Professoren erinnern sich an ihre KinderUni-Vorlesung

Prof. Dr. Andreas Engel, Physik

Glückwunsch und Kompliment an Kuni und sein nimmermüdes Team: Zehn Jahre KinderUni haben sich als wunderbare Möglichkeit erwiesen, Kinder für Wissenschaft zu begeistern, und Wissenschaftlern kindliche Begeisterung zurückzubringen.

Prof. Dr. Ellen Kiel, Biologie

„Meinen Sie, wir könnten eigenes Filmmaterial drehen?“ Vermutlich bedauerte der Kameramann sehr bald die bereitwillige Zusage auf meine Frage. Spätestens als er für meine „kleine“ Filmidee am heißesten Sommertag in brusthoher Watthose die schwere Kamera durchs Wasser schleppte – während alle Mücken und Bremsen der Gegend ihn als willkommene „Blutbar“ betrachteten.

P.S.: Er grüßt mich noch. Die gebannten Augen der Kinder bei seinen wundervollen Aufnahmen haben wohl auch ihn entschädigt.

Prof. Dr. Birger Kollmeier, Physik

Alle waren sehr aufgeregt zur Premiere der KinderUni mit „Der kleine Mann im Ohr“. Siebenmal hätte der große Hörsaal bis auf den letzten Platz gefüllt werden können. Als der damalige Uni-Präsident Siegfried Grubitzsch vor dem Mikrofon zugab, dass auch er sehr aufgeregt ist, wurde mir recht seltsam zumute. Aber dann kam der Gong, die Musik verklang, und die Kinder haben ganz schnell und direkt auf jeden kleinen Gag reagiert – weg war das Lampenfieber! Großer Dank an die Kinder der ersten Stunde, das Organisationsteam und natürlich: Alles Gute, Kuni!

Prof. Dr. Esther Ruigendijk, Niederlandistik

Es ist nicht direkt ein Moment, an den ich mich am besten erinnere - vielmehr ein Allgemeineindruck, in etwa so: Dann sitzen da plötzlich über 800 Kinder vor dir, so ein großes Publikum hatte ich noch nie. Und so ein großartiges Publikum hatte ich auch noch nie. Es war sehr schön, wie interessiert die Kinder waren, wie enthusiastisch, und wie direkt sie reagiert haben auf unterschiedliche Teile der Vorlesung. Und sie haben so viele Fragen gestellt! Für mich gilt: KinderUni? Jederzeit wieder!

Mein Glückwünsch zu 10 Jahre KinderUni: Es ist schön und wichtig, dass es die KinderUni gibt, für die Besucher, und für diejenigen, die vortragen. Ich gratuliere dem KinderUni-Team dann auch von ganzem Herzen zu diesem erfolgreichen Projekt.

Prof. Dr. Melanie Unseld, Musik

Auf die Frage, was mich im Rahmen der KinderUni am nachhaltigsten beeindruckt hat, kann ich nur sagen: das Zuhören-Können der Kinder.

Während der Vorbereitungen zu meiner KinderUni-Vorlesung „Von Rittern, Gewittern und gefährlichen Seefahrten. Wie kann Musik Geschichten erzählen?“ bin ich gewarnt worden: die eingespielte Musik solle möglichst nicht zu lang sein, sonst würden die Kinder wohl nicht mehr zuhören. Nun forsche ich aber in einem Feld, in dem – vor dem Nachdenken über Musik – das Zuhören steht. Musik müssen wir zunächst einmal rezipieren, um dann über sie nachdenken zu können. Daher war die KinderUni-Vorlesung für mich ein Experiment. Und es ist geglückt!

Die Kinder haben nicht nur sehr aufmerksam der Musik gelauscht, sondern sie haben sich dann vor allem mit großem Interesse auf den Weg des Verstehens gemacht: Was klingt wie? Und wie kann ich hörend in die Musik eintauchen, um Leitmotive zu erkennen, um musikalische Zusammenhänge zu begreifen, kurz: um Fragen an die Musik zu stellen.

Prof. Dr. Mathias Wickleder, Chemie

Wie kann man eine Vorlesung wirklich auf die Probe stellen? Richtig, mit einem kritischen Publikum! Und welches Publikum ist schon kritischer als ein Hörsaal voller wissbegieriger Kinder? Ich erinnere mich gerne an unsere Vorlesung zum Thema „Wie kommt das Licht in die Welt?“ Wir konnten mit zahlreichen chemischen Experimenten beeindrucken, unter anderem mit einem Experiment, das wir „Elefantenzahnpasta“ nennen (eine spezielle Zersetzung von Wasserstoffperoxid).

Die spontane Frage einer Zuhörerin: „Putzen sich Elefanten denn überhaupt die Zähne?“ So schnell ist man als Dozent sprachlos. Man muss halt immer sehr genau aufpassen, dass man sich nicht aus Versehen in die Nachbardisziplinen verirrt!

Glückwunsch zur KinderUni, die beide Seiten wirklich fordert: Zuhörer und Vortragende!

Prof. Dr. Gerhard Zotz, Biologie

Die beiden Fragerunden! Die wirklich ungestüme Wissbegier der Kinder, die fast grenzenlose, natürliche, fordernde Neugierde, die da aus zig Kindermündern herausbrach – Das will ich wissen! – Sag´s mir“.

Irgendwo auf dem langen Weg von Grundschule zu Universität geht diese begeisterte, und für mich als Lehrer wirklich begeisternde Frische bei den meisten jungen Menschen leider verloren. Und dann heißt es im Studium: „Muss ich das wirklich wissen?“