Leitfaden für Lehre und Studium
zum WS 2002/2003
für Lehrende in der Informatik
Diplom und BSc

Stand: 20.06.2002   Autor/innen: E. Best, A. Ring, U. Scheidsteger

Was ist ein Modul?

Ein Modul ist eine abgeschlossene Lehreinheit. In den Informatikstudiengängen sind alle Module einsemestrig, bis auf das Softwareprojekt in beiden Studiengängen und die Projektgruppe im Diplomstudiengang, die sich über je zwei Semester erstrecken. Jedes Modul wird studienbegleitend (individuell und zeitnah) geprüft. In einer Modulbeschreibung, die im Web verfügbar ist (Beispiele), gibt die oder der Modulverantwortliche an, welche Leistungen zu erbringen sind, damit das Modul als bestanden anerkannt wird, und wie sich die Notenpunkte aus den Einzelleistungen (Übungsleistungen, Klausurnoten, o.ä.) zusammensetzen.

Was sind ECTS-Punkte (Kreditpunkte)? Was sind Notenpunkte?

ECTS-Punkte (oder Kreditpunkte) sind Äquivalente für erfolgreich geleistete studentische Arbeitszeit. Dabei gehen wir davon aus, dass durchschnittlich begabte Studierende pro Semester maximal 30 volle Arbeitsstunden erfolgreich investieren müssen, um einen ECTS-Punkt zu erwerben. Lehrende sind dazu verpflichtet, ihre Veranstaltungen so auszulegen, dass Studierende im Durchschnitt und bei erfolgreicher Teilnahme beispielsweise für ein 6-ECTS-Modul allerhöchstens 180 Stunden Arbeit investieren müssen. Das schließt Präsenzzeiten in Vorlesungen, Seminaren, Übungsstunden und Sprechstunden, Arbeiten zu Hause und Vor- und Nachbereitungszeiten für Klausuren und Nachklausuren ein. Da diese Arbeitszeit nicht auf das gesamte Semester gestreckt werden kann, sondern sich oft in der Vorlesungszeit konzentriert, ist darauf zu achten, dass es sich bei der Zahl 180 für den Aufwand um eine obere Schranke handelt, die nicht überschritten werden darf, und dass es nach unten Flexibilität gibt. Module, die zwischen 150 und 180 Stunden erfolgreiche durchschnittliche Arbeit erfordern, sind ohne Weiteres akzeptabel, und je weniger sich ein Modul in die vorlesungsfreie Zeit strecken lässt, desto eher sollte der Aufwand zu 150 tendieren.

Notenpunkte sind Maßzahlen für die Qualität von geleisteter Arbeit. Sie reichen von 0 bis 100 und entsprechen Prozentpunkten erfolgreich geleisteter Arbeit. Z.B. sollen für eine genau zur Hälfte erfolgreich bearbeitete Klausur 50 Notenpunkte vergeben werden. Die Grenze zwischen nicht bestanden / bestanden liegt bei 39 / 40 Notenpunkten: nur ab 40 Notenpunkten oder mehr werden positive Kreditpunkte vergeben.

Bewertung von Modulen

Die Kriterien zum Erreichen von Notenpunkten werden von den Modulverantwortlichen festgelegt und in der Modulankündigung bekannt gegeben. Arten der Prüfungsleistungen können Klausuren, mündliche Prüfungen usw. sein. Hausübungen können in Verbindung mit Klausuren oder mündlichen Prüfungen Teil der Prüfungsleistung sein.

Ein Beispiel aus der Veranstaltung Software Engineering:

Mindestens 40% der Aufgaben aller Übungszettel müssen im Durchschnitt erfolgreich bearbeitet worden sein, um in der Modulnote mehr als 0 Punkte zu erreichen. In diesem Falle bestimmen die erreichten Übungsprozente anteilig 10 Punkte der Modulnote. Mindestens 40 Notenpunkte (von 100 möglichen Punkten) müssen insgesamt erreicht werden, um das Modul zu bestehen.

Je nach Veranstaltung kann statt der Aufteilung 10:90 auch eine andere Aufteilung gewählt werden, jedoch sollte der Anteil der Übungsprozente 25 nicht überschreiten. Andere Arten der Leistungsbewertung (z.B. Freiwilligkeit der Hausübungen, Note nur durch Klausur) sind auch zulässig. Im Gegensatz zu den Prüfungsklausuren brauchen schriftliche Hausübungen nicht archiviert zu werden.

Belegung eines Moduls / Anmeldung zur Prüfung

Die Studierenden entscheiden sich durch Eintrag in die Anmeldeliste für die Belegung eines Moduls und damit auch für die Anmeldung zur dazu angekündigten Prüfungsleistung (z.B. Klausur). Der Zeitpunkt, bis zu dem Module belegt werden können, wird durch die oder den jeweilige/n Modulverantwortliche/n festgelegt.

Mit Eintrag in die Anmeldelisten sind die Studierenden zu allen auf dieses Modul bezogenen Prüfungen zugelassen. Bei Nichtbestehen des Moduls, etwa wegen ungenügender Punktezahl in einer Prüfungsleistung (z.B. Klausur), erfolgt implizit eine Pflichtanmeldung zur jeweiligen Nachholklausur; eine erneute explizite Anmeldung ist nicht nötig. Studierende, die eine Modulprüfung bestanden haben, aber ihr Ergebnis verbessern möchten, können im Rahmen des Freiversuchs eine Notenverbesserung beantragen; dabei zählt das jeweils bessere Ergebnis (Formulare sind im Prüfungsamt und beim Mentor erhältlich).

Wiederholungsmöglichkeiten und Fristen

Der Zeitraum zwischen der erstmaligen Belegung eines Moduls und der letzten dazu gehörigen Wiederholungsprüfung darf 18 Monate (bzw. 24 Monate im Falle eines Teilzeitstudiums) nicht überschreiten.

Erstmals nicht bestandene Prüfungsleistungen gelten als nicht unternommen, wenn sie innerhalb der Regelstudienzeit (Vordiplom / BSc Grundstudium bis 4. Sem. / Hauptdiplom bis 9. Sem. / BSc Hauptstudium bis 6. Sem.) abgelegt und nicht bestanden werden (Freiversuch). Modulprüfungen, die nicht bestanden sind oder als nicht bestanden gelten, können zweimal wiederholt werden.

Angabe des Schwerpunkts bzw. Anwendungsfaches

Studierende sollten in der Regel zu Beginn des 3. Semesters ein Anwendungsfach bzw. einen Schwerpunkt wählen und diesen dem Prüfungsausschuss anzeigen (ein entsprechendes Formular ist im Prüfungsamt und beim Mentor erhältlich).

Bei der Festlegung sollten Studierende bedenken, dass die BSc-Prüfung endgültig nicht bestanden ist, wenn drei Wahlmodule, die Diplomprüfung endgültig nicht bestanden ist, wenn vier Wahlmodule belegt wurden und diese unter Ausschöpfung aller Wiederholungsmöglichkeiten endgültig nicht bestanden sind. (Also Achtung: oftmaliges Wechseln ist nicht möglich.)

Übergangsbestimmungen

Die Studierenden, die zum WS 2000/2001 mit dem Studium begonnen haben, können, sofern sie dies bereits beantragt haben, im Wege des Vertrauensschutzes die Modulprüfungen des ersten Studienjahres nach den Regelungen der Prüfungsordnungen in den Fassungen vom 10.11.2000 bis spätestens 15.10.2002 erbringen.