Didaktik der Biologie

Gesundheitsbildung

Die gesundheitliche Situation der jungen Generation gibt Anlass zur Unruhe. Nur vordergründig handelt es sich bei der Bevölkerungsgruppe der Kinder und Jugendlichen um die gesündeste, bei genauerem Hinsehen lassen sich erhebliche Defizite im Gesundheitsstatus feststellen (Ravens-Sieberer, Thomas, Erhart 2003). Kinder stark machenZwar spielen im ausgehenden Kindheits- und beginnenden Jugendalter sowohl die klassischen Infektionskrankheiten als auch die in den letzten Jahrzehnten im Erwachsenenalter immer stärker um sich greifenden chronischen Erkrankungen heute keine große Rolle, aber in den Schnittbereichen zwischen psychischen und körperlichen Anforderungen auf der einen Seite und sozialen und physischen Umweltbedingungen auf der anderen Seite ergeben sich neue Probleme. Sie schlagen sich in körperlichen, psychischen und sozialen Befindlichkeitsstörungen von Kindern und Jugendlichen nieder. Störungen des Immunsystems, des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens und der Belastungsbewältigung scheinen die tieferen Ursachen zu sein. Hurrelmann et al. (2003) weisen darauf hin, dass bei bis zu einem Viertel der Jugendlichen, vor allem aus benachteiligten Familien, mit teilweise erheblichen Beeinträchtigungen der Gesundheit zu rechnen ist. Schnelles und zielgerichtetes Handeln in der Schule ist erforderlich.

In unseren Seminaren und Modulen zur Gesundheitsbildung soll deshalb der Frage nachgegangen werden, wie eine effektive Gesundheitsbildung und Präventionsarbeit in der Schule aussehen kann. Aktuelle Konzepte werden vorgestellt, kritisch reflektiert und bei der Konzeption von Unterricht berücksichtigt. Zusätzlich greifen wir auf die Angebote von außen zurück: es werden Experten aus den Bereichen Ernährung und Suchtprävention eingeladen und gebeten, sich mit uns zusammen an einen Tisch zu setzen, um Unterricht neu zu denken.

Literatur:

BzgA: Das Ernährungsverhalten Jugendlicher im Kontext ihrer Lebensstile. Eine empirische Studie. Bd. 20. 2003

Gerlinghoff, M.: Magersucht und Bulimie-Innenansichten. München 1996

Hurrelmann, K., Klocke, A., Melzer, W., Ravens-Sieberer, U.: Jugendgesundheitssurvey
Internationale Vergleichsstudie im Auftrag der WHO.
Juventa, Weinheim 2003

Hurrelmann, K.: Gesundheitssoziologie.
Juventa. Weinheim. 2000

Ravens-Sieberer, Ulrike, Thomas, Christiane, Erhart, Michael: Körperliche, psychische und soziale Gesundheit von Jugendlichen. In: Hurrelmann, K., Klocke, A.,

 Melzer, W., Ravens-Sieberer, U.: Jugendgesundheitssurvey.
Internationale Vergleichsstudie im Auftrag der WHO.
Juventa, Weinheim 2003.

Schnabel, P.-E.: Familie und Gesundheit. Bedingungen, Möglichkeiten und Konzepte der Gesundheitsförderung. Weinheim 2001.

Priebe, Botho u. a.: Sucht- und Drogenvorbeugung mit Kindern und Jugendlichen in Elterhaus und Schule. Beltz Quadriga, Weinheim 1994.

Thamm, Berndt Georg; Katzung Walter: Drogen - legal – illegal. VDP GmbH, Hilden 1994.

Lindberg, Lisa: Wenn ohne Joint nichts läuft. Was man über Cannabis wissen muss.
Walter Verlag, Düsseldorf 2003.

Kaufmann, Heinz: Glotze, Pommes, Drogen – und dann?
Cornelsen, Berlin 2004.

Gerlinhoff, Monika: Magersüchtig.
Beltz, Weinheim 2001.

Wulfhorst, Britta: Theorie der Gesundheitspädagogik.
Juventa Verlag, Weinheim 2002.

Schlieper, Cornelia A.: Ernährung heute.
Dr. Felix Büchner – Handwerk und Technik, Hamburg 1992.

Dr. Rainer Wild-Stiftung: Gesunde Ernährung zwischen Natur- und Kulturwissenschaft.
Rhema-Verlag, Münster 1999.

Hoffmann, Wolfgang: Alles im grünen Bereich. Das Praxishandbuch zur Suchtprävention.
AOL Verlag, Lichtenau 2003.

Kamplade, Petra; Winkler, Sabine: Lernzirkel „Ernährung“.
BVK, Kempen 2001.

Brown, Terry; Harvey, Ian: Neinsagen lernen – Drogen.
Verlag an der Ruhr, Mülheim 2000.

Bilstein, Eva; Voigt, Annette: Ich lebe viel.
Verlag an der Ruhr, Mülheim 1991.