Promotionsprogramm Kulturen der Partizipation

Fragestellungen

  • Ist diese Ambivalenz von Partizipation ein spezifisches Phänomen moderner westlicher Gesellschaften? Ist die Annahme, dass es sich bei den Bezügen auf Partizipation um ein spezifisch westliches und modernes Phänomen handelt, überhaupt plausibel?
  • Wie verhält sich die Idee von Partizipation als Versprechen, Forderung und Selbstbeschreibung der Moderne zu anderen normativen modernen Grundkategorien wie Freiheit, Gleichheit, Solidarität und Menschenwürde usw.?
  • Durch welche Praxen, Narrative, Diskurse usf. ist dieser Bezug auf Partizipation historisch gewachsen und welche historischen Frühformen lassen sich aufzeigen?
  • Inwiefern unterscheiden sich Norm und Praxis gesellschaftlicher Partizipation? In welchem Zusammenhang können diese zur Materialität und Körperlichkeit von Partizipation stehen
  • Wer oder was sind die Akteure und die Subjekte von Partizipation und welche Rolle kommt jenen zu, die sich den Partizipationsversprechen und -forderungen entziehen und nicht aktiv partizipieren?
  • Wer wird von den normativen Versprechen und Forderungen von Partizipation aus den jeweiligen Kontexten ausgeschlossen und wie – z.B. an welchen intersektionalen und identitären Grenzen wie Geschlecht, Ethnizität, Klasse – findet dieser Ausschluss statt? Gibt es normative und analytische Konzepte der Nicht-Partizipation?
  • Welche verschiedenen Formen und Konzepte von Partizipation (z.B. alternative, kritische, dissidente, deviante Partizipation) gibt es und wie lässt sich der Dualismus von Partizipation und Nicht-Partizipation unterlaufen?
  • Wie lassen sich Praktiken der Selbstermächtigung / -unterwerfung im Verhältnis zu normativ positiven Partizipationsbezügen begreifen und unter welchen Umständen kann (Selbst-)Ermächtigung auch bedeuten, Partizipationsforderungen oder -angebote zurückzuweisen?
  • Welche Zusammenhänge von Subjektivierung, Kollektivierung und Vergesellschaftung lassen sich beobachten und was ist das Subjekt von Partizipation?
  • Wie verhält sich die ökonomische Dimension (z.B. die Verfügung über bzw. der Zugang zu Kapitalien und Ressourcen) von Partizipationsfähigkeiten und -möglichkeiten zu Partizipationsversprechen und -forderungen?
  • Wie bringen Medien und Dispositive spezifische Formen und Repräsentationen der Partizipation hervor und wie lassen sich Dynamiken und Prozesse dieses „Partizipationsgeschehens“ beschreiben?
  • Wie gestalten sich Bezüge auf Partizipation im Kontext von Institutionen und Organisationen und in welchem Spannungsverhältnis stehen diese zueinander und anderen gesellschaftlichen Teilbereichen?
  • Wie verhält sich Wissenschaft zu den und innerhalb von widersprüchlichen Modernisierungsprozessen der Partizipation? Wie reagieren normative und kritische Theorien auf diese Herausforderungen?
  • Welchen Beitrag können Demokratietheorien in diesem Zusammenhang leisten, wo weisen sie eventuelle Leerstellen und blinde Flecken auf und was können sie daraus lernen?
  • Welche Rolle spielen unterschiedliche Konzepte von Partizipation in Gegenwartsdiagnosen und welche Erkenntnisse können über die Analyse solcher Gegenwartsdiagnosen gewonnen werden?