Forschungsprojekte

Instrumentalistinnen-Lexikon

Unter Leitung von Prof. Dr. Freia Hoffmann wird seit 2006 ein Lexikon vorbereitet, das herausragende Instrumentalmusikerinnen des Zeitraums 1700 bis ca.1900 erfassen wird. Es handelt sich um eine Gruppe von Personen, die im öffentlichen, halböffentlichen oder (in wenigen Fällen) privaten Raum wirksam und namhaft geworden sind, die in Fachlexika aber nicht oder nicht in befriedigender Weise recherchierbar sind. Eine wesentliche Basis ist die Auswertung von 52 deutschsprachigen Musikzeitschriften und 57 Lexika im deutschsprachigen Raum, die zurzeit auf Europa und die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgeweitet wird. Geplant sind ca. 1000 Einträge.

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MitarbeiterInnen: Kadja Groenke, Claudia Schweitzer, Volker Timmermann, Annkatrin Babbe, Jannis Wichmann und zahlreiche externe AutorInnen 

Dissertationen

Claudia schweitzer: Die Anfänge des Berufes der Clavierlehrerin 

Entwicklung eines Berufsstandes im deutsch-französischen Sprachraum bis zum Wiener Kongress.

Der Beruf der Clavierlehrerin („Clavier“ als Sammelbezeichnung für Cembalo, Clavichord, Orgel, Hammerklavier) gehört zu den ältesten qualifizierten Berufen, die Frauen offenstanden. Claudia Schweitzer untersucht in ihrer Dissertation die unterschiedlichen Bedingungen von Ausbildung und beruflicher Entfaltung im französisch-niederländisch-deutschen Sprachraum.

Die Dissertation ist 2008 unter dem Titel "...ist übrigens als Lehrerinn höchst empfehlungswürdig. Kulturgeschichte der Clavierlehrerin" als Band 6 der Schriftenreihe des Sophie Drinker Instituts im BIS-Verlag erschienen.

Stand: 2007 abgeschlossen 

Dieter Nolden: Die Liszt-Schülerin Martha Remmert (1854 – 1941)

Doktorand Dieter Nolden stieß im Zusammenhang seiner Tätigkeit als Familienforscher im Liszt-Archiv in Weimar auf den Nachlass einer der profiliertesten Klavierschülerinnen von Franz Liszt. Die Auswertung erlaubt die Rekonstruktion einer Biographie, die im Hinblick auf Franz Liszt als Lehrer, Remmerts ausgedehnte Konzerttätigkeit, ihre Kontakte mit vielen namhaften Zeitgenossen und ihre Akvitäten zur Pflege des Liszt’schen Erbes gleichermaßen von Interesse ist.

Stand: laufend

Irène Minder-Jeanneret: Caroline Boissier-Butini (1786 – 1836). Musikpraxis einer Genfer Bürgerin des frühen 19. Jahrhunderts

Irène Minder-Jeanneret hat den für die damalige Zeit in der Schweiz außergewöhnlich reichen Nachlass einer Musikerin entdeckt und begonnen, ihn für eine Dissertation auszuwerten. Die Gattin eines wohlsituierten und musikliebenden Genfer Bürgers hinterließ neben Noten auch Tagebücher, Briefe und Reiseberichte, die die Rekonstruktion einer Biographie und Lebenswelt erlauben, die geprägt war einerseits von materiellen Möglichkeiten der Ausbildung, des Reisens und der Musikpflege, andererseits aber auch von den Grenzen, die durch Geschlecht und geographische Bedingungen gezogen waren.

Stand: Promotionsverfahren abgeschlossen, Veröffentlichung steht noch aus

Volker Timmermann: Violinistinnen zwischen 1848er-Revolution und Erstem Weltkrieg

Das erste große Erstaunen und Verwundern, dass Frauen es wagen, als Violinistinnen öffentlich aufzutreten, ist um die Mitte des 19. Jahrhunderts überwunden. Dennoch bleiben Geigerinnen vereinzelt, ihre Arbeitsbedingungen und ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit kennzeichnen sie weiterhin als Ausnahmeerscheinungen. Volker Timmermann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Sophie Drinker Instituts, bereitet eine Dissertation zu dieser Thematik vor. 

Stand: laufend

Marion Gerards: Johannes Brahms und die Konstruktion von Geschlecht in der Musik des 19. Jahrhunderts 

Kann Musik Auskunft geben über die Geschlechterbilder des Komponisten und seiner Zeit? Sicherlich tut sie das in Verbindung mit Sprache, in Liedern, Opern, Oratorien. Ist die „reine“ Instrumentalmusik frei von Zuschreibungen, oder lagern sich in ihr Symbole, Programme, Intentionen des Komponisten, zeitgenössische Zuschreibungen (z. B. in Kritiken) so ein, dass auch Klänge Geschlechterbilder transportieren? Marion Gerards, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Sophie Drinker Instituts, geht in ihrer Dissertation diesen Fragen am Beispiel ausgewählter Kompositionen von Johannes Brahms nach.

Stand: 2008 abgeschlossen

Yuko Tamagawa: Europäisierung, Geschlechterpolarisierung und Konsumorientierung. Die Musikkultur Japans zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Beispiel des Kaufhauses Mitsukoshi

Yuko Tamagawa, 2005 bis 2007 Gastwissenschaftlerin am Sophie Drinker Institut, wertet in ihrer Dissertation die Archivbestände des berühmten japanischen Kaufhauses aus. Mit Werbematerialien, einer eigenen Zeitschrift und Dokumenten zur Öffentlichkeitsarbeit liegen hier einzigartige Quellen zu einer Entwicklung vor, die Japan bis heute prägt: die Orientierung am westlichen Lebensstil und Konsumverhalten, die im Fall der Musikausübung mit einer Angleichung an traditionelle europäische Geschlechterrollen verbunden war. 

Stand: laufend

Babette Dorn: Die Komponistin und Pianistin Ilse Fromm-Michaels (1888 – 1986)

Warum ist der Name Ilse Fromm-Michaels heute möglicherweise weniger bekannt als in den 1920er Jahren? Inwiefern haben sich die beruflichen Einschränkungen, denen die Künstlerin ab 1933 ausgesetzt war, auf ihre Kompositionen ausgewirkt, inwieweit ihre Karriere als Pianistin geprägt? War ihre Situation anders als die ihrer männlichen Kollegen? Doktorandin Babette Dorn sucht durch die gezielte Auswertung bisher wenig oder noch gar nicht erschlossener Quellen Antworten auf diese Fragen. Ziel ist eine umfassende Biografie mit Werkverzeichnis.

Stand: laufend

Heike Frey: Musik in der Truppenbetreuung des Zweiten Weltkriegs

Das Dissertationsprojekt von Heike Frey über Musik in der Truppenbetreuung der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs beschäftigt sich sowohl mit Organisation und Programmatik musikalischer Truppenbetreuung als auch mit den Arbeits- und Auftrittsbedingungen der Musikerinnen und Musiker aus den Bereichen Kunstmusik und Populäre Musik.

Stand: laufend