21.11.2012 – Campus-Leben

Wie wählt Niedersachsen?

Die Studenten René Grollmann und Cornelius Heller programmierten das Börsenplanspiel Stockvote. Es soll den Ausgang der Landtagswahl in Niedersachsen 2013 prognostizieren. Mitspielen können alle niedersächsischen Studierenden und Universitätsangehörigen.

Wie werden die Niedersachsen am 20. Januar 2013 bei der Landtagswahl wählen? Um diese Frage beantworten zu können, haben René Grollmann und Cornelius Heller, beide Studenten der Sozialwissenschaften an der Universität Oldenburg, über zwei Monate Arbeit investiert und das Börsenplanspiel Stockvote programmiert. An Stockvote können Studierende und Angehörige aller Niedersächsischen Hochschulen teilnehmen und Aktien für die zur Wahl zugelassenen Parteien „kaufen“ und „verkaufen“.  Aufgrund der Handelsaktivitäten bei Stockvote versuchen die Studierenden das Wahlergebnis der bevorstehenden Landtagswahl möglichst genau vorherzusagen.

„Stockvote basiert auf dem Prinzip des Prediction Market – also Prognosemarktes“, so Grollmann. Dieser sei in den meisten Fällen ein virtueller Aktienmarkt, auf dem zukünftige Erwartungen in Form von Wertpapieren gehandelt werden.  Jeder Spieler startet mit virtuellen 1.000 Stockvote-Dollars ins Spiel. Verfügbar sind die Wertpapiere von CDU, SPD, Grüne, Linke, Piraten, FDP und „Sonstige“.

Grollmann und Heller entwickelten das Börsenspiel in dem zweisemestrigen Modul „Politische Partizipation und experimentelle Methoden“ von Prof. Dr. Markus Tepe, Hochschullehrer für Positive Politische Theorie / Politische Ökonomie an der Universität Oldenburg. Im ersten Semester beschäftigten sich die Studierenden mit Theorie und Forschungsmethoden zur politischen Partizipation. Im zweiten Semester initiieren sie ihr eigenes Forschungsprojekt. „Wir lasen einen Aufsatz über den Präsidentschaftswahlkampf von Georg Bush senior aus dem Jahr 1988. Dort wurde zum ersten Mal in Iowa der Political Stock Market eingesetzt – sozusagen der Vorläufer von Stockvote“, erklärt Heller. Das Vorhersageinstrument sei präsziser als herkömmliche Wahlumfragen gewesen. Seit Anfang der 1990 Jahre seien diese Messinstrumente auch in Deutschland in Gebrauch. „Uns war ziemlich schnell klar, dass wir auch so ein Umfrage-Tool konzipieren wollten.“

In den vergangenen Monaten haben die beiden Studierenden das Spiel programmiert, eine Internetseite, eine Facebook-Seite und einen Twitter-Account installiert sowie Youtube-Filme produziert, die das Spiel erklären. Was fehlt noch zum Gelingen des Projekts? „Wir wünschen uns, dass möglichst viele sich an Stockvote beteiligen“, betont Grollmann. Je mehr Teilnehmer aktiv seien, desto präziser falle die Wahlprognose aus.  Zudem mache der imaginäre Aktienhandel einfach Spaß und für die besten „Stockvoter“ gebe es am Ende des Projekts – Stockvote läuft bis zum Vorabend der Landtagswahl – Preise zu gewinnen.

Übrigens: Der Iowa Poltical Stock Market hatte beim Präsidentschaftswahlkampf 1988 eine Abweichung von 0,2 Prozent vom regulären Wahlergebnis. Diese gilt es zu schlagen – Grollmann und Heller sind zuversichtlich.