Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften

AUSTER - Arbeit und Wohlstand im erweiterten Europa

Das Projekt

Der Beitritt der 10 mittel-, ost- und südeuropäischen Staaten vor einem Jahr bildete die größte Erweiterungsrunde in der Geschichte der Europäischen Union. 450 Millionen Bürgerinnen und Bürger werden jetzt mit ihren unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Traditionen auf der Basis der genannten Ziele der Verfassung in der Europäischen Union zusammenleben.

Diese Erweiterung der Europäischen Union ist ein großer Schritt zur Stabilisierung von Demokratie und Frieden in Europa. Doch sie ist auch mit wirtschaftlichen und sozialen Problemen verbunden: Die anhaltende Massenarbeitslosigkeit und die damit verbundene Krise der Sozialversicherungssysteme haben in vielen Teilen Europas zu einer tiefen Verunsicherung geführt. Durch den Beitritt der neuen Mitgliedsländer treffen in der EU sehr unterschiedliche Einkommens- und Sozialstandards aufeinander. Viele Bürgerinnen und Bürger der höher entwickelten EU-Staaten, z.B. in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland, sehen deshalb ihren Lebensstandard bedroht. Die befürchtete Zuwanderung von Niedriglohnarbeitern und die Betriebsverlagerungen in die Erweiterungsländer erzeugen Angst vor Arbeitsplatz- und Einkommensverlusten. Verbunden mit der Diskussion um Arbeitszeitverlängerungen, Kürzungen von Urlaubs- und Weihnachtsgeld und weiteren Einschnitten in den Leistungskatalog der sozialen Sicherungssysteme wächst in Deutschland aktuell eine europakritische Stimmung.

Das Projekt Auster nimmt diese Ängste der Bürgerinnen und Bürger auf und verdeutlicht die Chancen und Risiken der Erweiterung der Europäischen Union. Im Verlauf des einjährigen Projektes wird Auster mit vielfältigen Informationsveranstaltungen versuchen, einen Beitrag zur Versachlichung dieser aktuellen und kontroversen Diskussionen zu leisten.

Die in in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Hustedt|Celle, Oldenburg und Osnabrück stattfindenden Veranstaltungsreihen vermitteln Informationen über die europäischen Mitglieds- und Bewerberländer, deren Wirtschaftsstrukturen und Sozialdaten, Arbeitsmärkte und Sozialsysteme.
Durch die Einbindung der Sozialpartner und insbesondere der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Unternehmen, die in engen wirtschaftlichen Beziehungen zu den neuen Mitgliedsstaaten stehen, werden die Hoffnungen und Sorgen der konkret Betroffenen thematisiert. Dabei werden auch alternative Lösungsstrategien diskutiert, die einen Ausbau des europäischen Sozialmodells verlangen.

Veranstaltungsübersicht

 

März 2006:

  • Frauen im neuen Europa (Arbeitstitel). Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, Braunschweig.

Mai 2006:

  • Wenn Unternehmen wandern - Betriebsverlagerungen in EU-Erweiterungsländer. Workshop, Osnabrück.
  • Das neue Europa - Europäischer Arbeitsmarkt von Polen bis Portugal - Konflikte um Arbeitsplatz und Freizügigkeit (Arbeitstitel). Vortrags- und Diskussionsveranstaltung, Hannover.
  • Das neue Europa: Chancen und Risiken im Standortwettbewerb durch die erweiterte EU (Arbeitstitel). Vortrag und Podiumsdiskussion, Göttingen, Rathaus.