18.11.2016 – Forschung

Supercomputer für Simulationen

  • Offene Rechenschränke, die normalerweise verschlossen sind.

  • Die 13 „Racks“ des neuen Rechenclusters. Fotos: Universität Oldenburg

Platz 363: Die beiden neuen Hochleistungsrechner CARL und EDDY der Universität  haben es in die Top-500 der weltweit schnellsten Rechencluster geschafft. In der prestigeträchtigen Liste – aktuell im Rahmen der Fachkonferenz „Supercomputing“ in Salt Lake City (USA) veröffentlicht – wird das Oldenburger Gesamtsystem mit 457.200.000.000.000 Rechenoperationen pro Sekunde (457,2 TFlop/s) aufgeführt. Damit betreiben die IT-Dienste auch einen der schnellsten Rechencluster für die universitäre Forschung in Deutschland.

„Die Aufnahme unserer Großrechner in die Liste der 'Supercomputer' ist weit mehr als Prestige. Sie belegt eindrücklich die hervorragenden Bedingungen, die die Universität Oldenburg ihren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bietet“, so Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper.

CARL kommt künftig bei rechenintensiven Forschungsprojekten in den Bereichen Energie der Zukunft, Neurowissenschaften und Hörforschung sowie Meeresforschung und Biodiversität zum Einsatz. Insgesamt profitieren so mehr als 200 Wissenschaftler aus über 30 Arbeitsgruppen. Zu den Hauptnutzern gehört auch Prof. Dr. Thorsten Klüner, Direktor des Instituts für Chemie. Er beschreibt für sein Fach: „Die Simulation von quantenchemischen Prozessen gewinnt zunehmend an Bedeutung und erfordert immer größere Rechenkraft. Mit dem neuen Cluster sind wir in Oldenburg bestens aufgestellt.“

EDDY wird die Oldenburger Turbulenzforscher von ForWind – dem Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen – bei der genauen Berechnung von Strömungs- und Windphysik von Windkraftanlagen unterstützen. Prof. Dr. Joachim Peinke, Physiker und ForWind-Vorstandsmitglied: „Der neue Hochleistungsrechner ist für die in der Forschung geplanten hochkomplexen meteorologischen sowie aerodynamischen Strömungsberechnungen eine herausragende Ausstattung.“

Beide Computer dienen ferner der Vorbereitung von Großprojekten auf den Parallelrechnern des „Norddeutschen Verbundes für Hoch- und Höchstleistungsrechnen“ und den Supercomputern des Bundes.

Finanziert wird die Oldenburger Rechenkraft aus zwei Fördertöpfen: Einen Rechner tragen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Land Niedersachsen, den zweiten hat das Zentrum für Windenergieforschung ForWind aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie beschafft. Das gesamte Investitionsvolumen beläuft sich dabei auf fünf Millionen Euro.


 

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