Oldenburger Fortbildungszentrum (OFZ)

Die Leitungswerkstatt

Weiterbildungsreihe für pädagogische Führungskräfte der mittleren Leitungsebene in berufsbildenden Schulen

Schuljahr 2014/15

In Zusammenarbeit mit dem Oldenburger Kompetenzzentrum der
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Welche Leitidee liegt dieser Weiterbildungsreihe zugrunde?

Zwei Grundüberzeugungen begründen die Weiterbildungsreihe „Die Leitungswerkstatt“. Beide Ideen resultieren aus der jahrelangen Begleitung von Schulen und deren Leitungskräften im Rahmen unterschiedlichster Fortbildungen und Beratungsprozesse.

1. Steigende Bedeutung der mittleren Führungsebene für Umsetzung der Schulqualität und Schulentwicklung

Neben den Schulleitungen und deren Stellvertretungen werden auch Abtei-lungsleitungen und Fach- und Bildungsgangsleitungen mit zunehmenden Leitungsaufgaben konfrontiert, die das Tätigkeitprofil dieser Lehrkräfte we-sentlich verändern. Während es für Schulleitungen im Rahmen der SLQ ent-sprechende Fortbildungen gibt, sind Leitungskräfte der mittleren Führungsebene (KoordinatorInnen, Abteilungsleitungen, Fach- und Bildungsgangsleitungen (Teamleitungen)) bislang eher auf einzelne Veranstaltungen ange-wiesen. Diese Führungsebene jedoch ist für die Umsetzung und das aktive Gestalten aktueller Herausforderungen der Schul- und Unterrichtsentwick-lung von zentraler Bedeutung! „Die Leitungswerksatt“ reagiert auf diese Diskrepanz und bietet mit den vier Modulen eine umfassende und praxisnahe Weiterbildung an, die den spezifischen Führungsherausforderungen dieser Ebenen gerecht wird.

2. Nachhaltiger Lern- und Praxistransfer durch vielseitige Lehr-/Lernarchitektur

Die zweite wesentliche Grundidee dieser Weiterbildung besteht in dem be-sonderen didaktischen Konzept, das verschiedene Lerntheorien und Beratungsansätze integriert. Die Lehr-/Lernarchitektur dieser Weiterbildung ist entstanden aus den Erfahrungen jahrelanger Bildungspraxis üblicher Fortbil-dungen. Wohl alle Teilnehmenden entsprechender Seminare kennen diesen Erfahrungshintergrund: Angeregt von einer Vielzahl guter Modelle und Ideen, inspiriert von dem Austausch und euphorisiert von der meistens sehr positiven Arbeitsatmoshäre kommen die Teilnehmenden zurück in den Alltag ihrer Schulen. Auch wenn sich manche Ideen umsetzen lassen und die Fortbildungen von dem Einzelnen als konstruktiv empfunden wurde, bleibt die kritische Frage nach einem nachhaltigen Praxistransfer häufig offen. Darauf reagiert das Konzept der „Leitungswerkstatt“, in dem die vier Präsenzphasen eingebettet sind in praktische Transferaufgaben, selbstgesteuerte Lerngruppen und dem zusätzlichen optionalen Angebot eines begleitenden Transfer- und Telefoncoaching.

Auf dieser Grundlage ist das Konzept der „Leitungswerkstatt“ entstanden, die im Schuljahr 2013/14 zum ersten Mal erfolgreich durchgeführt wurde und aufgrund der hohen Nachfrage nun erneut angeboten wird.

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Welche Zielsetzungen werden mit der „Leitungswerkstatt“ erreicht?

