Promotionsprogramm Kulturen der Partizipation

Christoph Haker

Wissenschaftliche Ausbildung

Zunächst studierte ich Wirtschaft/Politik und Mathematik auf Lehramt an der Universität Flensburg. Meine Qualifikationsarbeiten Der Begriff der Weltgesellschaft. Nation, Exklusion und illegalisierte Migration (B.A. Vermittlungswissenschaften) und Protest in Systemtheorie und Poststrukturalismus – Niklas Luhmann und Michel Foucault im Vergleich (M.Ed. Realschullehramt) verfasste ich am Institut für Allgemeine Soziologie. Nach meinem Abschluss im Sommersemester 2012 ging ich an die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, um meine soziologischen Kenntnisse zu vertiefen. Hier schloss ich im Wintersemester 2014/15 mein Studium mit der Arbeit „Von mir willst du den Weg erfahren?“ – Theorie paradoxer Modernisierung und Gesellschaftskritik (M.A. Soziologie) ab. Meine Schwerpunkte liegen im Bereich der Gesellschaftstheorie, soziologischer Gegenwartsdiagnosen und politischer Theorie. Seit dem Wintersemester 2012/13 bin ich Lehrbeauftragter an der Europa-Universität Flensburg. Von Januar 2014 bis Mai 2015 war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt Rekonstruktion von Governance-Regimen des BNE-Transfers an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.

Projektskizze

Die soziologische Differenz - Ein Beitrag zur (Selbst-)Kritik der Soziologie (Arbeitstitel)

Das Ausgangsproblem

Die Problemstellung für mein Projekt ist folgende: Soziologische Theorien sind grundlegend auf die Gesellschaft bezogen, ohne dass diese Grundlegung ein festes Fundament bildet. Daher reflektiert das Fach Soziologie die Ordnungsbeziehung soziologischer Theorie zur Gesellschaft seit ihrer Entstehung. Diese Reflexion findet in der multiparadigmatischen Wissenschaft Soziologie sowohl durch Selbstreflexionen (Selbstbeschreibung), als auch in einem Metadiskurs über andere soziologische Theorien (Fremdbeschreibung) statt. Die Selbstreflexionen soziologischer Theorie sind der Gegenstand meiner Arbeit. Die Ordnungsbeziehungen der soziologischen Theorie, die durch Selbstreflexionen hergestellt werden, bezeichne ich als soziologische Differenz. Sie finden sich in der Textform soziologischer Selbstbeschreibungen und werden häufig in Reflexionsprogramme überführt.

Die wissenschaftssoziologische und -historische Betrachtung des deutschsprachigen Diskurses um die Ordnungsbeziehungen soziologischer Theorien zeigt, dass dieser eine Schieflage aufweist. Er wird und wurde in der Regel durch zwei Modi der Kritik bestimmt, die beide als Fremdbeschreibung agieren: Der erste Modus ist jener der Metatheoretisierungen, die entweder ein Interesse an einer Metatheorie der Soziologie oder an der Herstellung einer facheinheitlichen Theorie haben, die die Sozialwissenschaft auf das Niveau der Naturwissenschaften heben soll. Der zweite Modus ist jener der Supertheoretisierungen, die sich gegen alternative Theorien abschirmen, indem sie diese nur als Gegenstände der eigenen Theorie thematisieren können. Eine Schieflage tut sich hier auf, da beide Verfahren sich im Modus der externen Kritik vollziehen und soziologische Theorie unter ihrer je eigenen theoretischen Perspektive vergegenständlichen. Als Alternative zu dieser Fremdbeschreibung soziologischer Theorie verfolge ich eine immanente Kritik soziologischer Selbstbeschreibungen.mehr...

 

 

Publikationen (Auswahl)

Haker, C./Schmechel, C. (2016): Kein Selbstzweck – Kritiken an den Versprechen der Partizipation. Bericht zur Summer School „Partizipation als Versprechen und Forderung der Moderne“ des Promotionsprogramms „Kulturen der Partizipation“, Universität Oldenburg, 14.–18. September 2016. In: Soziopolis – Gesellschaft beobachten, 28.10.2016 (http://www.soziopolis.de/vernetzen/veranstaltungsberichte/artikel/kein-selbstzweck-kritiken-an-den-versprechen-der-partizipation/).

Haker, C./Wolf, L. (2016): Überwachen und Strafen heute. Bericht zur Tagung an der Universität Bremen, 5.–7. November 2015. In: Soziopolis – Gesellschaft beobachten, 06.01.2016,  (abrufbar unter: www.soziopolis.de/vernetzen/veranstaltungsberichte/artikel/ueberwachen-und-strafen-heute-1/

Bormann, I./Heinrich,M./Hamborg, S./Lambrecht, M./Nikel, J./Haker, C./Brüsemeister, T. (2016): Governance von Transferprozessen im Mehrebenensystem. Gegenstandsbezogene und methodologische Überlegungen. In: I. Bormann, S. Hamborg & M. Heinrich (Hg.): Governance-Regime des Transfers von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Qualitative Rekonstruktionen. Wiesbaden, VS, S. 7-41.

Haker, C./Nikel, J. (2016): Inhaltsanalytisch-prozessuale Mechanismenanalyse. Ausführungen zu einer mechanismenorientierten Erklärung von Governanceprozessen mit Hilfe der Qualitativen Inhaltsanalyse. In: I. Bormann, S. Hamborg & M. Heinrich (Hg.): Governance-Regime des Transfers von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Qualitative Rekonstruktionen. Wiesbaden, VS, 49-66.

Heinrich,M./Bormann, I./Hamborg, S./Lambrecht, M./Nikel, J./Haker, C./Brüsemeister, T. (2016): Rekonstruktion des Governance-Regimes des Transfers von Bildung für nachhaltige Entwicklung. In: I. Bormann, S. Hamborg & M. Heinrich (Hg.): Governance-Regime des Transfers von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Qualitative Rekonstruktionen. Wiesbaden, VS, 289-341.

Nikel, J./Haker, C. (2016): Handlungskoordination zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren im BNE-Transfer. Eine inhaltanalytische-prozessuale Mechanismensanalyse auf Bundeslandebene. In: I. Bormann, S. Hamborg & M. Heinrich (Hg.): Governance-Regime des Transfers von Bildung für nachhaltige Entwicklung. Qualitative Rekonstruktionen. Wiesbaden, VS, 151-180.

Nikel, J./Haker, C. (2015): Intermediäre Aushandlungsräume. Herausforderung für die Governanceanalyse und grenzüberschreitende Handlungskoordination im BNE-Transfer. In: Zeitschrift für Bildungsforschung, Jg. 5, Heft 2, S. 219-233.

Gils, C./Haker, C. (2014): Quantified Self. Gefangen in der Ambivalenz der Moderne. In: 360° – Das Studentische Journal für Politik und Gesellschaft, Jg. 9, Heft 1, S. 90-99.

Nikel, J./Haker, C. (2014): BNE International: Die UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. In: Pädagogik Unterricht, Jg. 34, Heft 2/3, S. 7-8.

Nikel, J./Haker, C./Franz, K. (2014): Staatlich organisierte Partizipation? Prozesskarten als Heuristik der Rekonstruktion von Governanceprozessen des BNE-Transfers auf Bundeslandebene. In: W. Bos, K. Drossel & R. Strietholt (Hg.): Empirische Bildungsforschung und evidenzbasierte Reformen im Bildungswesen. Münster: Waxmann,  S. 211-227.

 

Kontakt

christoph.haker(at)gmail.com