinhöfel) sind in der Schriftenreihe (Band 4) erscheinen:  

Ute Dettmar/Mareile Oetken (Hrsg.): Poetikvorlesung zur Kinder- und Jugendbuchliteratur
2009 - 2011 
ISBN 978-3-8142-2260-8, 12,80€

BIS Verlag Oldenburg