31.01.2012 – Forschung

Ein neuer Bau für die Forschung

  • Die Kupferröhre ist gefüllt: Architekt Till Behnke, Dezernent Meik Möllers, Geschäftsführerin Pleus GmbH Margret Kleinert, Wissenschaftsministerin Johanna Wanka, Hörforscher Birger Kollmeier, Universitätspräsidentin Babette Simon, Baustellenleiter Reiner Kuhlmann und Oberbürgermeister Gerd Schwandner bei der Grundsteinlegung (v.l.).

Die Universität Oldenburg erweitert sich: Auf dem Campus Wechloy entsteht ein neuer Bau für die Forschungszentren Neurosensorik und Sicherheitskritische Systeme. Im Mittelpunkt: Medizintechnik und Mensch-Maschine-Kommunikation.

Die Grundsteinlegung des Baus, kurz NeSSy genannt, fand am 31. Januar in Anwesenheit von Niedersachsens Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Oldenburgs Oberbürgermeister Prof. Dr. Gerd Schwandner und zahlreichen Ehrengästen statt.  

„Der Forschungsbau NeSSy ist für den Wissenschaftsstandort Oldenburg und für das Land Niedersachsen eine wichtige Investition. Durch die enge Verzahnung von Lebenswissenschaften mit technischen Entwicklungen stärken wir beispielsweise die Neurosensorik und schärfen unser Forschungsprofil auch gegenüber internationaler Konkurrenz“, betonte Ministerin Wanka.

Auf 2.000 Quadratmetern wird der Forschungsneubau circa 80 MitarbeiterInnen beste Arbeitsbedingungen bieten. Universitätspräsidentin Prof. Dr. Babette Simon ist überzeugt: „Hier entsteht, quer zu den ‚klassischen’ Fakultäts- und Fachstrukturen, ein gemeinsamer Bau für die beiden national und international anerkannten Forschungsschwerpunkte Neurosensorik und Sicherheitskritische Systeme. Damit werden ausgezeichnete Bedingungen für exzellente Forschung geschaffen.“ Auch für die European Medical School Oldenburg-Groningen (EMS) sei NeSSy von großer Bedeutung: Für die neu zu gründende Medizinische Fakultät bilde die Neurosensorik einen Eckpfeiler.

Im Zuge des bundesweiten Wettbewerbs zum Hochschulbau hatte der Wissenschaftsrat seinerzeit das Bauvorhaben positiv begutachtet. Oldenburg bilde, so das Beratungsgremium, auf dem Gebiet der Hörgerätesysteme bereits heute ein Kompetenzzentrum mit herausragender nationaler und internationaler Ausstrahlung. Die Arbeiten zu Sicherheitseigenschaften für eingebettete Systeme hätten eine überragende und internationale Bedeutung. Beide Forschungsschwerpunkte seien bundes- und europaweit sehr stark vernetzt.

Repräsentiert werden die Forschungsschwerpunkte von dem Physiker und Mediziner Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, dem Neurobiologen Prof. Dr. Reto Weiler und dem Informatiker Prof. Dr. Werner Damm. Birger Kollmeier ist unter anderem Leiter der Abteilung Medizinische Physik, Sprecher des Zentrums für Hörforschung und des Kompetenzzentrums Hörgeräte-Systemtechnik (HörTech). Reto Weiler, Geschäftsführender Direktor des Forschungszentrums Neurosensorik, leitet die Arbeitsgruppe Neurobiologie. Der Informatiker Werner Damm, Direktor des Forschungszentrums Sicherheitskritische Systeme, ist zudem Sprecher des Sonderforschungsbereichs (Transregio) „Automatic Verification and Analysis of Complex Systems“ (AVACS).

In dem Neubau NeSSy geht es den beiden Forschungszentren Neurosensorik und Sicherheitskritische Systeme künftig darum, interdisziplinäre Grundlagenforschung und angewandte Forschung voranzutreiben und mit einem Konferenzzentrum die Kommunikation zwischen den WissenschaftlerInnen zu unterstützten. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen innovative Entwicklungen der Medizintechnik und der Mensch-Maschine-Kommunikation. Die Hälfte der Nutzfläche ist für Labore vorgesehen: Akustik- bzw. Hör-Labore, ein Virtual Reality/Usability Labor, Neurophysiologie-Labore für Magnetresonanztomographie, Magnetenzephalographie und bildgebende Verfahren. Vier Arbeitsgruppen aus beiden Zentren werden hier Platz finden: die „Medizinische Physik" und „Signalverarbeitung“ sowie eine Neuro-Psychologie- und eine ingenieurwissenschaftliche Arbeitsgruppe.

Das Stuttgarter Architektenbüro Heinle, Wischer und Partner hat den Neubau entworfen. Die Gesamtkosten inklusive Ersteinrichtung belaufen sich auf circa 15 Millionen Euro, die jeweils zur Hälfte von Bund und Land getragen werden. Die Fertigstellung ist für Juni 2013 geplant.