04.07.2016 – Forschung

Verkehrssicherheit zu Land und zu Wasser

  • Computerbasierte Prozesse sind sicherheitskritisch, aber in vielen Technologiefeldern unverzichtbar. Etwa in der Automobilindustrie. Foto: yangphoto / istockphoto.de

Versagen computerbasierte Prozesse, hat dies oft schwerwiegende Folgen. Das Problem: sicherheitskritische Systeme sind in vielen Bereichen unersetzlich. Oldenburger Wissenschaftler forschen hierzu im Rahmen eines erneut geförderten Verbundprojekts.

Welche Rolle spielt der Mensch bei der Beherrschung komplexer Verkehrssysteme auf dem Land und dem Wasser? Wie lassen sich die daraus resultierenden Gefahren für Mensch und Natur verringern? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das „Interdisziplinäre Forschungszentrum für den Entwurf sicherheitskritischer soziotechnischer Systeme“ der Universität Oldenburg. Ein Verbundprojekt, in dessen Rahmen die Universität und das An-Institut OFFIS mit dem Braunschweiger DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik und dem Kompetenznetzwerk SafeTRANS kooperieren. Informatiker arbeiten dabei eng mit Wissenschaftlern aus den Bereichen Neurokognition, kognitive Psychologie und Meerestechnik zusammen.

Ein Schwerpunkt ist der Aufbau von Infrastrukturen, um neue Anwendungen in realen Umgebungen zu erproben. Im Automotive-Bereich geschieht dies in Kooperation mit der Anwendungsplattform „Intelligente Mobilität“ (AIM) des DLR, im maritimen Bereich durch den Aufbau einer Forschungs- und Erprobungsplattform in der Wesermündung für maritime Verkehrs- und Umweltüberwachung sowie Verkehrssteuerung.

Kernziele der nun mit zunächst einer Million Euro bewilligten zweiten, eineinhalbjährigen Förderphase sind weiterführende Erkenntnisse in der Grundlagenforschung sowie der Aufbau einer europaweit einzigartigen Forschungsinfrastruktur im Bereich sicherheitskritischer Systeme. „Die interdisziplinäre Aufstellung des Verbundes – bald erweitert durch ein neues Anwendungsgebiet aus der Medizin – ist in dieser Form einzigartig. Bereits jetzt zeichnen sich nachhaltige Impulse ab, wie die Entwicklung eines neuen internationalen Masterstudiengangs und weiterführende Forschungsvorhaben. Die zweite Förderphase ist für uns daher elementar wichtig“, erklärt Prof. Dr. Werner Damm, Informatiker und Sprecher des Forschungszentrums.

Schon heute ist das Spektrum der Grundlagenforschung groß: Ein Projekt untersucht zum Beispiel, wie Kraftfahrzeuge proaktiv mit Schwächen der Fahrer umgehen können, ein anderes widmet sich möglichen Risiken neuer Verfahren zur sicheren Schiffsführung. In einem weiteren Projekt geht es um Sicherheitsfragen hochvernetzter soziotechnischer Systeme. Hinzu kommen Forschungsvorhaben zur sicheren Gestaltung von Offshore-Operationen und adaptiven integrierten Schiffsbrücken, die sich der jeweiligen nautischen Aufgabe anpassen.