Kunst • Vermittlung • Bildung

Vermittlung ist nicht Pädagogik ist nicht Bildung ist nicht Didaktik. Und doch haben alle Begriffe bzw. Handlungsfelder miteinander zu tun. Sie kehren ineinander wieder, widersprechen sich, verweisen auf je unterschiedliche, manchmal auch unsichtbare Strukturen.

Schule ist nicht Jugendkunstschule ist nicht Universität ist nicht Museum. Und doch verbindet sie alle etwas – vorausgesetzt man betrachtet, wie diese Institutionen unterschiedlich, sich widersprechend und zum Teil auch widersprüchlich Kunst integrieren oder damit umgehen.

Unser Anliegen im Bereich Kunst • Vermittlung • Bildung am Institut für Kunst und visuelle Kultur ist es, quer durch die zuvor angedeuteten Zusammenhänge zu denken, zu forschen und zu lehren. Vermittlung und Bildung befragen wir dabei aus drei Perspektiven:

  • 1. von Kunst aus,
  • 2. von den Adressat*innen aus und
  • 3. von den Institutionen der Kunstvermittlung aus.

Von Kunst aus:

Die Kunst ist Ausgangspunkt unseres Konzipierens und Handelns: Was passiert mit und durch Kunst, wenn über sie gesprochen, nachgedacht und gestritten wird? Was kann es für Vermittlung und Bildung bedeuten, wenn Kunst sich dagegen zu sträuben scheint, eindeutig erfahren und verstanden zu werden?

Von den Adressat*Innen aus:

Die Adressat*innen sind Ausgangspunkt unseres Konzipierens und Handelns: Was könnten zum Beispiel Fünfzehnjährige im Zusammenhang mit Kunst wollen – und wo? Und was GrundschülerInnen – und wie? Was wünscht sich das Museumspublikum vom Museum und seiner Vermittlung – und warum? Und welche Chancen und Schwierigkeiten tun sich auf, wenn überhaupt so genannte Zielgruppen formuliert werden?

Von den Institutionen aus:

Der jeweilige institutionelle Kontext beeinflusst entscheidend unser Konzipieren und Handeln: Wie geht zum Beispiel das Museum, wie geht man in Ausstellungen mit den Wünschen und Vorstellungen des jeweiligen Publikums um? Was zeichnet Lehrer*innen aus, unter welchen Bedingungen kann sich Kunst in der Schule ereignen? Haben Handlungen grundsätzlich eine ästhetische Dimension?

All diesen und noch weiteren Fragen stellen wir uns. Auf Kunst als maßgebliches Inspirations- und Arbeitsfeld kommen wir dabei immer wieder zurück. Auf Kunst, seit sie so heißt, und vor allem auf das, was gegenwärtig unter Kunst verstanden wird. Wir versprechen uns davon, auf kritisch-analytische und widerständige Wege zu geraten, auf Methoden zu stoßen, welche die Sicht auf die Welt vielleicht ein wenig stören, erweitern, verändern, weil sie Dinge anders ins Visier nehmen, als herkömmliche wissenschaftliche Methoden und Verfahrensweisen. Darum verstehen wir unsere Arbeit auch als kunstbezogene Bildungsarbeit.

Wir versuchen Lehrer*innen aller Schulformen und Kunstvermittler*innen für Fragen des Ästhetischen und der Kunst zu sensibilisieren, und sie dafür zu bilden, Kunst zu unterrichten bzw. Kunstvermittlung zu realisieren.

Wir hoffen, kritische Kunstvermittler*innen bilden zu können. Und wir wünschen uns, jene, die nicht primär mit Vermittlungsfragen zu tun haben, für diese aufzuwecken und zu interessieren.

 

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