Medizinische Physik

“Assessment Of Auditory Nonlinearity For Listeners With Different Hearing Losses Using Temporal Masking And Categorical Loudness Scaling“

Tim Jürgens, Birger Kollmeier, Tom Brand, and Stephan D. Ewert, Hear. Res. 280, 2011, pp. 177-191.

Schallempfindungsschwerhörigkeit ist meist auf die Schädigung äußerer und innerer Haarzellen im Innenohr zurückzuführen. Da allerdings direkte (d.h. invasive) Messungen aus ethischen Gründen am Menschen nicht möglich sind, ist man auf indirekte psychoakustische Messungen angewiesen, um Rückschlüsse auf diese Schädigung zu erhalten.

Diese Studie vergleicht die Ergebnisse zweier Methoden, der kategorialen Lautheitsskalierung und der “Temporal Masking Curves” (TMCs) in einer Gruppe von normal- bis schwer hörenden Probanden. Die kategoriale Lautheitsskalierung quantifiziert das Lautheitsempfinden von Schmalbandrauschen als Funktion des Pegels, liefert dadurch ein Maß für das Recruitment. Unter der Annahme, dass eine Aufteilung des Lautheitsempfindens auf den Verlust äußerer Haarzellen zurückzuführen ist, ist eine Schätzung der Schädigung im Probanden möglich. Aus TMCs lässt sich eine Input/Output-Kennlinie des Gehörs ableiten, die durch Vergleich mit der Input/Output-Kennlinie von Normalhörenden ebenfalls Rückschlüsse auf den Verlust äußerer Haarzellen erlaubt. Der Vergleich beider Methoden liefert eine hohe Konsistenz der Ergebnisse in der heterogenen Probandengruppe. Im Hinblick auf eine klinische Anwendung ist allerdings die kategoriale Lautheitsskalierung wegen der deutlich kürzeren Messdauer zu bevorzugen.

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