Didaktik der Biologie

Dr. Wiebke Rathje

Akademische Rätin

 

Institut für Biologie und Umweltwissenschaften  Fk. V

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Ammerländer Heerstraße 114-118

D-26129 Oldenburg

 

Tel. +49 441 798 3678

wiebke.rathje(at)uni-oldenburg.de

 

 

Arbeitsschwerpunkte:

Projektkoordination des BMBF-Verbundprojekt „Genome Editing“

Experimentieren im Biologieunterricht

Aufbau und Begleitforschung zu molekularbiologischen Schülerlaboren

Entwicklung und Evaluation von molekularbiologischen Experimenten und Lehrkonzepten für Schülerlabore

Projekte:

Ethische Bewertungskompetenz und Alltagsphantasien von Jugendlichen und Studierenden zu den Möglichkeiten der Genom-Editierung

Crispr/Cas9 heißt die jüngste Methode in der Gentechnik, mit dessen Hilfe Genome gezielt verändert bzw. editiert werden können. So könnten in absehbarer Zukunft somatische Gentherapien und Eingriffe in die menschliche Keimbahn möglich werden, die eine Heilung von schweren Krankheiten möglich werden. Damit weckt diese Methode der Genom-Editierung große Hoffnungen, berührt aber gleichzeitig zentrale ethische Werte, indem sie die Frage nach der Menschenwürde und dem Grundrechtstatus des Embryos in den Fokus der ethischen Betrachtung rücken. Es stellt sich u.a. die Frage, welche ethischen Werte junge Menschen durch die Genom-Editierung berührt sehen und welchen Stellenwert diese für sie haben.

Im Rahmen dieser vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Studie werden Jugendliche, Studierende der Medizin, des Life Science, der Sozial- und Humanwissenschaften hinsichtlich dieses zentralen Aspektes und weiterer ethischen Implikationen befragt, um die ethische Bewertungskompetenz und die durch die Genom-Editierung aktualisierten Welt- und Menschenbilder (Alltagsphantasien) derjenigen zu erfassen, die in Zukunft Anwender der neuen Technologien sein könnten. Hierdurch kann ein Einblick in die zugrunde liegenden implizit wirksamen Wertvorstellungen und Vorannahmen von Jugendlichen und Studierenden gewonnen werden.

Weitere Informationen:

https://www.uni-oldenburg.de/news/art/was-junge-menschen-von-gentherapie-halten-2410/

 

Molekularbiologisches Schülerlabor am Copernicus Gymnasium in Löningen

Ob Vaterschaftstest, Enzyme in Waschmitteln oder der Nachweis von tierischen Produkten in Lebensmitteln, bereits heute sind Verfahren der Biotechnologie nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Einige Anwendungen sind dabei auch heftig umstritten, wie z. B. im Bereich Gentechnik oder medizinischen Forschung.

Schulen fällt hier eine wichtige Rolle in der Vermittlung von biologischem Grundwissen zu, um die Schüler zur späteren Teilhabe an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen zu unterstützen. Und obwohl diese Kenntnisse im Lehrplan gefordert werden, ist die Vermittlung von Fachwissen durch entsprechend anschauliche Experimente im herkömmlichen Biologieunterricht aus Kapazitäts- und Kostengründen nicht möglich. Theoretische Fachinhalte bleiben so häufig abstrakt. Das molekularbiologische Schülerlabor am Copernicus Gymnasium schließt diese Lücke, das unter Begleitung der Biologiedidaktik entstanden ist. Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 und aufwärts erhalten hier die Möglichkeit unter Anleitung geschulter Projektlehrer selbstständig molekularbiologische Experimente zu Methoden wie PCR, ELISA, Gelelektrophorese oder Microarray durchzuführen.

Die Entwicklung von exemplarischen Labortagskonzepten ist dabei eine der größten Herausforderungen bei der Etablierung molekularbiologischer Schülerlabore. Zum einen sollen eng mit den Kerncurriculum verknüpfte Themen schülernah und alltagsrelevant aufgearbeitet werden, zum anderen müssen die angebotenen Experimente wissenschaftlich korrekt sein. Dies kann in einem rekursiven Prozess gut gelingen, indem die zunächst auf fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Basis gestaltete Lernumgebung anschließend evidenzenzbasiert optimiert wird. Bereits vor und während der Entwicklung neuer Labortage werden fachdidaktische Untersuchungen zu Schülervorstellungen sowie Lernwirksamkeitsstudien durchgeführt. In diesem Prozess werden Lehramtsstudierende, in Begleitung von Didaktikern und Fachwissenschaftlern, einbezogen.

