Ausschreibung

Stipendien im Promotionsprogramm „Migrationsgesellschaftliche Grenzformationen“

Das kultur- und sozialwissenschaftliche Promotionsprogramm „Migrationsgesellschaftliche Grenzformationen: Wissensordnungen, Materialitäten, Subjektivierungen“ ist ein Disziplinen, Fakultäten und Standorte übergreifendes Promotionsprogramm. Durchgeführt in Kooperation der Universitäten Oldenburg, Osnabrück und Göttingen fußt es auf der mehrjährigen Zusammenarbeit von Migrationsforscherinnen und Migrationsforschern sowie der Migrations­forschungszentren CMC (Center for Migration, Education and Cultural Studies) in Oldenburg, IMIS (Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien) in Osnabrück und dem Labor für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung in Göttingen. Das Land Niedersachsen fördert das Promotionsprogramm mit 12 Georg-Christoph-Lichtenberg-Stipendien.

Das Programm bietet einen hervorragenden Rahmen für theoretisch und empirisch ausge­richtete Promotionsvorhaben in der Migrationsforschung. Leitend ist die Annahme, dass sich im Zuge von Migrationsbewegungen gesellschaftliche Handlungskontexte und Grenzmarkie­rungen grund­legend verändern. Die in der Migrationsgesellschaft konstitutiven sozialen, kulturellen, räumlichen und politischen Ordnungen und ihre Veränderungen werden sowohl in medialen, wissenschaftlichen, politischen und juridischen Diskursen, Praktiken und Mate­rialitäten als auch in von diesen vermittelten Erfahrungen, Affekten, Narrationen und Reprä­sentationen sichtbar und kontinuierlich (neu) ausgehandelt. Diese Aushandlungen können eher explizit oder beiläufig sowie eher konsensual oder konflikthaft verlaufen. Unter Rückgriff auf den Begriff der ‚Grenzformation’ nähert sich das Programm diesen Verhältnissen begriff­lich-theoretisierend, methodologisch sowie empirisch. Es fragt danach, wie in Vergangenheit und Gegenwart Zugehörigkeiten in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern formiert und hervorge­bracht werden und wie die dabei relevanten Grenzziehungsprozesse und -kon­struktionen aufeinander bezogen sind bzw. zusam­menwirken. Als zentrale Dimensionen migrations­gesellschaftlicher Grenzformationen und Zugehörigkeits­ordnungen versteht und unter­sucht das Promotionsprogramm dabei (a) Ordnungen ­gesellschaftlichen Wissens, (b) die Materialitäten gesellschaftlicher Realität und (c) die in diesen symbolisch-materialen Ver­hältnissen offerierten Subjektpositionen. Die der Bewerbung beizufügende Promotionsskizze sollte in dieser thematischen Grundausrichtung sowie in einer dieser drei Dimensionen angesiedelt sein.

Zum 1. Februar 2017 (frühestmöglicher Beginn der Laufzeit) werden bis zu 12 Georg-Christoph-Lichtenberg-Stipendien (mtl. 1.400 Euro Grundbetrag zzgl. 100 Sachkostenbeitrag und ggf. Kinderpauschale) mit einer Laufzeit von jeweils drei Jahren vergeben. Die Promovierenden werden an einer der drei beteiligten Universitäten ihren Arbeitsplatz haben und promovieren nach den dort gültigen Regularien; das gemeinsame Programm findet an den drei Standorten sowie mit Hilfe digitaler Kommunikationsmedien statt.

Das Promotionsprogramm bietet Promovierenden:

  1. ein ideales Umfeld zur Abfassung ihrer Dissertationen sowohl durch strukturierte Modul­angebote zur fachlichen Vertiefung als auch durch eine interdisziplinäre Tandembetreuung;
  2. ein Forum für einen lebendigen interdisziplinären Dialog und die Ausbildung eines fachlichen sowie Fächer und Universitäten übergreifenden Netzwerks sowie
  3. Angebote zur Erlangung von Schlüsselqualifikationen, die es den Promovierenden ermöglichen, sich auf einem immer stärker diversifizierten Arbeitsmarkt zu positionieren und einer Vielfalt von Anforderungsprofilen (in der Wissenschaft und darüber hinaus) gerecht zu werden.

Von den Bewerber/innen wird ein überdurchschnittlicher, zur Promotion befähigender universitärer Hochschulabschluss in einem der beteiligten oder einem benachbarten Fach erwartet. Zudem wird erwartet, dass die Bewerber/innen zum Zeitpunkt ihrer Bewerbung bereits eine konkrete Idee für ein Promotionsprojekt entwickelt haben, die an die im Programm thematisierten Fragestellungen anschlussfähig ist. Bewerbungen aus den im Programm vertretenen Disziplinen – Amerikanistik, Erziehungswissenschaft, Ethnologie, Geographie, Geschichtswissenschaft, Kulturanthropologie, Kulturwissenschaft, Musikwissen­schaft, Politikwissenschaft, Soziologie und Sportwissenschaft – sind besonders erwünscht. Bewerbungen aus dem Ausland sind möglich. Verkehrssprache des Kollegs ist Deutsch, Promotionen könnten aber auch auf Englisch verfasst werden.

Bewerbungen sollten (bitte in dieser Reihenfolge) umfassen:

  1. ein etwa 1000 Zeichen umfassendes Abstracts des geplanten Promotionsvorhabens, das auch die Anknüpfung an Gegenstand und Fragestellungen des Promotionskollegs deutlich macht;
  2. eine max. achtseitige Skizze des Promotionsvorhabens (exklusive Literaturverzeichnis, das nicht länger als 2 Seiten sollte);
  3. eine max. eine Seite umfassende Stellungnahme zur eigenen fachlichen Verortung und zur Verortung des geplanten Promotionsprojekts innerhalb des Promotionsprogramms;
  4. Lebenslauf;
  5. Zeugnisse;
  6. eine Schreibprobe (z.B. eine eigene Publikation oder ein Auszug aus der Abschlussarbeit)
  7. ein Empfehlungsschreiben einer Hochschullehrerin/eines Hochschullehrers

Bewerbungen sind bis zum 15.09.2016 in elektronischer Form (als ein einziges pdf-Dokument) an den Sprecher des Promotionsprogramms, Prof. Dr. Paul Mecheril (migg(at)uni-oldenburg.de), zu richten.