23.05.2016 – Forschung

"Tiefer Einblick in zeitgenössische Musik"

  • Prof. Dr. Melanie Unseld sichtet den Nachlass von Gertrud Meyer-Denkmann, der bedeutenden Oldenburger Musikpädagogin.

  • Gertrud Meyer-Denkmann starb im Dezember 2014. Ihr Nachlass kommt nun ins Paul Sacher-Archiv in Basel. Fotos: Daniel Schmidt/Universität Oldenburg

Sie war ihrer Zeit voraus: Die Oldenburger Musikpädagogin und erste Ehrendoktorin der Universität, Gertrud Meyer-Denkmann. Im Dezember 2014 starb Gertrud Meyer-Denkamnn im Alter von 96 Jahren. Auf Anregung der Oldenburger Musikwissenschaftler Dr. Till Knipper und Prof. Dr. Melanie Unseld ist ihr Nachlass nun in das Archiv der renommierten Paul Sacher-Stiftung in Basel aufgenommen worden.

Die Stiftung bewahrt die Nachlässe von Musikern, Interpreten und Künstlern der Moderne wie Béla Bartók und Igor Strawinsky. Von Meyer-Denkmann gelangen nun unter anderem Tagebuchaufzeichnungen und Korrespondenzen mit Komponisten der Neuen Musik in das Archiv, aber auch Skizzen ihrer eigenen Arbeiten: Texte über Neue Musik und deren Vermittlung.

„Ihre Skizzen und Korrespondenzen geben einen tiefen Einblick in die Denkweise, die Aktivitäten und den Diskurs über zeitgenössische Musik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert“, sagt Unseld. Diese Jahrzehnte, geprägt durch gesellschaftliche wie künstlerische Umbrüche, spiegle der Nachlass Meyer-Denkmanns in beeindruckender Weise wider. Schon früh arbeitete die Musikpädagogin beispielsweise mit Kindern und vermittelte ihnen einen eigenen Zugang zur Neuen Musik. Sie regte zudem philosophische Diskussionen über zeitgenössische Musik an und holte John Cage zu seinem ersten Deutschlandbesuch – an die Universität Oldenburg.

Ein Team Oldenburger Studierender hat das Vermächtnis Meyer-Denkmanns gesichtet und für den Weg ins Archiv aufbereitet. „Nur so konnten aus losen, langsam vergilbenden Aufzeichnungen musikgeschichtliche Quellen werden, anhand derer künftig Forscherinnen und Forscher die Geschichte der Vermittlung zeitgenössischer Musik ein Stück weiterschreiben können“, resümiert Unseld.


 

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