1. Klärung und Annahme der Leitungsrolle als Leitungskraft.

Voraussetzung jegliches Leitungshandeln mit entsprechenden Führungsin-strumenten besteht in der Klärung und Annahme der eigenen Leitungsrolle. Nicht selten ist der Begriff „Leitung“ in Schule noch negativ besetzt, häufig begründet in einem Leitungsverständnis, das eher von einem konflikthaften Gegensatz zwischen „Schulleitung“ und „Kollegium“ verstanden wird. Ein Ziel dieser Fortbildung besteht darin, ein positives und konstruktives Leitungsverständnis als Voraussetzung dafür zu entwickeln, die eigene Leitungsrolle anzunehmen. Grundlage dieses Leitungsverständnisses besteht in dem Ansatz von „Management und Leadership“, wie sie Rolf Dubs für eine geleitete Schule einfordert. Für die Leitungskräfte der mittleren Leitungsebe-ne bedeutet dieses ein bewusstes und kompetentes Umgehen mit Mehrdeu-tigkeiten der eigenen Rolle, das Aushalten, sowohl als Kollege und auch als Leitungskraft, authentisch handeln zu können. Dieses Spannungsverhältnis souverän und professionell als Leitungskraft gestalten zu können, ist ein Ziel der „Leitungswerkstatt“

2. Leitung durch kommunikative Kompetenz „non vi, sed verbum“ – „Nicht durch Gewalt, sondern durch das Wort...“

Leitung ohne direkte Vorgesetztenfunktion stellt für manche Führungskräfte der mittleren Leitungsebene eine besondere Herausforderung dar. Hier gilt es, die Lehrkräfte in Diskussionen zu überzeugen, bei Konflikten zu vermitteln und in kritischen Situationen Einzelgespräche sowohl konstruktiv als auch konfrontativ führen zu können. Das erfordert neben einem hohen Maß an sozialer und kommunikativer Kompetenz auch die Fähigkeit, mit Hilfe konkreter Instrumente und Techniken lösungs- und verständigungsorientiert handeln zu können. Diese Schlüsselqualifikationen von Leitungskompetenz auszubauen und zu vertiefen ist ein weiteres Ziel der „Leitungswerkstatt“.

3. „Unterricht steht im Mittelpunkt“ Steigerung der Fachkompetenz zur Förderung der Unterrichtqualität

Anders als Schulleitungen sind Abteilungs- und Teamleitungen noch intensiver eingebunden in die Kernaufgaben von Schule: Bildungsangebote zu gestalten und durchzuführen. Daraus ergeben sich Anforderungen an die mittlere Leitungsebene bezüglich der eigenen Fachkompetenz. So gilt es, aktuelle Vorgaben zur Schul- und Unterrichtsqualität sinnvoll und pragmatisch umzusetzen. Vor dem Hintergrund des Kernaufgabenmodells liegt insbesondere in der konstruktiven Entwicklung und Umsetzung der didaktischen Jahresplanungen eine große Chance, Unterrichtsqualität zu sichern. Auch das Konzept der beruflichen Handlungsorientierung bildet einen hilfreichen Orientierungsrahmen für diese Leitungsebene, mit denen sie Teams und Lehr-kräfte bei der Gestaltung der Lehr-/Lernarrangements unterstützen können. Die weitere Entwicklung der Fachkompetenz in Hinblick auf Steigerung der Unterrichtsqualität ist das dritte Ziel der „Leitungswerkstatt“. 

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Was ist das Besondere an dieser Weiterbildung?

Nachhaltiger Nutzen durch sichergestellten Praxistransfer ist der Anspruch an diese Weiterbildung. Dafür bilden der Ansatz des „Kontextuellen Lernens“ und die An-nahmen, dass Lernprozesse stets auch soziale Prozesse sind, die didaktisch me-thodische Grundlage. Ausdruck findet diese Vorstellung in dem aufeinander bezo-genen Ansatz verschiedener Lehr- und Lernformen:

• zweitägige Präsenzphasen• Aktives Umsetzen des Gelernten durch Transferaufgaben
• Reflexion und kollegiale Beratung in festen Ausbildungsgruppen
• Begleitendes Telefon- und Transfercoaching

1. Inhaltliche Schwerpunkte der Weiterbildung: Vier zweitägige Präsenz-phasen

Der Werkstatt-Charakter dieser Bausteine wird durch den großen Praxis- und Trainingsanteil deutlich, der eingebunden ist in kurze, kompakte theoretische Grundlagen und Modelle zu den jeweiligen Themen. Der Praxisbezug wird durch das Prinzip des kontextuellen Lernens weiter betont, weil sämtliche theoretische Ansätze auf die spezifischen Situationen und Herausforderungen dieser schulischen Leitungsebene zugeschnitten sind. Zum Abschluss jeder Prä-senzphase werden individuelle Transferaufgaben von den Teilnehmenden for-muliert, mit denen Impulse und neue Anregungen im Kontext der eigenen Reali-tät umgesetzt werden.

