Holzer, Andreas / Markovic, Tatjana: Galina Ivanovna Ustvol'skaja - Komponieren als Obsession

Galina Ivanovna Ustvol’skajas Musik wurde im Westen erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts bekannt,  obwohl sie Schülerin des berühmtesten sow­jetischen Komponisten Dmitri Šosta­kovič war. Extrem zurück­gezogen verbrachte sie fast ihr ganzes Leben in Sankt Petersburg. Auch wenn sie aus materiellen Gründen anfänglich Kantaten oder Suiten verfasste, die den kulturpolitischen Ideologien des Staates entsprachen, so fand sie doch sehr früh – gewissermaßen auf einer zweiten Schiene – zu einem äußerst eigenständigen, unverwechselbaren Kompositionsstil. Ihre zunehmend religiös, aber auf keine Konfession hin ausgerichteten "eigentlichen" Werke – nur 25 an der Zahl – zeichnen sich durch einen radikalen Reduktionismus aus und sind gespickt mit extremen Aus­drucksmitteln. In diesem Buch wird das eigenwillige künstlerische Profil der Komponistin und ihre Verankerung im kulturpolitischen Kontext herausgearbeitet.

 

Europäische Komponistinnen, Band 8, hg. von Annette Kreutziger-Herr und Melanie Unseld. Köln/ Weimar: Böhlau Verlag 2013.

Böhlau Verlag