Systematik und Evolutionsbiologie

Gesine Lange

Curriculum Vitae

2008Abitur am Johannes-Bugenhagen-Gymnasium Franzburg
2008 – 2011

Bachelorstudium der Biowissenschaften an der Universität Rostock

Bachelorarbeit am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde zu dem Thema “Erarbeitung eines digitalen Steckbriefes der Familie Talitridae (Amphipoda) bezogen auf die gesamte Ostsee”

2011 – 2013Masterstudium der Meeresbiologie an der Universität Rostock

 

Masterarbeit am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde zu dem Thema “Benthic communities in waters off Angola” (Betreuer: Dr. M. L. Zettler, Arbeitsgruppe: Ökologie benthischer Organismen)

since July 2014Promotion an der Carl-von-Ossietzky Universität Oldenburg zur Untersuchung funktioneller Diversität und Biodiversität makrozoobenthischer Gemeinschaften im Rückseitenwatt von Spiekeroog (Wattenmeer, südliche Nordsee)

 

Forschungsinteressen – Struktur und Funktionsweise benthischer Gemeinschaften; Ökologie und Systematik mariner Invertebraten

Ich konzentriere mich auf Untersuchungen zur Biodiversität und funktionellen Diversität des marinen Makrozoobenthos. In diesem Zusammenhang interessieren mich die Gemeinschaftsstrukturen innerhalb eines Habitats und zwischen verschiedenen Habitaten sowie die Systematik mariner Invertebraten und die ökologischen Ansprüche der einzelnen Arten.

Während sich mein früherer Forschungsschwerpunkt auf benthische Gemeinschaften des Sublitorals konzentrierte, beschäftige ich mich nun, im Rahmen des Verbundprojektes BEFmate (“Biodiversity – Ecosystem Functioning across marine and terrestrial ecosystems”), mit Tiergemeinschaften des Intertidals im Rückseitenwatt einer Barriereinsel. Während meiner Promotion quantifiziere ich die Besiedlung künstlicher Inseln, die auf den Wattflächen nahe der Ostfriesischen Insel Spiekeroog (Deutschland, südliche Nordsee) errichtet wurden, indem ich diese regelmäßig beprobe und die vorhandenen Artenanzahlen, Abundanzen und Biomassen bestimme. Dabei dienen Proben aus den natürlichen Wattflächen als Referenz für ungestörte Bedingungen. Des Weiteren erfasse ich Artenanzahl, Abundanz und Biomasse aus den Proben eines Transekts von den nicht bewachsenen Wattflächen bis in die obere Salzwiese, um die unterschiedlichen Makrozoobenthosgemeinschaften innerhalb des komplexen Wattenmeer-Ökosystems vollständig zu erfassen. Salzwiesen weisen eine höhenabhängige, charakteristische Zonierung innerhalb ihrer Vegetation auf, die, neben anderen abiotischen Faktoren, wie z. B. Überflutungshäufigkeit, Überflutungsdauer, Veränderungen des Salzgehalts, Temperaturschwankungen und Sedimentbeschaffenheit (Schlickanteil, organischer Gehalt), Auswirkungen auf die Tiere der Weichbodengemeinschaft hat. Die Zusammensetzung dieser Gemeinschaft ändert sich, infolge der Anpassungen der Organismen an die verschiedenen Umweltbedingungen, zwischen bestimmten Transektstationen. Dies lässt sich nicht nur auf ein unterschiedliches Arteninventar zurückführen, sondern hängt auch mit Veränderungen der dominierenden Art der Nahrungsaufnahme ab. Die Analyse stabiler Isotope soll der Aufdeckung trophischer Beziehungen des Makrozoobenthos im Wattenmeer dienen. Hierbei sollen Nahrungsquellen und trophische Ebenen der Organismen vom marinen bis hin zum terrestrischen Bereich bestimmt werden

Künftige Herausforderung meiner Promotion beinhalten Mesokosmenexperimente, die, als Ergänzung zu dem Feldexperiment (künstliche Inseln), der Untersuchung biotischer Interaktionen zwischen den Arten des Watts dienen sollen. Darüber hinaus freue ich mich auf die Bewertung der Biodiversität und ihrer funktionellen Auswirkungen unter ökologischen und evolutionären Gesichtspunkten.

 

Publikationen

Lange G., Darr A., Zettler M. L. (2014) Macrozoobenthic communities in waters off Angola. African Journal of Marine Science 36(3): 313–321.