Migration - Gender - Politics

Deutsch-Arabischer Hochschuldialog

Politics and Gender - Ein transnationales Forschungs- und Lehrnetzwerk


Die Frauen- und Geschlechterforschung hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht nur in den Universitäten der westlichen Welt etabliert, sondern auch im arabischen Raum. Dies ist die Grundlage für einen Verbund zur Forschung, Curriculumentwicklung und Nachwuchsförderung, den die Universität Oldenburg koordinieren wird. Unter dem Dachthema Politik und Geschlecht wird es zunächst um Fragen der Staatsbürgerschaft von Frauen gehen.

Welche Möglichkeiten zur politischen Partizipation und Repräsentation haben Frauen in Deutschland, in Marokko, in Jemen? Wie unterscheiden sich staatsbürgerliche Rechte entlang der Linien von Geschlecht und Klasse, religiöser oder ethnischer Zugehörigkeit? Was trennt, was verbindet? Welches Potential für Veränderung gibt es und welche Wege sehen WissenschaftlerInnen und AktivistInnen in ihren jeweiligen Ländern? Welche Formen der Unterstützung sind sinnvoll und gewünscht?
Als weiterer thematischer Schwerpunkt steht der Zusammenhang von Geschlecht und Gewalt im Mittelpunkt des Projekts. Was sind effektive Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sowohl im privaten wie öffentlichen Raum? Oder auch: Wie hängen die Konstruktionen von Maskulinität zusammen mit der Gewalt im Geschlechterverhältnis und was kann dagegen getan werden?

Das auf drei Jahre konzipierte Projekt ist in der Arbeitsstelle Migration und Gender am Institut für Politikwissenschaft angesiedelt und wird im Rahmen des "Europäisch-Islamischen Kulturdialogs" vom DAAD mit einem Gesamtvolumen von voraussichtlich ca. 270.000 € gefördert. Kooperationspartner sind das Zentrum für Frauenforschung der Universität Fes in Marokko, das Zentrum für Geschlechterforschung und Entwicklung an der Universität Sana'a sowie das Frauenforschungs- und Trainingszentrum der Universität Aden, beide im Jemen. Eine weitere Partnerschaft mit dem 1973 gegründeten Institut für Frauenstudien in der Arabischen Welt an der Libanesisch-Amerikanischen Universität Beirut ist geplant.

Neben gemeinsamen Forschungsaktivitäten und Publikationen soll das Thema ‚Politics and Gender' auch in die Curricula der BA-/MA-Studiengänge aller beteiligten Universitäten integriert werden. Diese Inhalte und Materialien werden zuvor in einer gemeinsam veranstalteten internationalen Summer School für Studierende erprobt. Das Projekt reicht aber auch über den unmittelbar wissenschaftlichen Bereich hinaus: in allen beteiligten Ländern wird mit Frauenorganisationen aus den Bereichen der Menschenrechts- und Entwicklungspolitik zusammengearbeitet, was u.a. auch Praktika für die Studierenden ermöglicht. Darüber hinaus wird mit zahlreichen Stipendien für Studierende und Doktorandinnen gezielt die transkulturelle fachliche Qualifikation arabischer und deutscher Sozial- und KulturwissenschaftlerInnen sowie PädagogInnen gefördert.