22.02.2017 – Kultur

Alltagsgegenstände und ihre Geschichte(n)

Im Sammlungsraum "Kleider und Geschichten" reihen sich insgesamt 1.700 Kleidungsstücke aneinander. Fotos: Universität Oldenburg

Die Bestände der "textilen Objekte" bieten Einblicke in all das, was zwar Textil, aber keine Kleidung ist.

Die Sammlung präsentiert auch Musterbücher mit Stoffproben - von den 1950er bis in die 1990er Jahre.

Textile Alltagsgegenstände und ihre Geschichte(n) stehen im Mittelpunkt einer neu strukturierten Sammlung des Instituts für Materielle Kultur. Mehr als 4.000 Objekte vom Strumpfband der Kaiserzeit bis zum Cocktailkleid der 80er-Jahre sind zu sehen.

Die Sammlung umfasst die vier Räume „Kleider und Geschichten“, „Textilobjekte“, „Stoffe“ und „Schriften“. 1.700 Kleidungsstücke gibt es zu sehen, außerdem 400 Stoffmuster und 4.800 Schriften – neben Fachliteratur zählen dazu Modezeitschriften und Werbekataloge aus verschiedenen Jahrzehnten. Hinzu kommen 950 Textilobjekte. Das umfasst all das, was zwar Textil, aber keine Kleidung ist – wie Decken, Kissenbezüge oder Topflappen.

Alltagsgegenstände im Fokus

„Unser Fokus liegt ganz klar auf Alltagsgegenständen. Man soll sehen können, dass sie genutzt wurden“, sagt Carolin Krämer, Kustodin der Sammlung. Sie sei besonders interessiert daran, die Geschichte hinter den Objekten zu erfahren: Sei es der grüne Cordanzug, mit den es in den 70ern erstmals in die Tanzschule ging oder die knallbunte Badehose, in der der erste Sprung vom Zehnmeterbrett gelang – die Biografien der Objekte werden stets mit aufgenommen. „Es ist die Sammlung einer Reformuniversität. Sie hat eine eher kulturwissenschaftliche Ausrichtung und ist damit deutschlandweit einzigartig“, erläutert Krämer.

Den Grundstein für die Sammlung legte Prof. Ingrid Köller bereits 1979, als sie an der noch jungen Oldenburger Universität das Fach Textilwissenschaften aufbaute. Die Objekte werden seither als Anschauungs- und Arbeitsmaterial in der Lehre genutzt. Sie haben Generationen von Studierenden als Quellenmaterial für Haus- und Abschlussarbeiten gedient und diese auch zu eigenen Arbeiten inspiriert. Seit dem vergangenen Jahr wird die Sammlung Stück für Stück überarbeitet.

Besuch nach Voranmeldung möglich

Die Sammlung steht in erster Linie den Studierenden und Lehrenden des Instituts zur Verfügung – professionell geordnet und katalogisiert. Interessierte Einzelbesucher sind ebenfalls willkommen, sich die Objekte im Gebäude A02 (Campus Haarentor) anzuschauen. Zudem können herausragende textile Objekte für die Sammlung gespendet werden. Besucher und Spender werden gebeten, sich unter Telefon 0441/798-2167 oder per E-Mail an sammlung-materiellekultur(at)uol.de zu melden.