02.06.2017 – Campus-Leben

Tortilla, Tanz und Töne

Bunt gemischt: Das Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen macht das Internationale Sommerfest so abwechslungsreich.

Auch in diesem Jahr gibt es viele kulinarische Kostproben.

Auftritte von Tänzern und Bands sind fest im Programm – wie zuvor von Pierre-Blondel Amougou. Fotos: Universität Oldenburg

In einen bunten kulturellen Treffpunkt verwandelt sich der Mensa-Vorplatz am 8. Juni: Auch in diesem Jahr bekommt das Internationale Sommerfest der Universität durch den Einsatz vieler Studierender Leben eingehaucht. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

„Es freut mich, meine Kultur zu repräsentieren, hier in meinem Gastland. Es gibt schon einige Unterschiede zwischen Kamerun und Deutschland und das Interessante ist, diese auf eine schöne Art und Weise zu zeigen“, erzählt Pierre-Blondel Amougou. Der Sozialwissenschafts-Student organisiert seit vier Jahren mit manchmal bis zu dreißig anderen Studierenden aus verschiedenen Fachrichtungen den Feststand für sein Heimatland Kamerun. Den Besuchern des 19. Internationalen Sommerfests wollen sie Cocktails mit frischen Früchten und das traditionelle pof-pof – warme Teigtaschen und Kidney.Bohgnen – servieren. Wie immer sind die Aufgaben im Team klar verteilt: Pierre-Blondel kümmert sich um die Dekoration der Tische mit afrikanischen Skulpturen und seinen handgemachten farbenfrohen Handtaschen, die er auch verkauft. Parallel und kurz vor dem Fest werden seine Mitstreiter im uninahen Wohnheim das Bof-Bof und die Getränke vorbereiten, um sie dann pünktlich und frisch am Stand anzupreisen. Die Einnahmen des Verkaufs gehen allesamt an die studentische Organisation Camsao, die an Kameruner Feiertagen kulturelle Veranstaltungen in Oldenburg umsetzt.

„Das Besondere ist das studentische Engagement“

Auf die besondere Atmosphäre des Internationalen Sommerfests, das durch Tanz, Musik und Gaumenfreuden wieder für eine ausgelassene Stimmung sorgen wird, ist Pierre-Blondel schon jetzt wieder gespannt: „Man sieht an den Gesichtern der Gäste, dass sie sich freuen, Neues auszuprobieren, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und Dinge aus erster Hand aus vielen Kulturen zu erfahren.“

Dass das sehr gut beim gemeinsamen Genuss von Musik und kulinarischen Spezialitäten gelingt, belegen die Zahlen des Internationalen Sommerfests aus den Vorjahren: Zu jeder Veranstaltung kamen im Schnitt rund 1.800 Gäste, vertreten waren jeweils über 30 Länder. Dazu kommen interkulturelle Projekte aus der Stadt wie der IBIS e.V. oder „Start with a friend“. Maßgeblich verantwortlich für die Planung ist das International Student Office (ISO). Jenka Schmidt, Leiterin des ISO: „Das Besondere am Internationalen Sommerfest ist das studentische Engagement, das in dieser Form ziemlich einmalig ist. Integrative, kulturelle Arbeit funktioniert nur so, wenn sich viele Menschen auf allen Ebenen beteiligen. Für uns vom ISO ist es das wichtigste Fest im Jahr und wir freuen uns immer darauf.“ Auch die Hausmeister, Elektriker, Sicherheits- und Brandschutzbeauftragten der Universität tragen wieder ihren Teil zum Gelingen des Fest bei und sind bereits in die Vorbereitungen mit eingebunden.

Viele Programmpunkte haben sich über die Jahre entwickelt und bewährt – sie werden das Fest daher auch in diesem Jahr wieder prägen. So gibt es zum Beispiel einen Extra-Anreiz, den eigenen Stand schön zu dekorieren: Eine Jury vergibt Preise für besonders kreativ gestaltete Stände. Studentische Gruppen und Projekte, die sich insbesondere für internationale Kontakte und Zusammenarbeit einsetzen, zeichnet das Präsidium der Universität mit dem Preis der Internationalisierung aus. Die mit 2.500 Euro dotierte Würdigung vergibt eine Fachjury, der unter anderem Prof. Dr. Esther Ruigendijk, Vize-Präsidentin für wissenschaftlichen Nachwuchs und Internationales, angehört.

Glam-Rock-Klassiker und Capoeira

Für Abwechslung sorgt auch ein vielseitiges Bühnenprogramm. Einige „Acts“ stehen schon fest: Den Auftakt macht traditionell die Big Band der Universität unter der Leitung von Bernhard Mergner. Das Trio „Low Hanging Fruit“ ist auch wieder dabei: Querbeet legt es bekannte Stücke mit Akustikgitarren und Gesang neu auf. Einen Höhepunkt bildet die fünfköpfige Band „Rustÿ Slämmer“, die sich selbst dem Genre „Hair Metal“ zuordnet. Die junge Formation, die großen Wert auf auffällige Kostümierungen legt, gibt Glam-Rock-Klassiker zum Besten. Neben weiteren musikalischen Einlagen wird vor allem getanzt – im letzten Jahr präsentierte eine Gruppe zum Beispiel den brasilianischen Kampftanz Capoeira. Kinderherzen höher schlagen lässt das Angebot des „Spielefanten“ in der Freilufthalle.

Bis zum 28. Mai hat das ISO Standbewerbungen entgegen genommen. „Wenn Leute danach noch merken, dass sie Lust haben, etwas auf die Beine zu stellen, und noch Platz ist, sind auch Nachmeldungen möglich“, so Schmidt mit einem Augenzwinkern.

Sarina Lux