2. Wesentlicher Bestandteil der „Leitungswerkstatt“: Die Lerngruppen

Die Lerngruppen stellen in Form von festen Intervisionsgruppen einen entscheidenden Anteil am Erfolg der „Leitungswerkstatt“ dar. Hier ist Raum für selbstgesteuertes Lernen der Teilnehmenden durch Vertiefung und Reflexion der Inhalte aus den Modulen. Mit der zu Beginn der Weiterbildung vorgestellten Methode der kollegialen Beratung unterstützen sich die Mitglieder der einzelnen Intervisionsgruppen darin, neben den Transferaufgaben auch weitere Herausforderungen in ihrem Alltag während der Zeit der Weiterbildung zu bewältigen. Die Umsetzung der Transferaufgabe stellen die Teilnehmenden jeweils zu Beginn der nächsten Präsenzphase in einem kurzen Praxisbericht vor.

3. Einzelunterstützung durch individuelles Transfer- und Telefoncoaching (optional)

Ein besonderes Merkmal dieser Weiterbildung besteht in dem Angebot, die Teilnehmenden während der Dauer der Weiterbildung in Form eines Transfer- und Telefoncoachings zu unterstützen. Zu festgelegten und vereinbarten Telefonzeiten gibt es die Möglichkeit eines allgemeinen Austausches zu den Transferaufgaben. Aber auch ein Beratungsbedarf zu konkreten Anliegen aus der ak-tuellen Praxis der Teilnehmenden kann in diesem Zusammenhang bearbeitet werden. (Da die Inanspruchnahme des Telefoncoachings schwer zu kalkulieren ist, ist dieses Angebot nicht im Leistungsumfang der Weiterbildung enthalten. Das Telefoncoaching wird nach tatsächlicher Nutzung auf der Kalkulationsgrundlage von 75,-/Stunde abgerechnet.)

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Die vier Module der Leitungswerkstatt

Modul I Leitung in berufsbildenden Schulen
• Besondere Herausforderungen an KollegIn in Leitungsfunktionen
• Vom Koordinieren zum Leiten – Leadership – statt Koordination
• Kraftquellen der Leitungskraft
• Selbstverständnis in der Leitungsfunktion
• Rollenklarheit und Rollenanforderungen der Führungsrolle

Modul II Steuerung der Unterrichtsqualität in der berufsbildenden Schule
• Umsetzung des Kernaufgabenmodells in den Bildungsgängen
• Pragmatische Umsetzung der Didaktische Jahresplanung (bHO-Konzept)
• Aussagen und Interpretation von Kennzahlen zur unterrichtlichen Qualität
• Steuerung durch Zielvereinbarungen

Modul III Führungskompetenz als kommunikative Kompetenz
Kraftquellen der Führungskraft – Nicht durch Macht, sondern durch das Wort
• Voraussetzungen gelingender Kommunikationsprozesse
• Spektrum kommunikativer Interventionen in der Leitungsverantwortung
• Kommunikationsstrukturen und-standards
• Besprechungen und Sitzungen ergebnisorientiert leiten

Modul IV Konfliktmanagement in der Leitungsfunktion
• Konfliktprävention und Konfliktintervention
• Strategien zur Konfliktlösung als Konfliktbeteiligte
• Mediative Gesprächsführung in der Konfliktmoderation

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„Die Leitungswerkstatt“ im Überblick

 

Termine

20./21.10.2014 Modul I

09./10.12. 2014 Modul II

18./19.02.2015 Modul III

28./29.05.2015 Modul IV

Durchführung/Kosten/Referenten

Die Weiterbildungsreihe wird unter Verantwortung des Oldenburger Fortbil-dungszentrums durchgeführt. Geleitet wird die Reihe von Klaus Gurland, der die Module als Referent leitet und das Telefon- und Transfercoaching anbietet. Im zweiten Modul wird Detlef Öhlschläger als Referent das Thema: „Didaktische Jahresplanung“ anbieten.

Kosten: 1500,- €

Referenten: Klaus Gurland und Detlef Öhlschäger

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