Didaktik der Biologie

Umweltbildung

Bildung für nachhaltige Entwicklung wurde erstmals 1987 im Brundtland-Report als ein Beitrag zur Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung erwähnt und 1992 in Rio in das Konzept der Agenda 21 aufgenommen. Die Vereinten Nationen haben 2005 die Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014) ausgerufen, deren Ziel es ist, durch Bildungsmaßnahmen zur Umsetzung der Agenda 21 beizutragen und die Grundsätze nachhaltiger Entwicklung weltweit in Bildungssysteme zu verankern. Dieses Bildungskonzept verfolgt nicht ausschließlich die Vermittlung von Wissen, sondern die Förderung von Kompetenzen, die dem Einzelnen ermöglichen, aktiv und eigenverantwortlich die Zukunft zu gestalten.

Mit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 17.10.1980  (KMK 1980) reagierte Deutschland relativ schnell auf die Auswirkungen der Umweltkrise: Umwelterziehung wurde offiziell zur neuen schulischen Aufgabe erklärt. Bereits zuvor, aber vor allem in der Folgezeit entstanden für dieses neue, umwelt- und naturbezogene pädagogische Handlungsfeld, das auf immer mehr Bildungsbereiche ausgedehnt wurde, zahlreiche Konzepte.

Das Thema Umweltbildung findet im Rahmen der Lehramtsausbildung sowohl in dem Modul „Allgemeine Biologie“ als auch im Modul „Wissenstransfer“ Berücksichtigung. Dabei sollen unterschiedliche Konzepte zur Umweltbildung und empirische Studien zum Umweltbewusstsein und Umwelthandeln von Schülern vorgestellt und kritisch reflektiert werden sowie Unterrichtsmaterialien erstellt werden, die umweltbildend in der Schule eingesetzt werden können. Außerdem werden außerschulische Lernorte aufgesucht, die sich zum Ziel setzen, anhand ausgewählter Konzepte das Umweltbewusstsein und –handeln von Schülern zu fördern. 

Themen für die Hausarbeit

Interessierte Studierende können Hausarbeiten im Rahmen des ersten Staatsexamens zum Thema Umweltbildung anfertigen. Folgende Themen wären zurzeit zu vergeben:

  • Schüler arbeiten im Maximilian-Umweltmobil an der Maximilianschule Haren
  • Untersuchung zur Wirksamkeit des außerschulischen Lernortes „Botanischer Garten Oldenburg“
  • Der botanische Garten Oldenburg als außerschulischer Lernort-Entwicklung einer Unterrichtseinheit
  • Untersuchung zur Wirksamkeit des außerschulischen Lernortes Zoo am Beispiel des Jadeparks (Jaderberger Zoo)

Literaturempfehlungen:

Bögeholz, Susanne: Qualitäten primärer Naturerfahrung und ihr
Zusammenhang mit Umweltwissen und Umwelthandeln. Opladen, 1999

Bolscho, Dietmar; Gerd Michelsen. Umweltbewusstsein unter dem
Leitbild Nachhaltiger Entwicklung. Leske und Budrich, Opladen 2002

Bolscho, Gerhard. Urbane Umweltbildung im Kontext einer
nachhaltigen Entwicklung. Theoretische Grundlagen und schulische Perspektiven

Brämer, Rainer, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald: Jugendreport
Natur 2003 Nachhaltige Entfremdung. Forschungsgruppe Wandern
der Phillips-Universität Marburg, 2004

Corleis, Frank: die Bedeutung von Naturerlebnissen in der Schule:
Naturerlebnispädagogik? Edition Erlebnispädagogik Lüneburg, 2000

Kuckartz, Udo. Für BMU (Hrsg.) Umweltbewusstsein in Deutschland
2000. Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage. Berlin, 2000

Pfordten, Dietmar v.d.. Ökologische Ethik. Zur Rechtfertigung
menschlichen Verhaltens gegenüber der Natur. Reinbek, 1996

Rode, Horst, Bolscho, diemtar, Demsey Rachel, Rost, Jürgen.
Umwelterziehung in der Schule. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Leske und Budrich, Opladen, 2001.

Schreier, Helmut (Hrsg.) Mit Kindern über Natur philosophieren.
Agentur Dieck, 1997.                                                                       

Nevers, Patricia. Hat ein Ökosystem eine Identität?                                
In: Hößle,Corinna; Hötteke, Dietmar; Kircher, Ernst (Hrsg.):
„Lehren und Lernen über die Natur der Naturwissenschaften“.