12.02.2014 – Hochschulpolitik

Uni seit zehn Jahren familiengerecht

  • Kinder und Studium vereinbar machen: Kita auf dem Campus Haarentor. (Foto: Studentenwerk)

Zum vierten Mal in Folge erhält die Universität das Zertifikat "Familiengerechte Hochschule". Vergeben wird es für jeweils drei Jahre von der berufundfamilien gGmbH, einer Initiative der Hertie-Stiftung. Doch wie hat sich das Projekt an der Universität Oldenburg entwickelt? Dazu ein Interview: Jörg Stahlmann, Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen (m.d.W.d.G.b.) und Angelika Müller, die das Projekt "Familiengerechte Hochschule" an der Universität leitet, sprechen über Errungenschaften und Perspektiven.

FRAGE: Herr Stahlmann, seit zehn Jahren hat die Universität das Zertifikat „Familiengerechte Hochschule“ – welche Bedeutung hat das?

STAHLMANN: Im Jahr 2004 haben wir als erste niedersächsische Universität das Zertifikat erhalten. Es ist eine Anerkennung dafür, dass wir uns als Hochschule zu unserer gesellschaftlichen Verantwortung bekennen und Studierende, Mitarbeiter und Wissenschaftler mit Familienaufgaben besonders unterstützen.

FRAGE: Frau Müller, was sind die wichtigsten Entwicklungen?

MÜLLER: Wir haben es geschafft, die Universität für das Thema „Verein-barkeit von Familie“ zu sensibilisieren. Auf allen Ebenen und in allen Organisationseinheiten findet mittlerweile eine produktive Auseinandersetzung dazu statt. Ganz konkret haben wir die Unterstützungsangebote in der Kinderbetreuung kontinuierlich ausgebaut. Die Kindertagesstätte des Studentenwerks ist für viele Studierende und Beschäftigte eine wichtige Stütze. Außerdem gelang es uns, in den Prüfungs- und Studienordnungen „Spielräume“ für studierende Eltern zu schaffen. Das geht soweit, dass wir mittlerweile auch ein Teilzeitstudium anbieten.

FRAGE: Wie werden die Angebote angenommen?

MÜLLER: Die Angebote der Kinderbetreuung sind stark nachgefragt und regelmäßig ausgebucht. Auch die Beratungsangebote, die zentral wie dezentral vorhanden sind, finden großen Anklang, insbesondere bei Studierenden und Beschäftigten in der wissenschaftlichen Qualifikationsphase.

FRAGE: Die Vereinbarkeit von Kindern, Studium und Beruf ist nicht das einzige Thema der „Familiengerechten Hochschule“…

MÜLLER: Nein, wir haben unterschiedliche Zielgruppen an der Universität, also müssen wir auch die Themen und Angebote differenzieren. Wir haben uns auch
frühzeitig mit dem Thema „Pflege von Familienangehörigen“ auseinandergesetzt und bieten Vorträge und Informationsveranstaltungen dazu an. Das „familienfreundliche Führungsverhalten“ ist ein weiteres wichtiges Thema. Mit einer Handreichung, Fortbildungsangeboten und Gesprächen haben wir eine deutliche Sensibilisierung erreicht. Auch die Situation für Beschäftigte hat sich mit dem Start der „Familiengerechten Hochschule“ verbessert; für Beschäftigte im MTV-Bereich wurden beispielsweise flexible Arbeitsort- und Zeitmodelle eingeführt. Großen Handlungsbedarf gibt es aber noch im Bereich „Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Qualifizierung“.  Hier begrüße ich ausdrücklich die breite öffentliche Diskussion, da das Thema sehr komplex ist und die Universität allein die Situation nicht verbessern kann.

FRAGE: Wo sehen Sie Möglichkeiten, die Universität noch familienfreundlicher zu machen?

STAHLMANN: Es geht jetzt vorrangig darum, Familienfreundlichkeit dauerhaft in der Kultur unseres universitären Miteinanders zu verankern. Die Vereinbarkeit von Beruf, Studium und Familie soll künftig einen festen Platz auf der Agenda der Verantwortlichen und der Mitglieder aller Gremien erhalten. Es sollen aber auch die vielfältigen Angebote der „Familiengerechten Hochschule“ im Rahmen unserer Möglichkeiten weiter ausgebaut werden.


 

 


 

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Projekt "Familiengerechte Hochschule"

Kontakt

Angelika Müller
Dezernat 1 - Projekt "Familiengerechte Hochschule"
Tel: 0441-798/2249
angelika.mueller(at)uni-oldenburg.de