Oldenburger Fortbildungszentrum (OFZ)

Deborah Loewenberg Ball and Hyman Bass: With an Eye on the Mathematical Horizon: Knowing Mathematics for Teaching to Learners’ Mathematical Futures 

Montag, 02.03.2008, 15:30-16:30 Uhr in A14 Hörsaal 1

Although there is a growing awareness of the mathematical knowledge needed in the actual work of teaching, less attention has been paid to the mathematical demands entailed by the imperative to keep an eye on the horizon. This session will focus on what is involved in having the mathematical perspective that can enable teachers to make wise judgments about what is mathematically important, to make connections, to take care with definitions and language that are foundational to later work, and to be attentive to the necessary features of mathematical explanations and proofs at a given level in ways that are intellectually honest. In short, keeping an eye on the mathematical horizon involves being sensitive to possible distortions that can arise from inattention to the subsequent enlargement of the mathematical context. The notion of “intellectual honesty” (Bruner, 1960; Ball, 1993) provides the theoretical foundation for this notion of “horizon knowledge” and the habits of mind and practice that it enables.

Regina Bruder: Langfristige fachdidaktische Forschungsprojekte zur mathematischen Unterrichtsentwicklung in der Sekundarstufe I

Dienstag, 03.03.2009, 10:45 - 11:45 Uhr in A14 Hörsaal 1

Langzeituntersuchungen sind in der Fachdidaktik noch relativ selten, werden aber zunehmend wichtiger angesichts der immer wieder erhobenen Forderungen nach einem langfristigen Kompetenzaufbau im Mathematikunterricht. Die Projekte CAliMERO und MABIKOM in Niedersachsen sowie TIM in Rheinland-Pfalz sind aktuelle Beispiele für Langzeitstudien zur mathematischen Kompetenzentwicklung in Verbindung mit dem Einsatz von Taschencomputern. Hier geht es unter anderem um folgende Fragen:  Welches Unterrichtskonzept wird im Schulalltag von den Projektteilnehmer/innen umgesetzt  und erscheint auch langfristig bewältigbar? Lassen sich Zusammenhänge finden zwischen den Entwicklungen der Lernergebnisse und der Umsetzung des in den Projekten verabredeten Unterrichtskonzeptes?

Rainer Kaenders: Von Wiskunde und Windmühlen: Über den Mathematikunterricht in den Niederlanden

Dienstag, 03.03.2009, 18:00 - 19:00 Uhr in A14 Hörsaal 1

Die Praxis der niederländischen 'Realistic Mathematics Education' erhält zusehends Einfluss auf den Mathematikunterricht in Deutschland – schließlich haben die Niederlande bei PISA besser abgeschnitten. Gleichzeitig haben Proteste niederländischer Universitäten, Fachhochschulen und auch Studenten zu einer eingreifenden Reform des niederländischen Mathematikunterrichtes ab dem Jahr 2013 geführt. Der Vortrag bemüht sich um ein differenziertes Bild des Mathematikunterrichts in weiterführenden niederländischen Schulen und zeigt Ähnlichkeiten mit Trends in Deutschland auf. Manches ist dort inzwischen erfolgreich weiter entwickelt worden, aber es gibt auch Reformen, die zurzeit mit großer Mühe zurückgenommen werden. Für den deutschen Mathematikunterricht können wir einiges aus den mathematikdidaktischen Erfahrungen unseres reformfreudigenNachbarlandes lernen.

Susanne Prediger: "Aber man kann ja das Problem mit den Textaufgaben auch ganz anders anpacken"  - Zur Rolle vielfältiger Theorien für mathematikdidaktische Forschungspraktiken und Entwicklungen

Mittwoch 04.03.2009, 10:45 - 11:45 Uhr in A14 Hörsaal 1

Zunehmend wird sich die mathematikdidaktische  Community der Bedeutung vielfältiger Theorien für ihre Forschung und Entwicklung bewusst. Jeder Forschungspraxis liegen explizit oder implizit theoretische Grundannahmen zugrunde, über den Gegenstandsbereich ebenso wie zu methodologischen Grundfragen und vielen anderem. Da Theorien nicht nur die Forschungspraktiken, sondern auch die daraus folgenden Entwicklungen für Unterrichtspraxis mitbestimmen, ist ihr gezielter Einsatz wichtig. Das komplexe Geflecht unterschiedlicher Theorien, Forschungspraktiken und Unterrichtskonzepten soll am exemplarischen Gegenstandsbereich ,Schülerschwierigkeiten mit Textaufgaben' diskutiert werden.  

Corinna Hößle (Didaktik der Biologie), Ilka Parchmann (Didaktik der Chemie) und Michael Komorek (Didaktik der Physik): Naturwissenschaften im Kontext

Donnerstag 05.03.2009, 11:15 - 12:15 Uhr in A14 Hörsaal 1

Wie kann sinnstiftender, alltagsnaher Unterricht in den Naturwissenschaften gelingen? Dieser Frage gehen die drei Projekte Biologie, Chemie und Physik im Kontext nach. Ein zentrales Anliegen ist es, naturwissenschaftliche Konzepte, Arbeitsweisen und Strategiewissen bei ihrer Vermittlung im Unterricht so in ausgewählte Kontexte einzubetten, dass die Schülerinnen und Schüler damit gezielt in ihrer Kompetenzentwicklung unterstützt werden. Den Lernenden werden Anknüpfungspunkte an ihr Vorwissen und ihre Alltagserfahrungen geboten sowie wissenschaftliche Anwendungsfelder vermittelt. In den Projekten wird die symbiotischen Implementationsstrategie realisiert, bei der schulübergreifende Gruppen aus Lehrkräften in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Vertretern der Bildungsadministration Unterrichtseinheiten entwickeln, erproben und optimieren (Konzept der "learning communities"). Dies hat sich als überaus erfolgreich erwiesen. Erste Ergebnisse aus der Begleitforschung hinsichtlich der Weiterentwicklung und Zufriedenheit der beteiligten Lehrkräfte sowie hinsichtlich ausgewählter Kompetenzbereiche sollen zur Diskussion gestellt werden.

Elsbeth Stern: Intelligentes Wissen als der Schlüssel zum Können

Freitag 06.03.2009, 11:15 - 12:15 Uhr in A14 Hörsaal 1

Alles, was wir in einem bestimmten Inhaltsbereich wissen und können, müssen wir zuvor – oft recht mühevoll – lernen. Diese eigentlich triviale Tatsache gewinnt vor dem Hintergrund der Diskussion um Bildungsinhalte zunehmend an Bedeutung. Lohnt es sich angesichts der sich schnell ändernden Welt überhaupt noch Inhaltswissen zu erwerben, oder sollte man dieses zugunsten der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen und Lernstrategien zurückzustellen? Mit dieser Position werde ich mich sehr kritisch auseinander setzen. Lern- und Denkstrategien sind nämlich untrennbar an den jeweiligen Inhaltsbereich gebunden, und alle Versuche, solche Kompetenzen losgelöst von anspruchsvollen Inhalten zu trainieren, müssen als gescheitert betrachtet werden. Allerdings kann Inhaltswissen im Gedächtnis mehr oder weniger intelligent abgelegt werden und ist damit mehr oder weniger geeignet zur Bewältigung neuer Anforderungen. Wie Lernumgebungen beschaffen sein müssen, damit intelligentes, breit einsetzbares Wissen erworben werden kann, wird ausführlich behandelt. Worin sich Menschen in ihren Lernvoraussetzungen unterscheiden und inwieweit solche Unterschiede durch Anstrengung und Fleiß ausgeglichen werden können, wird ebenfalls angesprochen. .