13.04.2016 – Studium

Biber mit Fieber und Panda mit Bauchweh

  • Eingehende Untersuchung: Dem Panda geht es sicher bald besser.

  • Die Apotheke des Teddybärkrankenhauses führt Hatschi-Weg und Aua-Salbe, Tröstetropfen und - wenn sonst nichts hilft - sogar Alles-Gut-Tabletten.

  • Den fiebernden Biber untersuchen "Papa" Mika (3) und "Teddyarzt" Lutz gründlich.

  • Auch das Kätzchen zählt zu den zahlreichen plüschigen Patienten, die die Oldenburger Kinderklinik bevölkern.

  • Nachwuchsoperateure am Werk: Dabei lernen die Kinder zugleich spielerisch etwas über Hygiene.

  • Bewegung und auch das Thema gesunde Ernährung (im Bild) stehen an zwei der Stationen im Zentrum.

  • Neben Vogel und Schildkröte hat Phillip auch den einen oder anderen Teddy zu verarzten. Fotos: Markus Hibbeler

Plüschige Patienten in der Oldenburger Kinderklinik: Medizinstudierende der Universität veranstalteten zum dritten Mal ein „Teddybärkrankenhaus“. Die Aktion nimmt mögliche Ängste vorm Arztbesuch und schult zugleich die angehenden Mediziner im Umgang mit Kindern.

Gleich zwei tierische Patienten hat Phillip Behnke, eigentlich Student der Humanmedizin, in seiner Sprechstunde zu verarzten. Die dreijährige Ellen aus Wiefelstede hat ihren Vogel und ihre Schildkröte mit ins „Teddybärkrankenhaus“ gebracht, das Phillip und rund 50 seiner Kommilitonen zum dritten Mal in der Kinderklinik des Klinikums veranstalten.

Schnell hat der „Teddyarzt“ herausbekommen, was Ellens Schützlingen fehlt: Der Vogel hat Kopf-, die Schildkröte Rückenschmerzen. Er nimmt sie in die Patientenkartei auf. Wie der Vogel denn heiße? „Vogel.“ Und der Name der Schildkröte? „Schildkröte.“ Nach eingehender Untersuchung, bei der Ellen assistieren darf, bekommt Vogel eine Spritze, Schildkröte muss zum Röntgen. Um ihren Rückenschmerz zu lindern, verschreibt Phillip einmal „Aua-Weg-Zepam“, das in der benachbarten „Apotheke“ – neben Alles-Gut-Tabletten, Hatschi-Weg oder Tröstetropfen – glücklicherweise ausreichend vorrätig ist.

Ellen ist nur eines von vielen Kindern, die in dieser Woche mit Kindergartengruppen oder Eltern das Teddybärkrankenhaus besuchen. Viele treibt die Frage um, ob es wohl schlimm ist, wenn man mal ins Krankenhaus muss. Die Aktion soll ihnen mögliche Ängste nehmen und zugleich spielerisch erstes Wissen über Hygiene und den Ablauf von Operationen, Röntgen und Strahlenschutz, die Funktionen des menschlichen Körpers, gesunde Ernährung und Bewegung vermitteln.

Zwar treten sie gegenüber den „Teddyärzten“ vor allem als Begleiter ihrer Puppen und Plüschtiere auf, die Studierenden können sich so aber im Umgang mit drei- bis sechsjährigen Patienten üben. „Es braucht bei Kindern schon eine besondere Tonalität“, erzählt Lena Wurst, die mithilft, deren Andrang zu koordinieren. „Vielleicht haben ja einige Kommilitonen durch die Aktion sogar Lust bekommen, Kinderarzt zu werden.“ Medizinstudierende aus allen Jahrgängen sowie einige Studierende der Sport- und Ernährungswissenschaften seien als engagierte Teddyärzte dabei, freut sich Mitorganisatorin Stephanie Heinold.

Beruhigend: Selbst größte medizinische Herausforderungen meistert das Personal des Teddybärkrankenhauses gelassen. So stellt sich bei Lentjes Puppe Ella im Laufe der Untersuchung heraus, dass sie nicht nur Husten und Fieber, sondern laut Puppenmama schlichtweg „alles gebrochen“ hat. Medizinstudent und „Teddyarzt“ Lutz Brautmeier muss mit ihrer Hilfe daher Kopf, Arme und Beine verbinden, ehe er sich um Mikas fiebernden Plüsch-Biber kümmern kann.

Eine der begleitenden Erzieherinnen der Kinder, Silke Lorenzen-Andersson, freut sich mit über die Behandlungserfolge – und lobt die Aktion der Oldenburger Studierenden. Nachdem kürzlich einer ihrer Schützlinge mit dem Rettungswagen aus dem Kindergarten habe abgeholt werden müssen, sei ein Krankenhausaufenthalt bei den Kindern ein großes Thema. „Das Teddybärkrankenhaus war ein super Anlass, um dieses nun aufzugreifen.“