Kulturgeschichte der Musik

Musik entsteht im Zusammenwirken vieler Personen: jene die Musik komponieren, die sie verlegen und aufführen, aber auch die sie fördern, sie hören, über sie nachdenken, urteilen und schreiben… Diese Vielfalt der mit Musik zusammenhängenden Tätigkeiten zu reflektieren, ist Ziel eines kulturhistorischen Blickwinkels auf Musik. Dieser schärft darüber hinaus auch das Bewusstsein, dass Komponistinnen und Komponisten Teil dieses Zusammenwirkens sind, dass sie sich im stetigen Austausch mit den kulturellen, politischen, sozialen und geschlechterspezifischen Kräftefeldern ihrer Zeit und der Vergangenheit befinden. Schließlich integriert die Kulturgeschichte der Musik auch Fragen nach den musikalischen Räumen, nach Bezügen zu anderen Künsten, zum (musikkulturellen) Alltag und anderem mehr.

Diese Vielfalt der Perspektiven zieht eine Vielfalt der methodischen Ansätze nach sich, die auch Anregungen aus anderen Disziplinen aufgreift. Diese Methoden in einen sinnvollen Dialog zu bringen und in den musikkulturellen Zusammenhang zu stellen, befördert jene von Italo Calvino so genannten "lightness", die Flexiblität des Denkens. Dass dabei kein hermetisch geschlossenes Gebäude von Musikgeschichte entsteht, liegt auf der Hand. Vielmehr geht es um eine "Nicht-Einheit der Geschichte" (Karin Hausen), die beständiges Neudenken und Entdecken ebenso gelten lässt, wie die Verschiedenheit der Perspektiven auf Musikgeschichte.

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