17.08.2015 – Campus-Leben,Köpfe

Gleich drei Vorteile auf einmal

Mit einem neuartigen Fischfutter die Meeresbestände schonen und zugleich in der Zucht Wasser- wie Antibiotikaverbrauch verringern: Das ist Ziel des jüngsten Start-ups an der Universität Oldenburg, das nun ein sechsstelliges Gründerstipendium erhält.

Das Trio entwickelt ein Fischfutter, das ohne Fischmehl auskommen, nebenbei das Beckenwasser reinigen und Antibiotika in der Fischzucht nahezu überflüssig machen soll. Die vom Gründungs- und Innovationszentrum (GIZ) der Universität gecoachten Gründer erhalten eine einjährige EXIST-Förderung in Höhe von 126.000 Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie des Europäischen Sozialfonds.

Hinter der Idee des Oldenburger Studenten und Mitbegründers Oscar Aragon Paredes steht die Tatsache, dass der Fischkonsum weltweit steigt. Der hohe Fischmehlanteil in herkömmlichem Fischfutter birgt einerseits Risiken für die Artenvielfalt der Meere und bedeutet andererseits hohe Futterkosten etwa für Fischzuchtbetriebe. Genau an dieser Stelle setzen Paredes und seine beiden Mitstreiter, Fischernährungs- und Aquakultur-Expertin Dr. Sabine Haas sowie Betriebswirt Martin Ruder, an: Sie kombinieren pflanzliche Rohstoffe zu einem nährstoffreichen Fischfutter.

Dessen Komposition lässt sich an artspezifischen Nährstoffbedarf, Alter und Größe der zu kultivierenden Fische anpassen. Antimikrobiell wirkende Stoffe reinigen das Wasser und ermöglichen es auf diese Weise, bis zu 35 Prozent des Wasserverbrauchs einzusparen. Zugleich minimieren sie das Krankheitsrisiko der Fische und machen so Antibiotika entbehrlich.

Mentoren des Start-ups an der Universität Oldenburg sind Prof. Dr. Klaus Fichter, außerplanmäßiger Professor für Innovation und Nachhaltigkeit, sowie Prof. Dr. Alexander Nicolai, Stiftungsprofessor Entrepreneurship.

Das Trio Haas, Paredes und Ruder hatte bereits 2014 mit seiner Gründungsidee erfolgreich am Wettbewerb der Gründer-Garage teilgenommen und unter mehr als 800 eingereichten Ideen den 9. Platz erreicht. Das damalige Urteil eines Jurors: „Mein absoluter Favorit. Logisch und einfach genial!“