Didaktik der Biologie

Ethische Bewertungskompetenz und Alltagsphantasien von Jugendlichen und Studierenden zu den Möglichkeiten der Genom-Editierung

Zielsetzung

Auf Grundlage von ethischen Dilemmata sollen die ethische Bewertungskompetenz und die Alltagsphantasien von Jugendlichen und Studierenden zum Thema Genom-Editierung mit CRISPR/Cas9 erhoben werden. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse werden didaktische Ansätze zur Förderung der ethischen Bewertungskompetenz in der Schule und im Hochschulbereich entwickelt.

Projektdaten

Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung; BMBF-Fördermaßnahme "Ethische, rechtliche und soziale Aspekte moderner Verfahren der Genom-Editierung und deren möglicher Anwendungen" Laufzeit: 1.10.2016-30.09.2019

Projektleitung

Prof. Dr. Corinna Hößle

E-Mail: corinna.hoessle@uni-oldenburg.de

Tel.: +49-441-798 3639

Projektkoordination

Dr. Wiebke Rathje

E-Mail: wiebke.rathje@uni-oldenburg.de

Tel.: +49-441-798 3678

Teilprojekt Oldenburg: Ethische Bewertungskompetenz von Jugendlichen zu den Möglichkeiten der Genom-Editierung

Leitung:

Prof. Dr. Corinna Hößle

Prof. Dr. Ulrike-Marie Krause

Dr. Wiebke Rathje

Mitarbeiterin:

Laura Maria Heinisch

E-Mail: laura.maria.heinisch(at)uni-oldenburg.de

Tel.: +49-441-798 3919

 

Teilprojekt Hannover: Ethische Bewertungskompetenz von Studierenden zu den Möglichkeiten der Genom-Editierung

Leitung:

Prof. Dr. Brigitte Schlegelberger

Medizinische Hochschule Hannover

Direktorin des Instituts für Humangenetik

Carl-Neuberg-Str. 1

30625 Hannover

E-Mail: schlegelberger.brigitte(at)MH-Hannover.de

Mitarbeiterin:

Dr. Beate Vajen

E-Mail: Vajen.Beate(at)mh-hannover.de

Tel.: +49 511-532 9252

 

Teilprojekt Hamburg:  Alltagsphantasien von Jugendlichen und Studierenden zu den Möglichkeiten der Genom-Editierung

Leitung:

Prof. Dr. Ulrich Gebhard

Universität Hamburg

Didaktik der gesellschaftswissenschaftlichen und mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer

Von-Melle-Park 8

20146 Hamburg

E-Mail: ulrich.gebhard(at)uni-hamburg.de

Mitarbeiterin:

Marie-Christine Duval

E-Mail: mcduval(at)ymail.com

 

Projektbeschreibung

Die Förderung ethischer Bewertungskompetenz ist ein wichtiges Ziel des naturwissenschaftlichen Unterrichts (Kultusministerkonferenz, 2005). Die Schülerinnen und Schüler sollen dazu befähigt werden, an öffentlichen Diskursen zu ethischen Fragen (z.B. im Bereich der Bioethik) teilzunehmen und sich eine reflektierte Meinung zu bilden (Reitschert, Langelt, Hößle, Scheid, & Schlüter, 2007). Seit 2012 steht ein neues Verfahren der Genom-Editierung zur öffentlichen Debatte (Jinek, et al., 2012). Die gezielte Veränderung von Gensequenzen in somatischen Zellen und auch in der menschlichen Keimbahn sind durch die Endonuklease CRISPR/Cas9 realistische Aussichten, welche zentrale ethische Werte wie die Menschenwürde und den Grundrechtsstatus des Embryos erneut in den Fokus setzen (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, 2015). CRISPR/Cas9 ist ein „Schneidewerkzeug“, das die Heilung von Krankheiten wie Krebs, HIV oder Mukoviszidose ermöglichen könnte (Lander, 2015; Savic & Schwank, 2016). Es kann jedoch auch zu Missbrauch dieser Methode kommen. Aufgrund der Aktualität und auch der ethischen Diskussionswürdigkeit der Möglichkeiten der Genom-Editierung mit CRISPR/Cas9 ist die Erhebung ethischer Bewertungskompetenz der zukünftigen Anwender sowie von Alltagsvorstellungen hinsichtlich dieses Themas relevant. Im vorliegenden Projekt sollen auf Grundlage ethischer Dilemmata die ethische Bewertungskompetenz und die Alltagsphantasien (Gebhard, 2003) von Schüler/innen und Studierenden zum Thema Genom-Editierung mit CRISPR/Cas9 erhoben werden. Gerade diese Altersgruppen können den Weg für einen verantwortungsvollen Umgang mit Möglichkeiten wie der CRISPR/Cas9-Methode bereiten. Aus diesem Grund ist die Analyse der ethischen Bewertungskompetenz dieser Altersgruppen besonders relevant. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse werden didaktische Ansätze für die Förderung ethischer Bewertungskompetenz im Schul- und Hochschulbereich entwickelt.

Literatur

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.). (2015). Genomchirurgie beim Menschen - zur verantwortlichen Bewertung einer neuen Technologie. Verfügbar unter www.gentechnologiebericht.de/bilder/BBAW_Genomchirurgie-beim-Menschen_PDF-A1b.pdf. [14.12.2016]

Gebhard, U. (2003). Alltagsmythen zur Gentechnik. Eine Chance für die politische Bildung. Praxis Politische Bildung, 7(3), 180-188.

Jinek, M., Chylinski, K., Fonfara, I., Hauer, M., Doudna, J., & Charpentier, E. (2012). A programmable dual-RNA-guided DNA endonuclease in adaptive bacterial immunity. Science, 337, 816-821.

Kultusministerkonferenz (2005). Bildungsstandards im Fach Biologie für den mittleren Schulabschluss. Beschluss vom 16.12.2004. München: Luchterhand.

Lander, E. S. (2015). Brave New Genome. The New England Journal of Medicine, 373(1), 5-7.

Liang, P., Xu, Y., Zhang, X., Ding, C., Huang, R., Zhang, Z., . . . Huang, J. (2015). CRISPR/Cas9-mediated gene editing in human tripronuclear zygotes. Protein Cell, 6(5), 363-372.

Reitschert, K., Langelt, J., Hößle, C., Scheid, N. M., & Schlüter, K. (2007). Dimensionen ethischer Urteilskompetenz. MNU(1), 43-51.

Savic, N., & Schwank, G. (2016). Advances in therapeutics CRISPR/Cas9 genome editing. Translational Research, 168, 15-21.

 

 

 

 

 

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