16.09.2014 – Forschung

29. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropsychologie an der Universität

Neuropsychologische Therapien, die bei Hirnerkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson und Demenz auf den Wiedererwerb von kognitiven Fähigkeiten abzielen, stehen im Mittelpunkt der 29. Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropsychologie. Sie findet vom 18. bis 20. September an der Universität Oldenburg statt.

Tagungspräsidenten sind die Psychologen Prof. Dr. Helmut Hildebrandt (Zentrum für Neurologie, Klinikum Bremen-Ost) und Prof. Dr. Stefan Debener (Universität Oldenburg). Sie erwarten etwa 400 TeilnehmerInnen aus dem deutschsprachigen Raum.

Die Entwicklung und Erforschung neuropsychologischer Therapien hat in den letzten Jahrzehnten eine immer größere Bedeutung bekommen. Die Anforderungen im beruflichen Alltag sind mehr und mehr kognitiver Natur und betreffen Konzentration, Gedächtnis und die Fähigkeit des neuronalen Reagierens. Zugleich steigt mit der längeren Lebenserwartung die Zahl der Schlaganfallopfer und Demenzerkrankungen. „In absehbarer Zukunft wird es für diese Patientinnen und Patienten keine umfassende kausale Therapie geben, um die kognitiven Fähigkeiten wieder herzustellen“, erklärt Tagungspräsident Hildebrandt. Deshalb müssten funktionell übende Behandlungen bereitgestellt werden, die einen möglichst weitgehenden Therapieerfolg versprechen. Außerdem benötigten die PatientInnen Hilfe bei der psychischen Bewältigung der Folgen ihrer Erkrankung. Ziel der Tagung sei es deshalb, aktuelle neurowissenschaftliche Methoden mit praktischen Entwicklungen der neuropsychologischen Therapien zu verknüpfen.  

Zum Auftakt der Tagung am Donnerstag, 18. September, 18.30 bis 20.15 Uhr, halten die international renommierten Neuropsychologen Prof. Dr. Walter Sturm und Prof. Dr. Friedemann Pulvermüller, im Hörsaal-Zentrum (Campus Haarentor, Gebäude A14) Übersichtsreferate zur Behandlung von Aufmerksamkeits- und Sprachstörungen. Am Freitag, 19. September, geht es in Vorträgen und Symposien unter anderem um Mechanismen der Krankheitsverarbeitung, um pharmakologische Interventionen und um Störungen des Kurzzeitgedächtnisses. Parallel dazu finden Fortbildungen für angehende NeuropsychologInnen statt. Sie können sich im Lesen und Interpretieren klinischer Hirnbilder üben oder sich über Therapie-Möglichkeiten durch „Neurofeedback“ informieren. Zum Abschluss der Tagung am Samstag, 20. September, werden aktuelle Forschungen zu motorischen Lähmungen, Morbus Parkinson und Demenz präsentiert.