18.09.2015 – Forschung

Wenn wirtschaftliche Aktivität auf sensible Ökologie trifft

  • Wie verändern sich Künstenräume durch die zunehmende europäische Integration? Das erforschen die Oldenburger Wissenschaftler. Foto: fotolia/Thorsten Schier

Was passiert im sensiblen Ökosystem Küste, wenn Europa immer mehr zusammenwächst? Welche Probleme treten auf und wie kann man sie lösen? Oldenburger Forscher suchen am neu eingerichteten Jean Monnet Center "Europeanising Coastal Regions" nach den Antworten.

Die Universität Oldenburg hat ein neues EU-gefördertes Spitzenforschungszentrum: das Jean Monnet Center of Excellence „Europeanising Coastal Regions“ („Europäisierung von Küstenregionen“), kurz EuCoRe. Seine disziplinübergreifende Forschung wird sich um die Frage drehen, wie sich Küstenräume und deren Nutzung im Kontext der europäischen Integration verändern, welche Probleme dabei auftreten und wie diese gelöst werden können. Außerdem zielt es darauf, Studierende und andere Interessierte in verschiedenen Themenfeldern der europäischen Küstenraumentwicklung zu qualifizieren.

„In den Küstenräumen Europas leben die meisten Menschen des Kontinents, und hier trifft konzentrierte wirtschaftliche Aktivität auf eine hohe ökologische Sensibilität“, sagt Prof. Dr. Ingo Mose, Sprecher des neuen Spitzenforschungszentrums EuCoRe und seit 2012 Inhaber einer Jean Monnet-Professur für Europäisierung und Nachhaltige Raumentwicklung. „Für ein nachhaltiges Raummanagement sind hier diverse Nutzungsinteressen miteinander in Einklang zu bringen –Küstenregionen sind damit ideal, um Prozesse der Raumentwicklung und politischen Steuerung in Europa besser zu verstehen.“

Prof. Dr. Katharina Al-Shamery, Vizepräsidentin für Forschung der Universität, unterstrich die Bedeutung des neuen Forschungszentrums: „Diese Bewilligung belegt das hohe internationale Ansehen, das die Oldenburger Küstenforschung genießt.“ Al-Shamery bezeichnete das Jean Monnet Center als „weiteren wichtigen Baustein in der Internationalisierungsstrategie der Universität“.

Neben dem Geographen Mose, der zugleich als Direktor des Zentrums für Nachhaltige Raumentwicklung in Oldenburg (ZENARiO) fungiert, sind weitere Oldenburger WissenschaftlerInnen am neuen Center of Excellence beteiligt: der Physiker Prof. Dr. Joachim Peinke, Direktor des fakultätsübergreifenden Zentrums für Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung (COAST), die Europasoziologin Prof. Dr. Jannika Mattes, der Biodiversitäts- und Meeresforscher Prof. Dr. Helmut Hillebrand, sowie  der EU-Politikexperte Prof. Dr. Torsten Jörg Selck.

Die Europäische Union fördert EuCoRe für drei Jahre. Das neue Forschungszentrum soll zusätzliche Lehrangebote für verschiedene Studienrichtungen und Qualifikationsniveaus schaffen und über den Austausch von Studierenden und WissenschaftlerInnen auch den transnationalen Transfer verstärken. Geplant sind zudem internationale Dialogforen zwischen Wissenschaft und Praxis.

Nach dem Jean Monnet Center für Europäisierung und Transnationale Regulierung (CETRO) ist EuCoRe das zweite derartige Spitzenforschungszentrum an der Universität Oldenburg.