Assistenzsysteme und Medizintechnik

Technologiegestützte Interventionen am Beispiel der Prävention des schleichenden funktionellen Abbaus im Alter

AEQUIPA (Physical activity and health equity: primary prevention for healthy ageing) ist ein regionales Präventionsforschungsnetzwerk in Nordwestdeutschland. Die Kernthemen des Netzwerks sind körperliche Aktivität als wesentlicher Baustein des gesunden Alterns und gesundheitliche Chancengleichheit in Bezug auf die verschiedenen Bewegungs-interventionen des Netzwerkprojektes. Somit strebt AEQUIPA an, körperliche Aktivität für gesundes Altern bei Personen der Altersgruppe 65+ zu stärken. Zudem soll die Rolle neuer Technologien zur Unterstützung körperlicher Aktivität bei älteren Menschen untersucht werden.

Primäres Ziel dieses Teil-Projektes (TP4) ist die Erforschung neuer und vernetzter Technologien zur individuellen Gesundheitsvorsorge in der Primärprävention. Hierzu wird eine Kombination von Sensoren zur Unterstützung präventiver Maßnahmen entwickelt und am Beispiel einer frühzeitigen Erkennung und technologiegestützten Intervention für das Entgegenwirken eines schleichenden funktionellen Abbaus evaluiert. Durch nutzerspezifische Anpassungen der Nutzungsschnittstelle sollen soziale Hürden überwunden werden, so dass Präventionsmaßnahmen individueller und effizienter gestaltet werden können.

Weiterführende Informationen finden Sie unter: www.aequipa.de

Hintergrund und Problem/Bedarf

Geräte wie Activity-Tracker  und ähnliche körpernahe Sensoren sind zur Überwachung der Vitalfunktionen, für die Aufdeckung von Risiken als auch für Präventionsmaßnahmen sehr gut geeignet. Solche Geräte sind relativ preisgünstig, lassen sich einfach in den Alltag integrieren und können auch von technisch wenig versierten Personen über einen längeren Zeitraum angewandt werden. Das macht sie auch für einen Einsatz in größeren Studienpopulationen brauchbar. Die Geräte sind mittlerweile so verlässlich und präzise, dass die während des Monitoring gesammelten Informationen über das Verhalten und die Vitalfunktionen eine valide Basis für ein Feedback an den jeweiligen Probanden und die Planung weiterer Maßnahmen bilden.

Ansatz

Etablierte Sensoren (wie z.B. der aTUG oder Bodenkraftmessplatten) und geriatrische Assessments (wie z.B. der Stair Climb Power Test oder der 6 Minute Walk Test) werden auf ihre Eignung für Präventionsmaßnahmen evaluiert. Gleichzeitig werden basierend auf inertialen Sensoren neue Messtechniken zur zielgruppenspezifischen Bewegungsanalyse und Prädiktion entwickelt. Die Nutzerschnittstelle wird an die spezifischen sozioökonomischen Anforderungen anpassbar sein.

Die Technologien werden im Rahmen zweier Studien entwickelt und evaluiert: In der VERSA-Studie (Vorhersage zum Erhalt der Selbstständigkeit im Alter) wird an 251 Personen ein Screening ihres funktionellen Abbaus durchgeführt, das neben einem umfassenden geriatrischen Assessment neue Technologien zur Erfassung der körperlichen Aktivität unter Alltagsbedingungen nutzt.

Die Aktivitäten umfaßen dabei im Detail folgende wesentliche Bereiche:

Kooperationen/Förderung

Das BMBF-Projekt AEQUIPA wird zwischen 02/2015 bis 01/2018 gefördert.

Beteiligte Partner

OFFIS Institut für Informatik

Universitätsklinik für Geriatrie, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Department für Versorgungsforschung, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen