Grundeinstellungen

Die Grundeinstellung des Bildschirmaufbaus nach dem Anmelden (X-Session-Setup) sowie die Grundeinstellungen vieler Programme werden über sogenannte Punkt-Dateien im HOME-Directory eingestellt. Punkt-Dateien, sind Dateien deren Namen mit einem Punkt '.' beginnen. Die Anzeige der Namen dieser Dateien wird von vielen Directory-Anzeige-Programmen (ls, ll und andere) in der Grundeinstellung unterdrückt. Die Dateien werden dadurch quasi versteckt.

 

Viele Programme verarbeiten gezielt die Informationen in den ihnen zugeordneten Punkt-Dateien, um sich entsprechend zu initialisieren. Einige der in der Standardeinstellung vorhandenen Punkt-Dateien und deren Bedeutung sind:

 

.xsession Diese Datei wird als Skript des Kommando-Interpreters

ausgewertet und sorgt mit seiner Ausführung durch den Kommando-Interpreter für den Aufbau und den Ablauf der X-Session.

 

.Xdefaults/* Der Inhalt dieser Dateien wird während des X-Session-Setups

nach dem Einloggen an den Bildschirmen als X-Resourcen geladen. Mit

X-Resourcen lassen sich X-Toolkit-basierte Programme (also die meisten GUI-Programme) in ihrem Aussehen und Verhalten beeinflussen.

 

.config/* Diese Dateien steuern das Aussehen und die Funktion des Softwaresystems Xfce4.

 

.profile, .bashrc, Diese Dateien dienen zur Initialisierung des Kommando-Interpreters (.profile: sh und

.zshrc.local ksh, .bashrc: bash, zshrc.local:zsh) in einer interaktiven Umgebung (XTerm Terminal Emulator oder einer SSH, Telnet oder Rlogin Netzwerkverbindung).

 

.environment Diese Datei wird als Skript des Kommando-Interpreters sh, ksh, bash oder zsh interpretiert und dient der Initialisierung des Kommando-Interpreters mit Umgebungsvariablen. Die .environment Datei wird während des X-Session Setup durch die .xsession Datei und während der Initialisierung des Kommando-Interpreter durch die .profile Datei benutzt.

 

Mit Umgebungsvariablen können der Kommando-Interpreter und Programme in ihrem Verhalten beeinflußt werden. Einige wichtige Umgebungsvariablen sind:

 

HOME diese Umgebungsvariable enthält den Pfad zum HOME-Directory.

Diese Variable sollte nicht verändert werden.

 

PATH diese Umgebungsvariable legt fest, in welchen Directories vom Kommando-Interpreter nach Kommandos und Programmen gesucht wird. Es ist eine durch Doppelpunkte (':') getrennte Liste von Directories.

 

MANPATH diese Umgebungsvariable legt fest, in welchen Directories vom Manual Kommando 'man' nach Manual-Seiten gesucht wird. Es ist eine durch Doppelpunkte (':') getrennte Liste von Directories.

 

Bei Veränderungen der Umgebungsvariablen PATH und MANPATH muß darauf geachtet werden, daß der vom System vorgegebene Inhalt übernommen wird. Eigene Erweiterungen sollten also nur am Anfang oder am Ende angefügt werden; z.B.:

 

export PATH=$HOME/bin:$PATH

 

fügt das Directory $HOME/bin an den Anfang der Liste der Directories der Umgebungsvariable PATH an.

 

DISPLAY diese Umgebungsvariable enthält den Name des Remote-X-Displays. Diese Variable wird beim Einloggen an den Bildschirmen vom System vorgegeben und muß ggf. gesetzt werden, wenn bei telnet/rlogin Verbindungen  GUI-Programme gestartet werden sollen.

 

EDITOR diese Umgebungsvariable legt für viele Programme fest, welcher Editor bei Bedarf gestartet werden soll.

 

PAGER diese Umgebungsvariable legt für viele Programme fest, welches Programm zum seitenweise Anzeigen von Textausgaben (Paginierer) benutzt werden soll.