Forschung

1.

Leben und Werk von Ruth Moufang, 1905-1977

Leben und Werk der Mathematikerin Ruth Moufang soll so erforscht werden, dass zum 100. Geburtstag eine Ausgabe der gesammelten Werke mit umfassenden Kommentaren und einem biographischen Essay erscheinen kann.
Die Publikationen von Ruth Moufang müssen für heutige LeserInnen durch Erläuterungen und ggf. Neuformulierungen erschlossen werden.
Aussagen ehemaliger Schüler und Zeitzeugen sowie Nachlässe von Zeitgenossen sind aus-zuwerten.
Ruth Moufang ist in ihrer akademischen Karriere während der Nazizeit stark diskriminiert worden. Ihre wissenschaftliche Tätigkeit ist durch die Verweigerung der Habilitation und eines Arbeitsplatzes an der Universität schwer beeinträchtigt worden. Ihre Leistungen zwischen Dissertation und Habilitationsschrift zeigen ein ganz ungewöhnliches kreatives Potential und methodische Fähigkeiten.

2.

Zur Entwicklung von fachbezogenen Strategien, Einstellungen und Einschätzungen von Mathematikstudentinnen in den Studiengängen "Diplom-Mathematik" und "Lehramt an Gymnasien"
gefördert vom Niedersächsischen Forschungsverbund für Frauen- und Geschlechterforschung in Naturwissenschaften, Technik und Medizin, gem. mit Frau Prof. Dr. K. Reiss

Obwohl es etwa im Vergleich zu den Ingenieur- und Naturwissenschaften einen nicht unerheblichen Anteil von Studentinnen im Fach Mathematik gibt, setzt sich dieser Frauenanteil nicht in ihrer Präsenz an der Universität nach dem ersten Abschluß fort. Frauen streben in wesentlich geringerem Maße als Männer eine Promotion oder Habilitation an. Das Projekt soll auf verschiedenen Ebenen einen Beitrag zur Ursachenbestimmung leisten.
Dazu sollen Mathematikstudentinnen und -studenten zu drei verschiedenen Zeitpunkten, nämlich zum Studienbeginn, nach dem Vordiplom bzw. der Zwischenprüfung und kurz vor dem Examen befragt werden. Inhalt wird dabei zum einen die persönliche Sicht auf die Mathematik sein. Dazu gehören Aspekte wie die Einstellung zum Fach, die Erwartungen an das Studium und die eigene Leistungsfähigkeit, die Diskrepanz zwischen Erwartungen und Studienrealität und das jeweilige Bild von der Mathematik. Das Projekt soll dazu beitragen festzustellen, ob und wie - insbesondere die zukünftigen Lehrerinnen - durch das Studium in die Lage versetzt werden, Geschlechtsrollenstereotypen entgegenzuwirken. Diese Stereotypen, nach denen "Mathematik nichts für Mädchen und Frauen" ist, werden nämlich auch durch die Schule tradiert. Zum anderen werden diese Aspekte zur fachlichen Kompetenz in Beziehung gesetzt. Dabei geht es primär nicht darum, sie am Produkt, also an der Lösung von Aufgaben, festzumachen. Vielmehr soll betrachtet werden, welche Prozesse bei der Lösung bevorzugt werden.
Die Ergebnisse sollen aus geschlechtsvergleichender Perspektive interpretiert werden.
Vom Projekt werden Impulse zu Veränderungen in der universitären Lehre ausgehen können, um mehr Frauen für eine wissenschaftliche Laufbahn in der Mathematik zu ermutigen und zu fördern und um künftige Lehrerinnen und Lehrer zu befähigen, Mathematik für Mädchen und Jungen als ein über die Schule hinaus bedeutungsvolles Fach zu unterrichten.

3.

Kommutative Semikörper

Kommutative Semikörper treten als Koordinatenbereiche projektiver Ebenen mit transitiven abelschen Kollineationsgruppen auf. Konstruktion und Klassifikation solcher Strukturen, vor allem über algebraischen Zahlkörpern und Funktionenkörpern stehen im Mittelpunkt des Interesses.