27.02.2014 – Forschung

Erneuerbare Strategien

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Was sind Bausteine der Energiewende? Wie wirkt sie sich auf die Nordwest-Region aus? Inwieweit belastet sie die Bürger? „Energiewende – die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts“ ist Titel einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit Experten, die sich diesen Fragen widmen.

Viel gebraucht ist es: das Wort von der „Energiewende“. Auch und gerade jetzt, vor der Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). Wirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel will sie bis zum 1. August umsetzen. Und damit die Wende voranbringen, die im Jahr 2050 realisiert sein soll. Dann soll der Strom in Deutschland zum größten Teil aus erneuerbaren Energien kommen: aus Wind, Wasser, Sonne oder Biomasse. Doch was genau sind Bausteine und Ziele der Wende? Wie wirkt sie sich auf die Nordwest-Region aus? Was kostet sie und: Inwieweit belastet sie die BürgerInnen? „Energiewende – die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts“ ist Titel einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit ExpertInnen, die sich diesen Fragen widmen.

Es ist ein brisantes Thema. Widersprüchlich lesen sich derzeit Positionen und Fakten. Da wird zum Beispiel der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion immer größer, und alle Bundestagsparteien haben sich zum Klimaschutz bekannt. Und dennoch boomt derzeit die Energiegewinnung aus Braunkohle, die CO2-Emmissionen steigen. Nur eine Ungereimtheit in einem hochkomplex politischen Feld und eine zu diskutierende Herausforderung für die Podiumsgäste: Welche Prognosen für ein Gelingen des „Projekts Energiewende“ geben sie ab?

Mit der Materie sind sie bestens vertraut. Zum Beispiel Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Sie wird einen Impulsvortrag halten und sich danach der Diskussionsrunde anschließen. Dort trifft sie auf den Niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel, den Präsidenten des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, Prof. Dr. Uwe Schneidewind, den Vorstandsvorsitzenden der EWE AG, Dr. Werner Brinker, und auf Dr. Klaus Meier, Gründer der wpd AG in Bremen. Moderator ist Ronny Meyer, Geschäftsführer WAB Windenergie-Agentur in Bremerhaven (Informationen zu den Experten s. unten).

Geballter Energiesachverstand also, und es ist kein Zufall, dass die Lebensläufe fast aller Diskutanten Berührungspunkte mit der Universität  aufweisen – ob in der Vergangenheit als Student (Ronny Meyer), als Juniorprofessorin (Claudia Kemfert), Hochschulratsvorsitzender (Werner Brinker) oder gar als Präsident (Uwe Schneidewind). Das Thema ist mit der Uni verwachsen: Bereits in den 70er Jahren beschäftigten sich Wissenschaftler der Universität pionierhaft mit Fragen der Energie- und Umweltforschung –  als Photovoltaikanlagen und Offshore-Windenergieanlagen noch Zukunftsvisionen waren. Inzwischen sind die Fragen breit gesellschaftlich diskutiert. Bleibt abzuwarten, wie die Podiumsdiskussion zu ihrer Klärung beitragen wird.  

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HINTERGRUND

Die Podiumsdiskussion „Energiewende – die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts“ ist Teil der Jahresfeier zum 40. Geburtstag der Universität Oldenburg. Sie findet statt am Freitagabend, den 21. März, in der Weser-Ems-Halle Oldenburg. Organisatoren sind die Universität Oldenburg und Forwind, die Bremer Landesbank unterstützt die Diskussion exklusiv als Partner des Projekts „40 Jahre Universität Oldenburg“. Die Veranstaltung ist zugleich Teil des Rahmenprogramms der zukunftsenergien nordwest, Deutschlands größte Job- und Bildungsmesse zu erneuerbaren Energien, die am 21. und 22. März in der Weser-Ems-Halle stattfindet.


