06.07.2016 – Campus-Leben

Das perfekte Oldenburger Dinner

  • Sie haben die besten Rezepte von Oldenburger Studierenden zusammengetragen: Miriam, Ronja, Johannes und Stephanie. Foto: Daniel Schmidt

Tütensuppe oder Fertigpizza? In Oldenburger WG-Küchen wird auch „richtig“ gekocht. Eine studentische Projektgruppe hat 32 ungewöhnliche Rezepte gesammelt und veröffentlicht. Das Kochbuch „Dein Lieblingsrezept für alle!“ ist ab sofort erhältlich.

Erdbeer-Daiquiri, französischer Dreikönigskuchen oder vietnamesische Frühlingsrollen – in dem neuen Kochbuch „Dein Lieblingsrezept für alle!“ finden sich viele ungewöhnliche Rezepte – und trotzdem ist für jeden etwas dabei. Das Besondere an dem Kochbuch: Eine studentische Projektgruppe hat es veröffentlicht. „Es gibt Rezepte für Vor-, Haupt- und Nachspeisen“, verrät Ronja, eine der Herausgeberinnen. Ob mit Fleisch, vegetarisch oder vegan, die Vielfalt ist groß. „Genau das war uns besonders wichtig“, sagt sie. Ihre Kommilitonin Stephanie fügt hinzu: „Die Gerichte sind so ausgewählt, dass jeder was Leckeres zum Nachkochen findet. Und wer mal Lust auf besondere Getränke hat, findet auch dafür Rezepte in unserem Kochbuch.“

Ronja und Stephanie sind zwei von insgesamt acht Studierenden, die das „Projekt Kochbuch“ im Rahmen der Module „Projektmanagement“ im Professionalisierungsbereich realisiert haben. Hier kommen Studierende aus allen Fachrichtungen zusammen, um sich neben ihren regulären Seminaren an der Universität in anderen Disziplinen weiterzubilden. Sie studieren Sozialwissenschaften, Pädagogik und Kulturwissenschaften in verschiedenen Semestern.

In dem vergangenen Semester arbeiteten sie zu viert an der konkreten Umsetzung, die anderen vier haben im Semester zuvor den Grundstein für das Kochbuch gelegt. „Unsere Aufgabe war zunächst, ein Alleinstellungsmerkmal zu finden“, sagt Ronja, ebenfalls Mitglied der Gruppe. „Irgendwann kam uns die Idee, die Lieblingsrezepte von Studierenden unserer Uni mit einer persönlichen Geschichte und einem Foto zu verbinden“, erzählt sie weiter. Nach Aufrufen am schwarzen Brett, über Flyer, und ihre eigene Webseite erhielten sie innerhalb weniger Wochen über 50 Einsendungen. „Wir mussten ein paar Rezepte aussortieren, weil wir natürlich Vorschläge wie Tütensuppe nicht aufnehmen wollten – auch, wenn es ganz lustig war“, fügt Stephanie hinzu. 32 Kochanleitungen haben es ins Buch geschafft, alles Lieblingsgerichte von Oldenburger Studierenden – und jeweils eins von den Herausgebern.

Den französischen „Galette des Rois“, den Dreikönigskuchen, aß eine Studentin beispielsweise während eines Aufenthaltes in Frankreich das erste Mal. Dieser wird traditionell am 6. Januar zur Erinnerung an die Heiligen drei Könige serviert. Der besondere Brauch: „In der Galette ist eine kleine Figur eingebacken“, berichtet Miriam. „Wer in seinem Kuchenstück die Figur findet, bekommt eine Krone und ist für einen Tag selbst König.“ Die Projektgruppe war von dem Rezept und der Geschichte begeistert und nahm es auf. Ein anderes Rezept verhalf bei der Fernseh-Kochshow „Das perfekte Dinner“ der Oldenburger Kandidatin sogar zum Sieg. Sie wollen aber nicht verraten, welches Rezept das ist. Dafür müsse man schon das Buch kaufen.  

Bei der Auswahl der Gerichte haben die Herausgeber eine Ausnahme gemacht: Der Betreuer ihres Projekts, Thomas Schneeberg, durfte als ihr Dozent auch ein Rezept einreichen. „Von mir ist das Rezept für vietnamesische Frühlingsrollen. Die habe ich während einer beruflichen Reise in das Land oft gegessen und fand sie perfekt für das Kochbuch. Sie sind lecker und einfach zu machen.“ Schneeberg leitet seit 2011 das zweisemestrige Seminar „Projektmanagement“, in dem jetzt das Kochbuch der Studierenden entstanden ist. Er vermittelte den Studierenden die wichtigsten Schritte, von der Ideenentwicklung bis zur Umsetzung. „Die Bausteine einer Projektplanung sind immer ziemlich ähnlich“, sagt Schneeberg. „Auch bei der Umsetzung des Kochbuchs galt es zum Beispiel erstmal, gemeinsam Ideen zu sammeln, später dann Personal- und Finanzpläne aufzustellen, ein Marketingkonzept zu schreiben und Sponsoren zu gewinnen“. Das fiel den Studierenden teilweise nicht leicht, schließlich hatten sie wenige Vorkenntnisse. „Den Finanzplan zu erstellen, das war wirklich eine Herausforderung“, erinnert sich Miriam. „Das hat viel Zeit und Einarbeitung gefordert.“ Zum Ende des Projekts – der wichtigsten Phase – war dann besonders Johannes gefordert. Er kümmerte sich um das Layout und organisierte Fotoshootings mit allen Rezepteinsendern, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten.

Die Mühe hat sich gelohnt. Das Kochbuch kam Ende Juni mit einer Auflage von 800 Stück auf den Markt. Für die Herausgeber ein besonderer Moment. „Ich konnte es erst glauben, als ich es in den Händen hielt“, sagt Ronja. Nun heißt es für sie und ihre Mitstreiter, das Kochbuch bekannt zu machen, denn: „Von jedem Buch, welches von uns selbst an der Uni verkauft wird, gehen 30 Prozent als Spende an die DKMS“.

Das Buch ist ab sofort für 8,90 Euro in der Buchhandlung der Universität und bei den Studierenden per E-Mail an deinlieblingsrezept@gmx.de erhältlich.