Studium

Der Masterstudiengang „Museum und Ausstellung“ ist theoriebezogen und anwendungsorientiert.

Die Studierenden sollen in ihrem Studium lernen, fachübergreifende und fachvertiefende theoretische Fragestellungen aus Geschichte, Kunst- und Kulturwissenschaften und deren Vermittlung selbstständig und mit wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten und für Probleme von Ausstellung und Museum nutzbar zu machen. Theorie, Geschichte, Aufgaben und neue Vermittlungsansätze des Museums und des Ausstellens sind Ausgangspunkt des Studiums und Themen des zentralen zweisemestrigen Basismoduls.

Museumspraxis wird in den ersten beiden Semestern begleitend (Museumstag), eigene Ausstellungspraxis in einem Projekt erworben; dazu kommen vielfältige wissenschaftliche Exkursionen zu aktuellen Museen und Ausstellungen, Veranstaltungen zum Museumsmanagement und ein Praktikum am Ende des Studiums.

Ein Alleinstellungsmerkmal des Studiengangs bildet das zum Wintersemester 2016/17 implementierte Modul „Provenienz, Recht und Internationalisierung“, das Provenienzforschung verbindlich im Studienplan verankert, erste Orientierung in museumsbezogenen juristischen Fragestellungen bietet und dies alles vor dem Hintergrund einer internationalen Perspektive, die durch eine einwöchige Auslandsexkursion geschärft wird.

Besonders hervorzuheben, da in dieser Form in keinem anderen Studiengang bekannt, ist der Block „Berufsfindungsphase“ als Bestandteil des Masterabschlussmoduls. Hier werden in Form von Workshops die notwendigen Fähigkeiten zur Selbst- und Projektpräsentation vermittelt sowie erste Kontakte hergestellt, bei denen die Studierenden ihr Spezialgebiet (der Masterarbeit) auf Fachtagungen, Konferenzen und anderen geeigneten Foren professionell präsentieren sollen.

Im Zentrum des Studiums steht die Auseinandersetzung mit

  • den Entwicklungen des Sammelns und Präsentierens, unterschiedlichen Museumsformen seit der Moderne als Institutionen des kulturellen Gedächtnisses, der Identitätskonstruktionen und zugleich der Darstellungen kultureller Differenz, der Wissensproduktion und zugleich des „Staunens“ und der Irritation,
  • der Repräsentation ethnisch, geschlechtlich, sozial oder anderweitig konstituierter gesellschaftlicher Gruppierungen im Kontext aktueller Debatten wie der um „Neue Museologie“ bzw. „Neues Ausstellen“,
  • Problemen und Möglichkeiten der Ausstellungsgestaltung und der Besucherorientierung,
  • den Anforderungen an zeitgemäßes Museumsmanagement sowie
  • der Untersuchung materieller und visueller Kultur, Geschichtskultur, Kunst, Medien und ihren Interferenzen.

Die Besonderheit des Studiengangs liegt in der zeitgemäßen Verbindung der drei museumsbezogenen Disziplinen Geschichte, Kunst und Materielle Kultur. Sie beruht auf der direkten, engen und verbindlichen Kooperation mit den unterschiedlichen am Studiengang beteiligten Museen. Sie ergibt sich aus der Verschränkung theoretischer und praktischer Erkenntnisweisen, die bei zwei der beteiligten Fächer - Kunst und Materielle Kultur - auch künstlerisch-wissenschaftliche Ansätze einschließen kann.

In diesem Studiengang liegen die Schwerpunkte mithin – verglichen mit thematisch ähnlichen Angeboten – auf Museums- und Ausstellungstheorie, auf einer forschungsbasierten fachwissenschaftlichen Vertiefung museumsrelevanter Felder einschließlich Vermittlung und schließlich einer museologisch-praktischen Ausbildung, die Managementanteile enthält.