01.03.2013 – Campus-Leben

Spannender Blick von außen

  • In der Bibliothek: Sarah Sorsch und Jeremy Turner

Mit– und voneinander lernen, das ist das Prinzip eines Sprachtandems. Ob Grammatik, Aussprache oder Fragen zur Kultur – mit ihrem persönlichen Sprachcoach bekommen die Studierenden Sarah Sorsch und Jeremy Turner Antworten auf fast alle ihre Fragen.

Er kommt aus einem spärlich besiedelten Land, in dem es viele Kängurus, Schnabeltiere und noch mehr Surfer gibt. Sie hingegen ist ordentlich, pünktlich und liebt Sauerkraut. Dass das alles Stereotype sind, ist klar. Trotzdem haben der Austauschstudent aus Armidale in Australien und die Biologiestudentin aus Oldenburg festgestellt: kulturelle Unterschiede schwingen beim Sprache lernen immer mit.

Regelmäßig treffen sich die zwei zum Deutsch- und Englischlernen. Denn unterhalten sie sich über ihr Studium oder sprechen über ihre Freizeit. „Wenn mir im Alltag etwas Seltsames auffällt, kann ich einfach Sarah fragen“, erklärt Jeremy, der Germanistik und Geschichte studiert. So gebe es zum Beispiel Redewendungen im Deutschen, die es im Englischen gar nicht gibt.

„Durch seine oft ungewöhnlichen Fragen lerne ich auch viel über meine eigene Kultur“, sagt Sarah. Dieser Blick von außen sei sehr spannend und lehrreich. In einem gemeinsamen Blog halten sie ihre Erfahrungen fest und bei Workshops des Sprachenzentrums tauschen sie sich mit anderen Sprachtandems aus.

„Uns geht es hauptsächlich um das aktive Sprechen“, erklärt Sarah. Das sei in der Schule oft zu kurz gekommen und im Studium würden fundierte Englischkenntnisse vorausgesetzt. Beim gemeinsamen Lernen befolgen die zwei eine ganz einfach Regel: Erst den anderen aussprechen lassen und erst dann Korrigieren. „Dadurch habe ich mehr Sprachtraining bekommen als in allen Sprachkursen, die ich zuvor besucht habe“, sagt Jeremy.

Besonders gut gefällt ihm, dass er jederzeit Fragen stellen kann. Erst neulich sei ihm aufgefallen, dass es in der Mensa immer Schweinfleisch aber fast nie Rindfleisch gibt. „Wieso essen die Deutschen so viel Schwein? In Australien essen wir viel mehr Rindfleisch“ sagt er. „Manchmal habe ich auch einfach keine passende Antwort parat“, verrät Sarah und muss lachen. Schweinefleisch zu essen, das sei dann wohl einfach typisch deutsch.


 

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Daniela Rommel
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