Weitere Informationen:

http://cgl-online.de/index.php?option=com_content&view=article&id=447:labor-schuelerlabor&catid=106:labor-schuelerlabor&Itemid=558

Lehre

Allgemeine biologische Schulversuche

Schulversuche zur Humanbiologie

Vorbereitungsseminar zum Forschungs- und Entwicklungspraktikum Biologie

Begleitveranstaltung für die Bachelorarbeit / Masterarbeit

Allgemeine Biologie (eine Vorlesung zur Fachdidaktik Biologie)

Vita

2013-heute     Akademische Rätin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Institut für Biologie- und Umweltwissenschaften, Arbeitsgruppe Biologiedidaktik

2008-2013      Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Pflanzengenetik der Leibniz Universität Hannover

Projektkoordination und Entwicklung des niedersächsischen Schülerlabor-Modellprojekts „HannoverGen“

2002-2008      delegiert als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Zierpflanzenbau der Technischen Universität München-Weihenstephan

2002-2007      Promotion (Dr. rer. nat.) am Lehrstuhl für Zierpflanzenbau der Technischen Universität München-Weihenstephan, Thema der Dissertation: Charakterisierung der Flavonoidbiosynthese und Etablierung eines Transformationssystems bei Rhododendron simsii-Hybriden (Azalee)

1996-2002      Studium der Gartenbauwissenschaften (Dipl.-Ing. agr.) an der Technischen Universität München-Weihenstephan

1994-1996      Ausbildung zur Landwirtschaftlich-technischen Assistentin

1994                Abitur

Publikationen

van Waveren, H. & Rathje, W. (2017). Verwandtes Gemüse – Pflanzenzüchtung und Evolution. Unterricht Biologie, 421, 26-31

Rathje, W. (2016). Vorstellung einer Unterrichtseinheit für molekularbiologische Schülerlabore zum Thema ELISA-Testverfahren und Ebola-Viruskrankheit. In Transfer Forschung – Schule. Annual Journal der Pädagogischen Hochschule Tirol, 2, S.253-265

Rathje, W. (2016). Farben aus der Blütenfabrik. Praxis der Naturwissenschaften, 65(5), S. 20-23

Rathje, W. (2015). Lehramtsstudierende entwickeln Konzepte für molekularbiologische Schülerlabore. In U. Gebhard, M. Hammann, B. Knälmann (Hrsg.), Bildung durch Biologieunterricht.  19. Internationale Tagung der Fachsektion Didaktik der Biologie (FDdB) im VBiO und des Forums Fachdidaktik & Schulbiologie (S. 262-263). Hamburg

Rathje, W. & van Waveren, H.  (2015). Microarray – Auf der Jagd nach dem Tumorgen. Praxis der Naturwissenschaften, 64 (8). S. 37-42

Rathje, W. & van Waveren, H. (2013). Das Projekt HannoverGen – ein Resümee. In J. Mayer, M. Hammann, N. Wellnitz, J. Arnold & M. Werner (Hrsg.), Theorie, Empirie, Praxis. 19. Internationale Tagung der Fachsektion Didaktik der Biologie (FDdB) im VBiO (S. 240-241). Kassel: University Press. Abstract.

Rathje, W. (2011). Agrobacterium tumefaciens- Die Geschichte des Gentaxis. Praxis der Naturwissenschaften, 60 (3). S.17-20

Rathje, W. & van Waveren, H.  (2011). Kohl – Der botanische Hund. Praxis der Naturwissenschaften, 60 (3). S. 20-23

Alfs, N., Gropengießer, H., Hößle, C., Jacobsen, H.-J., Rathje, W., van Waveren, H. (2009). HannoverGen – ein niedersächsisches Modellprojekt für Schülerlabore zum Thema Grüne Gentechnik. VBio Rundbrief, S. 14-16

Seitz, C., Vitten, M., Steinbach, P., Hartl, S., Hirsche, J., Rathje, W., ... & Forkmann, G. (2007). Redirection of anthocyanin synthesis in Osteospermum hybrida by a two-enzyme manipulation strategy. Phytochemistry, 68(6), 824-833.

Rathje, W. (2007). Agrobacterium tumefaciens-vermittelte Transformation von Azaleen (Rhododendron simsii). Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, 2, 112-112.

Rathje, W. (2007). Charakterisierung der Flavonoidbiosynthese und Etablierung eines Transformationssystems bei Rhododendron Simsii-Hybriden (Azalee) (Doctoral dissertation, Technische Universität München).