Musikgeschichte auf der Bühne: Aktuelles

Vortrag

Gelehrt, gesellig, gesellschaftlich – Die Fabrikation frühneuzeitlicher Wissensordnungen

Dr. des. Sarah-Maria Schober (Universität Basel)

Die Frühe Neuzeit war eine Zeit der oft chaotisch anmutenden Umbrüche – und der Ordnungsanstrengungen. Ausgehend von dem Beispiel der Gelehrten in der eidgenössischen Stadt Basel um 1600 widmet sich der geschichtswissenschaftliche Beitrag der Frage, wie sich gelehrte, gesellige, gesellschaftliche und geschlechtliche Ordnungen gegenseitig bedingten und beeinflussten. Ziel ist es, Wissensordnungen gerade im Moment ihrer ständigen Fabrikation und Ausreizung zwischen Ordnung, Unordnung und Umordnung als gesellschaftliche Manifestationen erkenn- und hinterfragbar zu machen. Dies umfasst den Blick in die wissenschaftlichen Publikationen der Protagonisten (insbesondere Enzyklopädien und anatomische Werke) ebenso wie Einblicke in gesellige Aushandlungsmomente von Gesellschaftsordnungen und Körpermodellen in Briefen, derben Gedichten oder Trinkliedern.

Im Rahmen der Ringvorlesung "Musikalische Wissensordnungen"

23. April 2018, 18:00 Uhr
Universität Oldenburg, Bibliothekssaal

Ringvorlesung

  • Musikalische Wissensordnungen

    Konzeption: Dr. Cornelia Bartsch, Dr. Anna Langenbruch

    Sommersemester 2018, montags, 18:00 Uhr
    Universität Oldenburg, Bibliothekssaal

    Die Ringvorlesung fragt danach, wie Wissen hergestellt, anerkannt, gespeichert und verbreitet wird. Im Zentrum stehen Bezüge zwischen Musik und Wissen, aber auch allgemeinere Fragen nach künstlerischem, populärem und akademischem Wissen. Uns geht es dabei v.a. um unterschiedliche Ordnungskategorien musikalischen Wissens, insbesondere um Ordnungsfunktionen, die Historiographie und Geschlecht, Ethnizität, Nationalität und Genre (z.B. Musiktheater) oder Medien (Körper, Schrift, Bild, Musik) übernehmen.

     

    09.04.2018

    PD Dr. Stephanie Schroedter (Universität Heidelberg)
    Vom Wissen des Tanzes über die Musik

    23.04.2018

    Dr. des. Sarah-Maria Schober (Universität Basel)
    Gelehrt, gesellig, gesellschaftlich – Die Fabrikation frühneuzeitlicher Wissensordnungen

    07.05.2018Prof. Dr. Thorsten Logge (Universität Hamburg)
    Klios Medien – Ausführungen und Aufführungen von Geschichte in der Öffentlichkeit
    14.05.2018Dr. Talia Bachir-Loopuyt (Université François-Rabelais Tours)
    Musik, Kultur und Wissen: Von der Musikethnologie zur Ethnographie von Musikwelten
    11.06.2018Prof. Dr. Clemens Risi (Universität Erlangen-Nürnberg)
    Affekte, Emotionen und Körperwissen in der Oper des 17. und 19. Jahrhunderts
    18.06.2018Prof. Dr. Signe Rotter-Broman (Universität der Künste Berlin)
    Musik – Wissenschaft – Geschichte: Internationale Ausstellungen und musikalische Wissensordnungen im späten 19. Jahrhundert
    25.06.2018Prof. Dr. Annegret Huber (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)
    Werte | Wahrheit | Werturteil. Wissensordnungen durch Strukturanalysen von Musik aus feministischer Sicht

    Eine Veranstaltung des Instituts für Musik (Fachbereich Kulturgeschichte der Musik; Emmy Noether-Nachwuchsgruppe "Musikgeschichte auf der Bühne") in Kooperation mit dem Graduiertenkolleg "Selbst-Bildungen", dem Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung und dem Wissenschaftlichen Zentrum "Genealogie der Gegenwart".

    Plakat der Ringvorlesung (PDF)

Internationales Symposium

"Beethovens Vermächtnis": Mit Beethoven im Exil

Konzeption: Dr. Anna Langenbruch (Universität Oldenburg), Dr. Beate Angelika Kraus und Prof. Dr. Christine Siegert (Beethoven-Haus Bonn)

1.-3. März 2018
Beethoven-Haus Bonn, Kammermusiksaal

Im Zentrum der Tagung stehen die Beethoven-Rezeption und Beethoven-Praktiken des Exils zwischen ca. 1933 und 1945, also z.B. das wissenschaftliche, literarische oder publizistische Schreiben über Beethoven, das politische und musikalische Handeln mit Beethoven, die Komponisten-Bilder, die sich ExilantInnen machten, die sie mitnahmen und transformierten, oder die Auseinandersetzung mit Beethovens Musik im Konzert, auf Tonträger, im Rundfunk oder Film. Damit trägt die Tagung dazu bei, die Rolle von Musik und Musikwissenschaft im aktuellen Diskurs der Exil- und Migrationsforschung zu überdenken und zu stärken, und zwar am Beispiel einer Komponisten-Figur, die für das musikalische und politische Selbstverständnis deutschsprachiger Exilantinnen und Exilanten zentral war, bisher in diesem Zusammenhang jedoch wenig erforscht ist.

Anlass der Tagung ist die Wiederentdeckung einer verschollen geglaubten Studie des Musikpublizisten Paul Bekker aus den Jahren um 1934. Sie trägt den Titel "Beethovens Vermächtnis" und soll auf der Tagung präsentiert und in den Kontext der zeitgenössischen Auseinandersetzung mit Beethoven eingeordnet werden.

Flyer zur Veranstaltung

 

Kontakt

Dr. Anna Langenbruch

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut für Musik
26111 Oldenburg

Tel: +49 (0) 441 - 798 2908
E-Mail: anna.langenbruch(at)uni-oldenburg.de
Raum: A5-1-134