Die Erinnerung an die Reformation. Europäische Erinnerungskultur und konfessionelle Identitätsbildung vom 16. Jahrhundert bis heute
Aufbauseminar

Wie und warum erinnern wir uns an historische Ereignisse? Welche Rolle spielen Erinnerungen heute in der Identitätsbildung einer zunehmend globalisierten Welt? Und wie verändert sich das Erinnern eines historischen Ereignisses- hier der Reformation- von seinem Geschehen bis zum heutigen Tag?

In diesem Seminar soll die identitätsstiftende Rolle des Reformationsprozesses vom 16. Jahrhundert bis heute schlaglichtartig analysiert und im Hinblick auf die Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum 2017 thematisiert werden. Im Mittelpunkt steht dabei die artefaktbasierte Forschung: Die fortlaufende Umdeutung und Integration materieller Dinge bzw. die Schaffung erinnerungsstiftender Monumente können neue Erkenntnisse über die Sinnstiftung und Konstruktion des Erinnerns liefern. Ferner soll eine Auseindersetzung mit konfessionellen Erinnerungskulturen sowie die Einsicht in die grundsätzliche Instrumentalisierbarkeit des kulturellen Gedächtnisses für den eigenen Umgang mit der Geschichte als Wissenschaft sensibilisieren.

Das Seminar versteht sich als Forschungsseminar und soll die Möglichkeit bieten, eigene Fragestellungen zu entwickeln und kleinere Forschungsprojekte zu realisieren. Die Bereitschaft zur Einarbeitung in das Thema der Artefaktforschung sowie zur umfangreichen deutschen und englischen Forschungslektüre ist daher zur Teilnahme zwingend vorauszusetzen. Aktive und regelmäßige Teilnahme sind für einen erfolgreichen Seminarabschluss unabdingbar.