08.03.2014 – Forschung

European Medical School Oldenburg-Groningen: Antje Timmer neue Professorin für „Epidemiologie und Biometrie“

  • Prof. Dr. Antje Timmer und Prof. Dr. H.-Jürgen Appelrath.

Dr. Antje Timmer ist auf die Professur für „Epidemiologie und Biometrie“ an der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg berufen worden. Zuvor war die Medizinerin am Leibniz Institut für Epidemiologie und Präventionsforschung (BIPS) in Bremen tätig. Mit Timmer ist die zweite von insgesamt sieben Professuren des im Aufbau befindlichen Departments für Versorgungsforschung besetzt. Bereits seit Mai vergangenen Jahres ist dort Prof. Dr. Andreas Hein für den Bereich „Medizintechnik“ zuständig.

„Frau Professor Timmer ist eine national und international ausgewiesene Epidemiologin. Sie vertritt ein Gebiet, das für Forschung und Lehre im klinischen Bereich und im gesamten Gesundheitswesen unverzichtbar ist“, betont Prof. Dr. H.-Jürgen Appelrath, Prodekan der Medizinischen Fakultät. Timmer sei in der evidenzbasierten Medizin verwurzelt und sowohl in der klinisch-praktischen als auch in der fundierten methodischen Arbeit sehr erfahren. Mit Blick auf den weiteren Ausbau der Versorgungsforschung betonte Appelrath: „Unser Ziel ist es, noch in diesem Jahr zwei weitere Professuren zu besetzen.“

Sie freue sich auf den Kontakt zu den Studierenden der European Medical School, so Timmer zu ihrer neuen Aufgabe. „Ich möchte den jungen Menschen die Epidemiologie und Biometrie gerade in ihrer aktuellen Bedeutung für eine wissenschaftlich fundierte ärztliche Versorgung nahebringen.“

Timmer studierte Medizin in Hannover. Im Abschluss daran absolvierte sie das Masterstudium „Klinische Epidemiologie“ in Calgary, Kanada. 1996 promovierte sie in Essen mit einer Dissertation zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Epidemiologisch tätig war Timmer in Essen, Freiburg, München und seit 2011 in Bremen. Ihre klinische Ausbildung hat die Internistin und Gastroenterologin am Universitätsklinikum Regensburg absolviert. Dort habilitierte sie sich 2006 zu Aspekten der Lebensqualität von Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Seitdem beschäftigt sich Timmer in der Forschung mit der Versorgung junger chronisch kranker Menschen und führte dazu auch mehrere große Befragungsstudien mit Betroffenen und Versorgern durch.

Die Versorgungsforschung ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet. Die WissenschaftlerInnen erfassen den Bedarf an medizinischer Versorgung, erklären Prozesse des Gesundheitswesens und den Zugewinn an Gesundheits- und Lebensqualität. Ziel ihrer Forschung ist es, anwendungsorientiert Versorgungskonzepte zu verbessern, neue Konzepte zu entwickeln, umzusetzen und ihre Wirksamkeit im Alltag zu beobachten.