DIE PODIUMSGÄSTE

DR. WERNER BRINKER
Werner Brinker gehört dem Vorstand der EWE AG seit 1996 an, seit 1998 als Vorsitzender. Er blickt auf mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Energiewirtschaft zurück. Im Jahr 1978 startete er seine berufliche Laufbahn bei der EWE, bevor er zur PreussenElektra AG (heute: E.ON Energie AG) nach Hannover wechselte. 1996 kehrte Brinker zur EWE AG zurück und übernahm die Position des Technischen Vorstands. Brinker hat sich aktiv für den Ausbau der Erneuerbaren Energien – vor allem Offshore – eingesetzt. Von 2003 bis 2013 war er Hochschulratsvorsitzender der Universität Oldenburg. 

PROF. DR. CLAUDIA KEMFERT
Claudia Kemfert ist Expertin in Fragen von Energie und Nachhaltigkeit. Seit 2004 leitet sie die Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, seit 2009 ist sie Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance. Sie studierte und promovierte an der Universität Oldenburg, bevor sie als Juniorprofessorin vier Jahre lang eine Forschungsgruppe leitete. 2004 erhielt sie den Ruf an das DIW, verbunden mit einer Professur für Umweltökonomie an der Berliner Humboldt-Universität.

DR. KLAUS MEIER
Klaus Meier hat als gelernter Jurist bereits Anfang der 1990er Jahre Landwirte bei der Errichtung von Einzel-Windkraftanlagen beraten. 1996 gründete er die wpd GmbH in Bremen mit dem Ziel, Windparks in Deutschland zu projektieren. 2001 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 2009 wechselte Meier in den Aufsichtsrat. Die wpd ist heute der größte deutsche Onshore-Windpark-Betreiber und gehört zu den führenden Entwicklern für Offshore-Windparks. Rund 860 Mitarbeiter arbeiten national wie international an dem Ausbau der erneuerbaren Energien.

RONNY MEYER
Ronny Meyer ist Geschäftsführer der Windenergie-Agentur WAB und deren Tochter für Innovation germanwind GmbH. Zuvor war er bei der Boston Consulting Group im Bereich der Energiewirtschaft mit dem Fokus auf Erneuerbare Energien tätig. Seine berufliche Karriere begann er als Projektleiter für Forschung und Entwicklung in einem kleinen Beratungsunternehmen für Windenergie. Dort leitete er Projekte zur Integration von Windenergie ins Stromnetz und entwickelte unter anderem Software für die Energiewirtschaft. Ronny Meyer hat Physik an der Universität Oldenburg studiert.

PROF. DR. UWE SCHNEIDEWIND
Uwe Schneidewind ist seit 2010 Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie – einer der führenden Nachhaltigkeits-Think-Tanks in Deutschland.   Schneidewind startete seinen beruflichen Werdegang im Bereich Strategische Umweltmanagementberatung bei Roland Berger & Partner in Düsseldorf. Anschließend war er als Projektleiter am Institut für Wirtschaft und Ökologie der Universität St. Gallen tätig, wo er promovierte und sich habilitierte. 1997 wurde er auf die Professur für „Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Produktionswirtschaft und Umwelt“ an die Universität Oldenburg berufen. Von 2004 bis 2008 war Schneidewind Präsident der Universität Oldenburg.

STEFAN WENZEL
Stefan Wenzel ist seit 2013 Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz. 1998 wurde er Mitglied des Niedersächsischen Landtags in der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, deren Vorsitzender er von 2004 bis 2013 war. Wenzel studierte Agrarökonomie an der Universität Göttingen. Während eines einjährigen Aufenthalts in Südamerika war er unter anderem in einem SOS Kinderdorf und einem genossenschaftlichen Existenzgründungsprojekt tätig. Zehn Jahre war er Gesellschafter eines Groß- und Einzelhandels für Wein aus ökologischem Anbau. Wenzel war viele Jahre aktiv in der Jugendarbeit sowie in Anti-Atom-Initiativen.


 

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