Am System anmelden und arbeiten

An den Geräten in den ARBI-Räumen muß man sich zum Arbeiten zunächst mit Login-Name und Passwort einloggen (anmelden). Ein Login muß bei der ARBI beantragt werden. Anträge sind direkt bei der ARBI erhältlich. Man erhält dann eine Kennung und ein Zugangspasswort. 

 

Jedem Login ist ein HOME-Directory zugeordnet in dem sich die Daten befinden. Dies können Dateien verschiedenster Art sein, sowie weitere Directories. Directories sind Verzeichnisse, die wiederum Dateien und Directories enthalten können. Damit kann eine Struktur (Datei-Struktur) aufgebaut werden, die ein geordnetes Speichern der eigenen Daten erlaubt.

 

Nach dem erfolgreichen Anmeldevorgang wird eine Sitzung (X-Window Session) gestartet, die zunächst nur aus dem Window-Manager xfwm4 des Xfce4 Softwaresystems mit seinem Panel besteht. Der Windowmanager stellt die Fenster von anderen Programmen auf dem Bildschirm dar. Außerdem können mit Hilfe des Windowmanagers Programme gestartet und beeinflußt werden.

 

Mittels des Windowmanagers kann im Besonderen auch das Programm Xterm gestartet werden. Das Programm XTerm ist ein Terminal-Emulator, dar das Arbeiten mit der Kommandozeile (TTY-Modus, Console-Modus) ermöglicht. Ein umfangreicher Bestandteil der Programme unter UNIX kommt mit dem TTY-Modus aus und muß in einem XTerm Terminal-Emulator gestartet werden. Das Fenster des XTerm Terminal-Emulators wird zur Darstellung der Ausgaben benutzt.

 

Typisch für das Arbeiten mit dem XTerm Terminal-Emulator (von dem durchaus auch mehrere auf dem Bildschirm vorhanden sein können) ist das Arbeiten mit einem Kommando-Interpreter (shell). Die Shell nimmt Benutzereingaben von der Tastatur entgegen, interpretiert diese und führt schließlich eine Aktion aus. Häufig ist dies der Start eines Programmes mit zusätzlichen Argumenten und Optionen. 

 

Einige nützliche UNIX-Kommandos sind:

 

ll oder ls –l (long listing) Zeigt die Dateien im aktuellen Verzeichnis an

vi Dateiname Aufruf des Editors

date Datum und Uhrzeit

cat Dateiname (concatenate) Inhalt einer Datei auf dem Bildschirm zeigen

more Dateiname Textdatei durchblättern

ps aux (process status) Prozessstatus anzeigen

chown user Dateiname (change owner) Eigentümer der Datei ändern

rwho Zeigt an, welche Nutzer an den Rechnern tätig sind

kill –9 pid Prozess abbrechen

pwd (print working directory) aktuelles Verzeichnis anzeigen

cd Verzeichnisname (change directory) für das Navigieren in der Dateistruktur

cp Datei1 Datei2 (copy) Kopieren von Dateien

mv Datei1 Datei2 (move) Bewegen bzw. Umbenennen von Dateien

rm Dateiname (remove) Löschen von Dateien

mkdir Verzeichnis (make directory) Anlegen von Verzeichnissen

rmdir Verzeichnis (remove directory) Löschen von Verzeichnissen

man Kommandoname (manual page) Abrufen einer Manual-Seite.

 

Außerdem werden TTY-basierte Anwendungsprogramme (also Programme, die mit dem TTY-Modus auskommen) über ihren Kommandonamen gestartet. Dies können Editoren, Compiler, Mail-Programme usw. sein. Teilweise. wird dabei das gesamte Fenster des XTerm Terminal-Emulators für die Ausgabe benutzt.  Die Aufforderung zur Eingabe von weiteren Kommandos (Systemprompt) erscheint erst nach Beendigung des Programmes wieder auf dem Bildschirm.

 

Kommandozeilen können durch allerhand Sonderzeichen, die jeweils eine besondere Bedeutung für den benutzten Kommando-Interpreter (die shell) haben, zusätzliche Wirkungen haben. Z.B. Aus- oder Eingabe-Umlenkung in bzw. aus Dateien, die Verknüpfung der Ausgabe eines Programmes mit der Eingabe eines anderen Programmes (Pipes), das Starten eines Programmes in Abhängigkeit des Erfolgstatus des vorher beendeten Programmes, usw. Als Kommando-Interpreter kommen die Bourne-Shell (sh, /bin/sh), die Korn-Shell (ksh, /bin/ksh) sowie die Bourne-Again-Shell (bash, /usr/local/bin/bash) und die Z-Shell (zsh, /usr/bin/zsh) zum Einsatz.

 

Neben den Programmen im TTY-Modus gibt es eine Reihe von GUI-Programme (GUI = Graphical User Interface). Solche Programme stellen sich mit eigenen Fenstern auf dem Bildschirm dar. Gestartet werden können die GUI-Programme in einem XTerm Terminal-Emulator oder vom Window-Manager aus. Der XTerm Terminal-Emulator wird dadurch u.U. bis zur Beendigung des GUI-Programmes für die weitere Benutzung blockiert. Dem Windowmanager muß das Starten von GUI-Programme u.U. erst konfiguriert werden.

 

Ein typisches GUI-Programm ist 'nedit', das aus dem Tool-Bar des Window-Managers heraus gestartet werden kann. Das Programm nedit ist ein Editor zur Bearbeitet von Dateien mittels graphischen Elementen, der mit der Maus und der Tastatur gesteuert werden kann.

 

Der Aufbau der X-Session in der Standardeinstellung ist nur ein Vorschlag, der von den Erstsemester-Tutoren erstellt wurde. Alle in der Standardeinstellungen gestarteten Programme haben Alternativen oder sind an die eigenen Bedürfnisse und Wünsche anpassbar. Die Details können in der jeweiligen Dokumentation, zumeist Manual-Pages, nachgelesen werden. Experimentieren lohnt sich und wird mit einer individuellen X-Session belohnt.

 

Zur Zeit können unter FreeBSD maximal 5 GB Daten im HOME-Directory gespeichert werden. Diese Grenze wird vom Betriebssystem erzwungen und kann nicht überschritten werden (Disk-Quota). Unter Mac OS X sind zur Zeit 1 GB verfügbar. Da beim Anmelde-Vorgang am Bildschirm durch den Aufbau der X-Session i.a. einige Dateien erzeugt werden, kann ein Überschreiten des Disk-Quotas den Abbruch des Anmelde-Vorganges verursachen. In so einem Fall muß man zum Löschen von Dateien auf eine Telnet/Rlogin Verbindung am Bildschirm eines Mitstudenten oder auf die Hilfe eines ARBI Mitarbeiters zurückgreifen. Bei Bedarf kann auf Anfrage das Disk-Quota erhöht werden.

 

Gelöschte oder überschriebene Dateien, die bereits am Vortag oder längere Zeit zurück erstellt wurden, können aus der Sicherheitskopie der Daten der Fileserver wiederhergestellt werden. Ein Anfrage an einen Mitarbeiter der ARBI schafft Aufklärung.