Nachhaltigkeitsorientierte Innovationskompetenz

Allgemein meint Innovationskompetenz die individuelle Fähigkeit zur Generierung von Innovationen. Vor allem Fachkompetenz und Personalkompetenz haben eine wesentliche Bedeutung für die erfolgreiche Gestaltung von Innovationsprozessen (vgl. Hardt, Felfe & Hermann 2011). Die Fachkompetenz ist eine wesentliche Voraussetzung für die fachlich fundierte Auseinandersetzung mit Problemen und Herausforderungen des Unternehmens. Ohne ausreichendes Fachwissen können keine Anknüpfungspunkte an bestehende Lösungen identifiziert und die Realisierbarkeit neuer Ideen nicht beurteilt werden. Gleichermaßen ist die Personalkompetenz erforderlich, die sich in Innovationsprozessen durch eine kritische, offene und hinterfragende Haltung sowie durch einen kreativen und eigenständigen Umgang mit bestehenden Lösungen, Routinen und insbesondere Wissensbeständen auszeichnet. Diese individuellen Sichtweisen auf Wissen und Wissenserwerbsprozesse werden in der Psychologie unter der Bezeichnung „epistemische Überzeugungen“ modelliert. Sie haben eine handlungsleitende Funktion, sind domänen- und themenspezifisch ausgeprägt und beschreiben, was ein Individuum (z. B. eine Führungskraft) unter Wissen versteht, welche Eigenschaften es Wissen zuordnet und wie der Wissenserwerb aus seiner Sicht erfolgt. 

Grundlegendes Ziel des Modellversuchs InnoNE ist es daher, (1) das Fachwissen über nachhaltiges Wirtschaften in den teilnehmenden KMU aus dem stationären Einzelhandel zu befördern sowie (2) die nachhaltigkeitsorientierten epistemischen Überzeugungen zu entwickeln.

Quelle

Hardt, J. V.; Felfe, J. & Hermann, D. (2011). Innovationskompetenz: Entwicklung eines neuen Konstrukts durch eine explorative Studie. Zeitschrift für Arbeitswissenschaft, 65(3), 235–243.