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Mieten in Deutschland

Mietverhältnis

In deutschen Wohnungsanzeigen werden Sie zwei "Arten" von Mieten finden: Kaltmiete und Warmmiete. Kaltmiete bezeichnet die grundsätzliche Miete, die Sie für ein Zimmer, eine Wohnung oder ein Haus bezahlen, während Warmmiete bereits die Nebenkosten beinhaltet (Grundstückspflege, Abfallentsorgung, evtl. Treppenhausreinigung, Heizung, Wasser, Schornsteinreinigung etc.). Am Ende zahlen Sie Ihrem Vermieter/Ihrer Vermieterin die Summe, die als Warmmiete angegeben wird.

Kaltmiete + Nebenkosten = Warmmiete.

In Deutschland wird die Miete monatlich gezahlt und üblicherweise als Dauerauftrag überwiesen. In vielen Fällen muss eine Kaution gezahlt werden, die Sie nach Ihrem Auszug vom Vermieter/der Vermieterin zurückerhalten.

Mietverhältnisse sind in Deutschland in der Regel unbefristet, doch gibt es auch die Möglichkeit der Zwischenmiete und der Wohngemeinschaft (WG). Die meisten Wohnungen sind unmöbliert, zuweilen sogar ohne Küche und Haushaltsgeräte. Die Größe der Wohneinheit wird in Quadratmetern angegeben; bei Wohnungen/Häusern wird die Anzahl der Zimmer genannt, die es neben Küche und Badezimmer gibt. Mieter und Vermieter unterzeichnen grundsätzlich einen Mietvertrag, der dem Deutschen Mietgesetz entsprechen muss. Der Mietvertrag enthält neben Angaben zur Lage, Größe und Ausstattung des Objekts auch in der Regel:

  • den Mietpreis
  • die Nebenkosten
  • die Höhe der Kaution mit Regelungen dazu, wann die Kaution teilweise oder ganz einbehalten werden kann (z.B. aufgrund von Schäden, die von Ihnen verursacht wurden)
  • alle Verpflichtungen von Mieter und Vermieter
  • Bestimmungen zur Kündigung

Nebenkosten

Nebenkosten wie Heizung und Wasser sind meistens in der Warmmiete enthalten. Sie werden nach durchschnittlichem Verbrauch pro Haushaltsmitglied und nach der Wohnungsgröße berechnet. Strom ist in den meisten Fällen in den Nebenkosten nicht enthalten, sodass Sie selber mit einem Stromanbieter einen Vertrag abschließen müssen; manchmal gilt das auch für das Gas für Heizung und Warmwasser. Die Energieversorger buchen monatliche Abschläge von Ihrem Konto ab; nach einem Jahr erfolgt eine Abrechnung über Ihren tatsächlichen Verbrauch. Vermieter müssen ebenfalls einmal im Jahr eine Nebenkostenabrechnung über den tatsächlichen Verbrauch machen und auch hier muss ein finanzieller Ausgleich bei Mehr- bzw. Minderverbrauch erfolgen.

Mietrecht

Grundsätzlich gilt für Mieter und Vermieter eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Der Vermieter muss Ihnen einen Grund für die Kündigung nennen. Für den Vermieter verlängert sich die Kündigungsfrist nach fünf- bzw. achtjähriger Dauer des Mietverhältnisses auf sechs bzw. neun Monate. Eine Kündigung muss schriftlich erfolgen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Mieter der Kündigung widersprechen. Bei Problemen können Sie sich beim Deutschen Mieterbund rechtliche beraten lassen. Voraussetzung dafür ist eine kostenpflichtige Mitgliedschaft, die eine Rechtsschutzversicherung für gerichtliche Auseinandersetzungen über das Mietverhältnis beinhaltet.

 

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Abkürzungen wichtiger Begriffe in Wohnungsanzeigen (pdf)