Promotionsprogramm Kulturen der Partizipation

Lara-Katharina Roszak

Projektskizze

Relational-Werden – Perspektiven einer Philosophie der Teilhabe (Arbeitstitel)

Das Promotionsprojekt widmet sich der Suche nach philosophischen Versatzstücken eines Denkens von Teilhabe, Partizipation und Relationalität in der französischen Philosophie des 20. Jahrhunderts.
Anhand der Verknüpfung theoretischer Figurationen – insbesondere George Batailles „innere Erfahrung“, Jacques Derridas Hantologie und Jean-Luc Nancys „Mit-Sein“ – entwirft die Arbeit eine systematische Konfiguration richtungsweisender Denkansätze für eine ethische, epistemologische und ontologische Problematik der Teilhabe, wie sie in ihrer Vielfältigkeit sowohl von gegenwärtigen Theoriebewegungen wie dem Posthumanismus als auch von globalpolitischen Situationen wie der Flüchtlingspolitik veranschaulicht wird.

Der methodologische Ausgangspunkt ist der Begriff der Teilhabe selbst: er wird etymologisch uns diskursanalytisch als „Arbeitsbegriff“ verwendet, um die Semantiken, Figurationen und Konzepte der ausgewählten Theorietexte zu befragen, welche sich in spezifischer Weise in den philosophischen Diskurs von Sein und Gemeinschaft eingeschrieben haben.
Die Textgegenstände werden in ihrem diskursiven und semantischen Kontext analysiert und in einer entstehenden Genealogie des (post-)modernen Denkens von Teilhabe und Relationalität situiert.

Die Leitfragen der Arbeit sind mitunter folgende: Wie lässt sich die Divergenz von Teilhabe einerseits und Partizipation und Gemeinschaft andererseits im Rahmen der Textgegenstände ideen- und diskursgeschichtlich charakterisieren?
Welche Bedeutung hat Vermittlung und damit Relationalität, Materialität, Performativität und Zeitlichkeit in den jeweiligen Problemkonfigurationen?
Wie konkretisiert sich Teilhabe in zeitgenössischen Theoriefiguren der Grenze und Grenzüberschreitung?

Das Projekt zielt schließlich darauf ab, jene Denkweisen von Teilhabe ins Bild zu setzen, welche weniger strikt auf der Basis ontologischer Seinskategorien operieren und sich eher als epistemologische oder praxeologische Positionen zusammenfassen lassen, da sie (Da-)Sein an die Bedingung der Kommunikation binden und als immanentes und generatives Vermittlungsgeschehen begreifen. Vor dem Hintergrund dieses Problemverständnisses und durch die Berücksichtigung technologischer und ökologischer Fragestellungen (Félix Guattari, Donna Haraway, Gilbert Simondon) sich diese Arbeit auch im Rahmen einer medienphilosophischen Tradition verorten.